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Minijob im Ruhestand

Diese Jobs eignen sich 2026 besonders für Rentner:innen

von Julia P.
Veröffentlicht:  21. September 2026, 11:57
3 min
Älterer Mann mit Hut und Gartenwerkzeug steht lächelnd im Freien.

In Deutschland gehen immer mehr Menschen nach dem Renteneintritt zurück in den Job – nicht aus Not allein, sondern oft aus eigenem Antrieb. Ob Minijob, Fahrdienst oder Nachhilfe: Diese fünf Tätigkeiten lassen sich flexibel an Erfahrung, Gesundheit und Wunschstunden anpassen.

Warum der Ruhestand für viele kein Vollstopp ist

Für manche reicht die Rente schlicht nicht aus. Andere wollen aktiv bleiben, den Kontakt zu Kolleg:innen nicht verlieren oder ihr Fachwissen nicht einfach abschalten.

Laut Statistischem Bundesamt waren 2025 in Deutschland 14 Prozent der Rentner:innen zwischen 65 und 74 Jahren erwerbstätig. Knapp zwei Drittel davon geringfügig. Der Minijob ist damit die mit Abstand gängigste Brücke zurück in die Arbeitswelt.

Fünf Jobs, fünf völlig unterschiedliche Tempi

Minijob im Verkauf oder an der Kasse

Wer feste, überschaubare Schichten mag und gern unter Menschen ist, findet im Einzelhandel schnell eine Aufgabe. Warenpräsentation, Regale auffüllen, Kasse übernehmen: kein Hexenwerk, aber verlässlich planbar. Vormittags- oder Wochenendschichten lassen sich gut mit dem Alltag im Ruhestand verbinden.

Fahrdienst, Botengänge oder Chauffeurdienst

Wer gern unterwegs ist und einen gültigen Führerschein besitzt, kommt bei Krankenfahrten, Botendiensten oder als Fahrer:in unter. Ortskenntnis, Zuverlässigkeit und ruhige Nerven zählen mehr als Muskelkraft. Für die gewerbliche Personenbeförderung braucht es unter Umständen zusätzlich einen Fahrerlaubnisnachweis.

Empfang und Kundenservice

Am Empfang, in Arztpraxen, Hotels oder am Telefon zählt vor allem eines: Menschenkenntnis. Erfahrung, Freundlichkeit und Organisationstalent schlagen hier oft jede Zusatzqualifikation. Ob als Teilzeitstelle oder klassischer Minijob – der Kundenkontakt bleibt der Kern der Aufgabe.

Hausmeister- und Gartenhilfe

Kontrollgänge, Gartenpflege, kleinere Reparaturen: Für handwerklich geschickte Rentner:innen ein naheliegendes Feld – solange die körperliche Belastung realistisch eingeschätzt wird. Elektro- und Sanitärarbeiten bleiben tabu ohne die passende Qualifikation.

Nachhilfe, Beratung und Wissensvermittlung

Ehemalige Lehrer:innen, Ingenieur:innen oder Kaufleute sitzen oft auf einem Wissensschatz, den niemand anders im Betrieb hat. Nachhilfe, Mentoring oder projektbezogene Beratung zahlen sich aus – häufig deutlich besser als ein klassischer Aushilfsjob.

603 Euro: Diese Zahl entscheidet 2026 über den Minijob-Status

Seit Januar 2026 liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 13,90 Euro pro Stunde. Daraus ergibt sich die neue Minijob-Grenze: 603 Euro im Monat, 7.236 Euro im Jahr.

Wichtig zu wissen: Die 603 Euro deckeln nur den Minijob-Status – nicht automatisch den Hinzuverdienst zur Rente. Wer bereits gesetzliche Altersrente bezieht, darf seit 2023 grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdienen, ohne dass die Rente sinkt. Bei Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrente gelten dagegen deutlich engere Grenzen.

Wer die Regelaltersgrenze erreicht hat und sozialversicherungspflichtig weiterarbeitet, kann zusätzlich von der neuen Aktivrente profitieren. Vor jedem Arbeitsvertrag lohnt sich deshalb ein Blick auf die eigene Rentenart, die Regeln unterscheiden sich spürbar.

Ob leichter Minijob, Fahrdienst oder anspruchsvolle Beratung: Was am Ende passt, entscheiden Arbeitszeit, Belastung und Interesse – nicht der Lebenslauf von vor der Rente.