Zum Inhalt springen

Bekannte Gehälter

René Benko: 6 Milliarden Dollar geschätzt, dann Insolvenz

Veröffentlicht:  15. Oktober 2026, 09:29
2 min
Rene Benko in einem Anzug
Quelle: Getty Images

René Benko wurde am 22. September wegen betrügerischer Krida zu insgesamt 30 Monaten Haft verurteilt. Am 14. Oktober bewilligte das Landesgericht Innsbruck seinen Wechsel in den elektronisch überwachten Hausarrest. Das Urteil war laut ORF zunächst nicht rechtskräftig; für den 4. und 5. November sind weitere Verhandlungstage angesetzt. Noch 2023 schätzte „Forbes“ Benkos Vermögen auf mehrere Milliarden US-Dollar. Das waren Schätzungen, kein ausgewiesenes Bankguthaben.

Benkos Vermögen wurde einst auf sechs Milliarden Dollar geschätzt

Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs führte „Forbes“ Benko als Milliardär. Mitte 2023 wurde sein Vermögen noch auf rund sechs Milliarden Dollar geschätzt. Im November desselben Jahres waren es nur noch 2,8 Milliarden Dollar. Kurz darauf verschwand er von der Milliardärsliste.

Diese Beträge waren allerdings immer Schätzungen. Sie entsprachen weder einem Bankguthaben noch einem Jahreseinkommen, sondern beruhten wesentlich auf Beteiligungen und Immobilienwerten. Mit dem Zusammenbruch der Signa-Gruppe verloren viele dieser Werte ihre Grundlage.

Gläubiger meldeten rund zwei Milliarden Euro Forderungen an

Im März 2024 meldete Benko auch als Einzelunternehmer Insolvenz an. Nach Angaben des österreichischen Gläubigerschutzverbands KSV1870 wurden in seinem persönlichen Verfahren Forderungen von rund zwei Milliarden Euro angemeldet. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese vollständig anerkannt wurden.

Vom ersten Prozess 2025 zum neuen Urteil

Im ersten Prozess im Oktober 2025 wurde Benko zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er 300.000 Euro an seine Mutter verschenkt und das Geld damit seinen Gläubigern entzogen hatte. Der Oberste Gerichtshof bestätigte diesen Schuldspruch im Juli 2026 rechtskräftig.

Einen damaligen Freispruch zur Vorauszahlung von Mietkosten für eine Villa hob der OGH hingegen auf und verwies diesen Teil zurück an das Landesgericht Innsbruck. Im neu aufgerollten Verfahren sagte Benko am 22. September erstmals selbst aus. Er erklärte, Ende 2023 noch an eine Sanierung der Signa-Gruppe geglaubt zu haben.

Das Gericht befand ihn wegen der Mietvorauszahlung von rund 360.000 Euro erneut für schuldig und erhöhte die Gesamtstrafe auf 30 Monate. Vom Vorwurf einer zusätzlichen Gläubigerschädigung durch vorausbezahlte Betriebskosten wurde er freigesprochen. Der ORF berichtete, dass das Urteil über die Mietcausa und die neue Strafhöhe zunächst nicht rechtskräftig war. Benko bestreitet die Vorwürfe.

Blick zurück: Ohne Matura zum Immobilienmilliardär

Benko absolvierte weder eine klassische Berufsausbildung noch ein Studium. Nach dem Reithmanngymnasium besuchte er eine Handelsakademie in Innsbruck, verließ diese jedoch mit 17 Jahren ohne Matura. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er bereits im Umfeld eines befreundeten Baumeisters und sammelte erste Erfahrungen mit Immobilien. Mitte der 1990er-Jahre soll er außerdem Schulungen beim Finanzdienstleister AWD absolviert haben.