Arbeitgebercheck: So schneidet die Deutsche Bahn ab

Die Deutsche Bahn: Ein riesiges Netzwerk, ohne das unsere Gesellschaft nicht dieselbe wäre und unser Alltag nicht wie gewohnt funktionieren würde. Mit mehr als 300.000 Mitarbeitern und 500 verschiedenen Berufsbildern ist der DB-Konzern einer der wichtigsten Mobilitäts- und Logistikdienstleister und das beliebteste Reise- und Mobilitätsportal Deutschlands.

Die Deutsche Bahn hat eine starke Digitalisierungsstrategie und zielt auch darauf ab, Treiber in der Branche sein. Aber wie sehen eigentlich die Unternehmenswerte aus? Wie findet ein Bewerber den perfekten Job und welche Insider-Tipps gibt es für Interessierte? Gibt es außerdem die Möglichkeit zur Weiterbildung und wie steht es um die Diversität bei der Deutschen Bahn? Wir waren vor Ort und haben diese und noch viele weitere Fragen gestellt, um herauszufinden, ob die Deutsche Bahn den kununu Score von 3,5 auch tatsächlich verdient hat. Unsere Gesprächspartner waren Kerstin Wagner, Leiterin Personalgewinnung bei der DB AG, und Timon Kelter, Software-Architekt bei der DB Netz AG.

Die Arbeitgebersicht

Unternehmenswerte

Werte bei der Deutschen Bahn


„Ganz unter dem Motto ‚Bahn frei für Neues‘ bieten wir ein Arbeitsumfeld, in dem innovative Ideen und Kreativität gefördert werden.“ – Kerstin Wagner, Leiterin Personalgewinnung bei der DB 


Im Unternehmen und in den Teams gilt eine Kultur, die von einem „Kompass für ein starkes Miteinander“ flankiert wird. Dieser entstand im Rahmen der Strategie „Starke Schiene“, an der sich die DB seit Juni 2019 orientiert und die unter anderem einen starken Ausbau der Infrastruktur, Investitionen in Neufahrzeuge und eine große Personaloffensive beinhaltet. Der Kompass mit fünf Prinzipien dient als Leitbild für die Frage, wie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Ziele erreichen.

„Mach es einfach“ ist das erste der Prinzipien. Das bedeutet: „Mache komplizierte Dinge einfacher – mit klaren Verantwortlichkeiten, Prioritäten und guten Standards. Sei wirksam in der Umsetzung.“ Und: „Klartext gewinnt“, heißt soviel wie: „Nutze Fehler und Kritik, um noch besser zu werden – direkt, ehrlich, wertschätzend. Streite respektvoll für gute und schnelle Entscheidungen und stehe hinter dem Ergebnis.“

Unter der Überschrift „Du kannst es“, werden die Mitarbeiter aufgerufen, anderen zu helfen, erfolgreich zu sein und sowohl persönliche Verantwortung und Kompetenzen zu stärken. „Bahn frei für Neues“ steht dafür, schnell zu beenden, was die DB nicht weiterbringt und an frischen Ideen zu basteln. Über allem schwebt dabei der Mehrwert für Kunden. „Ein Team für den Kunden“ geht darauf ein und bekräftigt, dass gemeinsame Arbeit häufig das A und O ist. Es gilt: Egal welcher Beruf im Unternehmen ausgeübt wird, im Fokus steht zu jeder Zeit und in jeder Hinsicht der Kunde.

Verantwortung für Klimaschutz und gesellschaftliche Entwicklungen


„Was Mobilität anbelangt, sind wir das Rückgrat der Gesellschaft.“ – Kerstin Wagner, Leiterin Personalgewinnung bei der DB


Die DB sieht sich auch als Zugpferd der Verkehrswende. Bei der Bahn zu arbeiten trägt positiv zum Schutz unseres Klimas bei. Klimawandel und wachsendes Verkehrsaufkommen führen dazu, dass die Schiene in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen wird. Denn um die Erderwärmung zu begrenzen, ist unter anderem eine massive Verlagerung von Verkehr auf die klimafreundliche Schiene notwendig. Auch dieser wichtige Aspekt ist für die DB-Mitarbeitenden eine große Motivation.

Der DB-Konzern übernimmt auch eine große gesellschaftliche Verantwortung und setzt deutliche Akzente: So zeigen unsere Azubis mit der Initiative „Bahn-Azubis gegen Hass & Gewalt“ mit zahlreichen Projekten eine klare Haltung.  Die „Deutsche Bahn Stiftung“ engagiert sich für die Integration von Menschen am Rande der Gesellschaft und fördert ehrenamtliche Arbeit. Und das Projekt „#DBpacktan“ ist eine bundesweite Aktionswoche, bei der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Tag ihrer Arbeit spenden, indem sie soziale und nachhaltige Projekte in ihrer Stadt und Umgebung unterstützen. Dies sind nur drei Beispiele von vielen.

Bewerben bei der Deutschen Bahn

Das müssen Bewerber mitbringen


„Auf der einen Seite braucht man die Fachkenntnisse, Kompetenzen und auf der anderen Seite muss die Ambition da sein, jeden Tag ein Stückchen besser werden zu wollen.“ – Kerstin Wagner, Leiterin Personalgewinnung bei der DB


Durch die 500 verschiedenen Berufe im Unternehmen ergibt sich selbstverständlich ein buntes Bild an Charaktereigenschaften, Backgrounds und Stärken. Dennoch gibt es gewisse Voraussetzungen, die potenzielle Mitarbeitende des Unternehmens mitbringen müssen. Zum einen zählen dazu natürlich die notwendigen Fachkenntnisse für den jeweiligen Bereich. Zum anderen gehören auch bestimmte Soft-Skills dazu.

Als wichtige Eigenschaften gelten beispielsweise Lernfähigkeit Aufgeschlossenheit und Neugierde. Es geht darum, die Dinge zu hinterfragen und immer einen Blick für Neues zu haben. Zum anderen ist Teamfähigkeit in vielen Jobs ein zentraler Wert. Die Ambition, jeden Tag besser zu werden und Spaß und Freude am Thema Mobilität zu haben, sind maßgeblich und unverzichtbar. Man sucht genau die Leute, die etwas bewegen möchten und das Ziel haben, den Konzern Tag für Tag voranzubringen.

Unkompliziert bewerben


Wir waren mit eigenen Wohnwagen im Rahmen unserer Job-Tour innerhalb von 7 Wochen, in 7 Regionen, an 27 verschiedenen Standorten und haben 8000 Bewerbungsgespräche geführt.“ – Kerstin Wagner, Leiterin Personalgewinnung bei der DB


Natürlich spürt man auch bei der Deutschen Bahn den Fachkräftemangel und merkt, dass der Wettbewerb auf dem Arbeitsmarkt immer stärker und herausfordernder wird. Hier hat sich die DB schon vor Jahren sehr gut positioniert – mit einer Personalgewinnung, die inzwischen 800 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat. Im Zentrum: Einfach und flexible Bewerbungsprozesse, man richtet sich an den Bedürfnissen der Bewerber aus. Die Bewerber sind hier die Kunden. Personalmarketing und Recruiting passen sich ständig veränderten Bedingungen an, um die zahlreichen Zielgruppen mit der richtigen Ansprache und den richtigen Angeboten zu erreichen.

Auch in der Corona-Krise erweist sich diese Strategie als wertvoll: In kürzester Zeit wurde das Recruiting komplett in die virtuelle Welt übertragen, bis zu 6.000 Vorstellungsgespräche pro Monat – durch alle Berufsgruppen hindurch – finden digital statt. Ebenso Info- und Bewerbertage, für interessierte Schüler gibt es „virtuelle Klassenzimmer“, für Fachkräfte und Akademiker Online-Veranstaltungen und Experten-Vorträge.

 

Innovation und Kreativität waren aber schon vor der Pandemie die Leitfäden der Personalgewinnung. Beispiel: Job-Tour 2019. Mit Wohnwagen als Räume für Vorstellungsgespräche ging es sieben Wochen lang durch 27 Städte. 8000 Bewerbungsgespräche wurden dabei geführt, 700 Einstellungszusagen noch vor Ort erteilt. Sinn der Aktion: flexible Bewerbungsprozesse, wirklich auf den Kunden zugehen und die Bewerbung einfach halten.

New Work und Weiterbildung

New Work in einem Konzernumfeld


„Führungskräfte können bei uns die Arbeitszeit bis zu 70 Prozent absenken, die 30 Prozent an das Team verteilen und trotzdem in der Führungsposition bleiben.“ – Kerstin Wagner, Leiterin Personalgewinnung bei der DB


Flexibles Arbeiten oder auch Arbeitszeitmodelle mit allen möglichen Facetten sind Selbstverständlichkeiten. Außerdem gibt es Jobsharing-Modelle oder Sabbaticals in individueller Länge. Ein bedeutender Ansatz im Unternehmen ist außerdem, „die Dinge neu zu denken“ – inhaltlich, aber auch in Formen der Zusammenarbeit. Es gibt eigene Innovationslabore, wo man anders, neu und frisch denken kann, denn genau so entstehen großartige Ideen.

Im operativen Bereich des Unternehmens vertritt man den New-Work-Ansatz genauso wie im strategischen: So wurde in vielen Betrieben das Schichtsystem gemeinsam mit den Mitarbeitenden vor Ort entwickelt. Mit Hilfe dieser „betrieblichen Arbeitszeitprojekte“ kann sichergestellt werden, dass die individuellen Bedürfnisse und Lebenssituationen der Mitarbeitenden mit den konkreten betrieblichen Erfordernissen bestmöglich überein gebracht werden.

Jeder Mitarbeiter, sei es nun der Softwareentwickler oder der Gleisbauer, bekommt ein Tablet und ein Smartphone zur Verfügung gestellt, so dass auch hier die Verbindung zum Konzern in jeder Situation hergestellt werden kann.

 

Weiterbildung auf allen möglichen Ebenen


„Bei der Deutschen Bahn wird Aus- und Weiterbildung sowie Qualifizierung ganz groß geschrieben. Dafür haben wir auch hauseigene Weiterbildungsinstitute.“ – Kerstin Wagner, Leiterin Personalgewinnung bei der DB


Die Bandbreite der Weiterbildungsmöglichkeiten bei der Deutschen Bahn ist unglaublich groß, hier ist für jeden etwas dabei. Verschiedenste Fachseminare, Sprachkurse, Programmierschulungen oder Präsentationstrainings sind nur Beispiele, wie man es schafft, den Mitarbeitern Know-how zu vermitteln, welches wiederum in das Unternehmenserfolgs-Konto fließt. Darüber hinaus gibt es auch eine Menge an freiwilligen Angeboten in Form von „Afterworksessions“ oder anderen Veranstaltungen.

 

Damit Fortbildungen erfolgreich sind, ist die eigene Haltung der Mitarbeiter von großer Bedeutung. So liegt es an den Arbeitnehmern selbst, einerseits offen für die Lerninhalte zu sein und andererseits selbst die Initiative zu ergreifen und sich über die nächsten Schritte der fachlichen oder persönlichen Weiterentwicklung bewusst zu sein. Eine besondere Regelung gibt es für jene Arbeitnehmer, bei denen sich das Berufsbild verändert. Hier hat sich das Unternehmen dazu verpflichtet, den jeweiligen Arbeitnehmern Unterstützung in Form von Weiterbildung anzubieten, was Sicherheit und Stabilität vermittelt.

Vielfalt und Familienfreundlichkeit

Flexibilisierung und Familienfreundlichkeit


„Als moderner Arbeitgeber bieten wir verschiedenste Arbeitszeitmodelle. Die Mitarbeitenden können sogar wählen, ob sie lieber mehr Urlaub, mehr Gehalt oder weniger Arbeitszeit haben wollen.“ –  Kerstin Wagner, Leiterin Personalgewinnung bei der DB


Um auch in Sachen Familienfreundlichkeit zu den besten Arbeitgebern zu gehören, werden bei der Deutschen Bahn zahlreiche Maßnahmen umgesetzt. Zum einen gelten die bereits erwähnten flexiblen Modelle, Homeoffice, Sabbaticals, Teilzeit oder auch Jobsharing.

 

Zum anderen gibt es bei der DB seit einigen Jahren ein Wahlmodell: die Mitarbeitenden entscheiden, ob sie mehr Urlaub, Gehalt oder weniger Arbeitszeit haben wollen. Auch beim Thema Pflege werden Hilfestellungen angeboten, indem eigens Personen vermittelt werden, die hier unterstützend tätig sind – die Gebühren übernimmt die Deutsche Bahn.

Darüber hinaus gibt es unter anderem für die Sommerferien eine tolle Lösung. Das Kinderbetreuungsangebot „RasselBAHNde“ bietet an verschiedenen Standorten ein in der Regel ein sehr gut gebuchtes Kinderferienprogramm an. Für Eltern, die nach der Elternzeit wieder in das Unternehmen zurückkehren, bietet die DB umfangreiche Mentoringangebote.

 

„Diversity of Minds“ als allumfassender Ansatz


„Uns geht es darum, die Diversität der unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven zusammenzubringen.“ – Kerstin Wagner, Leiterin der Personalgewinnung bei der DB


Man versteht unter Diversität nicht nur die Gleichberechtigung von Mann und Frau, sondern viel mehr. Die DB steht für die Vielfalt der Geschlechter, Generationen, ethnischen Herkünfte, Religionen, physischen und psychischen Fähigkeiten, sexuellen Orientierungen und Identitäten, Lern- und Arbeitsstile, Persönlichkeiten, Lebensentwürfe, Kompetenzen, Werte und Erfahrungen. Mit Vielfalt oder Diversität meint das Unternehmen demnach alle Facetten.

Es geht darum, verschiedenste Ansichten zu akzeptieren und zusammenzubringen. Schon bei der Personalgewinnung wird darauf geachtet, divers zu rekrutieren und auch in der Personalentwicklung wird Vielfalt groß geschrieben. Beispielsweise gibt es spezielle Coachings für weibliche Potentialträgerinnen und Führungskräfte. Im Rahmen der konzernweiten Nachfolgeplanung wird sichergestellt, dass möglichst unterschiedliche Kandidatinnen und Kandidaten im Nachbesetzungsprozess von Führungspositionen berücksichtigt werden.

Auch ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter finden bei der DB Jobs – mit ihrer Erfahrung und ihren Fachkenntnissen gelten sie als wichtige Zielgruppe. Es wird deshalb über alle Altersklassen hinweg rekrutiert.

Übrigens auch über alle Länder hinweg: Die DB ist in 110 Ländern vertreten und allein in Deutschland arbeiten Kolleginnen und Kollegen aus 130 Nationen.

 

Im technischen Bereich überwiegt traditionell der Männeranteil. Ein Viertel der Belegschaft ist weiblich – und die DB unternimmt bereits Anstrengungen, damit diese Gruppe größer wird. Für Frauen in Führung wurde erst im Frühjahr 2020 die 30-Prozent-Quote beschlossen. Auch der Frauenanteil in der Belegschaft insgesamt soll erhöht werden.

Das Bekenntnis zu Diversity ist bei der DB übrigens ein wichtiger Bestandteil der Unternehmensstrategie. So finden regelmäßig interne Veranstaltungen und Themenwochen statt, um das Bewusstsein für Vielfalt im Unternehmen zu schärfen. Viele Mitarbeitende engagieren sich außerdem sehr aktiv in den konzernweiten Netzwerken wie „Frauen bei der Bahn“ oder dem LGBTIQ-Netzwerk „railbow“.

Mitarbeiterführung

Transformationale Führung


„Mir persönlich ist es wichtig, im Team eine hierarchieübergreifende und vor allem vertrauensvolle Zusammenarbeit zu leben. Nur so entsteht der Raum für unsere Innovationskraft.“ – Kerstin Wagner, Leiterin Personalgewinnung.


Bei der Deutschen Bahn steht der transformative Führungsstil im Vordergrund. Das bedeutet, dass sich Führungskräfte zum Ziel setzen, ihre Mitarbeiter über Beteiligung an Prozessen wirklich zu begeistern, ihnen Lust und Spaß am Job zu vermitteln und sie in Entscheidungen miteinzubeziehen.

Selbstverständlich kommt es hier immer auf den Kontext an. Manchmal müssen Führungskräfte schnell entscheiden und können nicht das ganze Team einbeziehen. Es gilt aber die grundsätzliche Einstellung, dass man gemeinsam stärker ist und dass dazu die Beziehung zwischen Vorgesetzten und Arbeitnehmern partnerschaftlich gestaltet wird.


Die Arbeitnehmersicht

Auch im Gespräch mit Timon Kelter, Team Lead eines Software-Entwicklungsteams der Digitalen Schiene Deutschland, haben wir einige spannende Insights erfahren, die wir euch nicht vorenthalten möchten.

Bei dem Projekt „Digitale Schiene Deutschland“ geht es darum, eine Automatisierung, Digitalisierung und stärkere Integration des Schienenverkehrs zu erreichen. Ziel ist es, durch weniger menschliche Eingriffe und eine geringere Fehleranfälligkeit sowie eine schnellere Reaktion auf Störungen und eine erhöhte Effizienz zu erreichen.

Unsere Fragen und die Antworten des Mitarbeiters im Überblick.

Bewerbungsprozess

Hast du dich damals genau auf dieses Projekt beworben, an dem du gerade mit deinem Team arbeitest?

„Ja, das war einer der Gründe für mich, hier anzufangen. Die Abläufe im  Schienenverkehr zu verbessern und die bestehende Infrastruktur besser auszunutzen, ist aus meiner Sicht unumgänglich und gleichzeitig auch technologisch gesehen extrem spannend. Ein Teil unserer Projekte baut auf KI-Technologien auf, einem Themengebiet, in dem aktuell auch in der Forschung noch viel passiert. Abgesehen davon habe ich natürlich auch die Motivation, zu gesamtgesellschaftlichen Zielen wie einem umweltfreundlichen Transportwesen beizutragen.“

Welchen Rat würdest du einem Bewerber mitgeben? 

„Im Bewerbungsgespräch sollte man zeigen, dass man dazu bereit ist, kreativ über Lösungen nachzudenken und nicht nur Schema F abzufahren. Wichtig ist, dass man sich also auch in Probleme reindenken und wenn man etwas nicht versteht, gezielt nachfragen kann. Vielleicht selbst im Rahmen eines 10-minütigen Aufgabenszenarios im Bewerbungsgespräch. Wenn man hier merkt, es fällt einem nichts ein, muss man zumindest nachhaken können und Initiative zeigen. Ansonsten sind alle unsere Projekte Teamprojekte, selbstverständlich muss man sich auch in Teams integrieren können und technologisch muss man natürlich auch die notwendigen Qualifikationen mitbringen.“

Arbeitsalltag

Wie sieht der Arbeitsalltag im Entwicklungsteam aus? 

„Wir haben Entwicklungs-Iterationen (Sprints) von zwei Woche Länge. Jeder Sprint startet mit einem Planning, in dem die Aufgaben der nächsten zwei Wochen diskutiert und vergeben werden. An den normalen Arbeitstagen im Sprint findet morgens unser tägliches Stand-Up statt, wo wir synchronisieren, wer woran arbeitet und ob wir uns gegenseitig unterstützen können. Der Sprint endet mit einer Review, wo wir besprechen was erreicht wurde und einer Retrospektive, wo wir unsere Zusammenarbeit reflektieren und an die aktuellen Gegebenheiten anpassen. Ansonsten gibt es immer wieder Konzeptfindungsphasen, in denen wir intern diskutieren, wie wir bestimmte Dinge realisieren.“

Wie agiert ihr als Team? Wie geht ihr mit Konflikten um? 

„Durch unsere häufigen Feedbacks hat man immer die Möglichkeit zu sagen, wenn jemandem etwas fachlich nicht passt oder wenn im Team etwas nicht gut läuft. Es ist auch erwünscht, dass man sich hier frei dazu äußert. Wenn man allen früh genug die Chance gibt, bei Problemen die eigene Meinung bekanntzugeben, entstehen einfach keine großen Konflikte.“

Gehalt, Benefits und Weiterbildung

Bist du mit deinem Gehalt zufrieden und welche Benefits gibt es?

„Ja, das ist ein völlig angemessenes Gehalt. Ich nutze außerdem das Kontingent an Freifahrten für Züge in Deutschland, was die DB Mitarbeitern anbietet. Ansonsten gibt es noch mehrere Möglichkeiten der betrieblichen Altersvorsorge, von denen ich ebenfalls eine nutze. Es gibt noch zahlreiche weitere Benefits wie beispielsweise DB-Firmenräder für den Arbeitsweg. Auch das Jobticket kann man sich finanzieren lassen, man kann damit den Weg zur Arbeit zurücklegen.“

Werdet ihr im Team durch Weiterbildungen unterstützt?

„Ja. Einerseits handelt es sich ja um ein Forschungsprojekt. Von daher haben wir die Möglichkeit und bei Fachkonferenzen über den aktuellen Stand der Forschung zu informieren. Außerdem haben wir auch interne Weiterbildungen, beispielsweise zu Projektmanagement oder auch zu bahnspezifischen Themen und die nutzen wir auch. Es handelt sich hier um keine Ausnahme, Weiterbildungen machen wir wirklich regelmäßig.“

Work-Life-Balance

Wie bewertest du die Balance zwischen Arbeit und Privatleben?

„Die Work-Life-Balance ist gut, muss man sagen. Wir haben ein Tarif-Modell, bei dem wir selbst entscheiden können, ob wir eine begrenzte Anzahl an Urlaubstage gegen Gehalt tauschen möchten. Das ist schon mal ein Pluspunkt, da man flexibel ist, wenn man Urlaubstage benötigt, weil man beispielsweise kleine Kinder oder andere Verpflichtungen hat. Ich würde insgesamt sagen, dass es eine gute Balance zwischen Freizeit und Arbeit gibt und bei uns auch relativ flexible Arbeitszeiten. Wenn man sein Kind morgens zum Kindergarten bringen muss, kann man auch eine halbe Stunde später zur Arbeit kommen, solange die Termine im Team eingehalten werden.“

Was verbindest du mit Bahnfahren? Eher Arbeit oder Freizeit?

„Ich würde sagen 80% Freizeit und 20% Arbeit. An einigen Stellen macht man sich natürlich Gedanken, wie es zu gewissen Szenarien kommt oder was gerade im Ablauf passiert. Aber am Ende des Tages ist es schon mehr Freizeit für mich.“

Herausforderungen und Zukunft

Welche Herausforderungen bringt das Arbeiten in einem so großen Konzern mit sich?

„Als Konzern hat man ungleich mehr Regularien zu erfüllen. Dadurch hat man sicherlich einen Teil weniger Flexibilität als in einem kleinen Start-Up. Andererseits bekommt man auch sehr viele Dinge gestellt, die man sich im Start-Up erst organisieren müsste. Gerade solche Themen wie Cloud-Zugänge beispielsweise. Bei uns ist relativ klar geregelt, welche Cloud-Zugänge man bekommen kann für Forschungsarbeit. Die sind dann aber auch abgesichert und man muss sich weniger Sorgen über Datenschutz und IT-Sicherheit machen.“

Was könnte die Deutsche Bahn als Arbeitgeber noch besser machen?

„Wir sind hier in einer sehr guten Umgebung. Ich bin mit der gesamten Arbeitsumgebung zufrieden. Wir haben ein modernes, neues Gebäude, sind ein junges Team und auch das Projekt ist neu. Von daher habe ich wirklich keinen Grund, mich zu beklagen.“