Warum Homeoffice Dein Leben nicht besser macht

Das Leben kann so schön sein. Nämlich genau dann, wenn Du Dir zero Gedanken um Dein Business-Outfit machen musst. Wenn selbst „casual“ overdressed ist, und es stattdessen heißt: Pyjama-all-day! Wenn Du dem Snooze-Button endlich die Aufmerksamkeit geben kannst, die er wirklich verdient: in Form von drei, vier, fünf liebevollen „Da geht noch mehr“-Drückern. In Eile bist Du ja sowieso nicht: Vom Bett bis zum Schreibtisch dauerts keine 5 Minuten – selbst wenn Du dabei Purzelbäume schlägst. Und Zähneputzen muss nicht sein. Den Kollegen bleibst Du heute ja sowieso fern. Es ist Homeoffice o’clock!

Auf der Wunschliste: Homeoffice

Eine kununu Auswertung von 55.360 Suchanfragen zeigt, welche Benefits und Möglichkeiten die größte Relevanz für Jobsuchende haben. Wenig überraschend: Weit oben auf die Arbeitnehmer-Wunschliste schafft es der Benefit Homeoffice. 33,6 Prozent der User gieren danach[1]. Das zeigt sich auch bei den kununu Arbeitgeberbewertungen. 5.401 aller Bewertungstexte enthalten das Schlagwort „Homeoffice“.

Homeoffice ist also die dickste Kirsche auf der Benefit-Torte und kann gesehen werden als Konsequenz von technologischen, gesellschaftlichen und demografischen Entwicklungen. Schließlich ist für viele Tätigkeiten im Büro nicht zwingend Deine physische Anwesenheit im Unternehmen erforderlich. Der wegfallende Weg zur Arbeit und die damit eingesparten Zeit-, Geld- und Umweltressourcen sind ebenso starke Argumente fürs Homeoffice. Und so wird neidisch der beäugt, der sich einen Tag ausklinken kann und seinen Arbeitsplatz ins Private verlegt.

Zurück zur Anwesenheitspflicht

Dein Arbeitgeber hält wenig bis gar nichts von Homeoffice? Vielleicht ja besser so. Denn dass die Arbeit im Homeoffice alles andere als entspannt ist, beweist eine neue Studie. Sie zeigt, dass von denjenigen, die regelmäßig im Homeoffice arbeiten, 41 Prozent ihre Arbeit als stressig empfinden[2]. Von ihren Kollegen, die dagegen im festen Büro arbeiten, trafen nur 25 Prozent diese Aussage.

Warum die Heimarbeit direkt mit Stress verbunden wird? Weil die Grenzen zwischen Arbeit und Zuhause immer mehr verschwimmen, womöglich mehr unbezahlte Überstunden geleistet werden, intensiver gearbeitet wird.

Andere Konzentrationskiller: der Postbote, der ausgerechnet dann klingelt, wenn Du so richtig im „Flow“ bist. Plus technische Störungen. Und die vergleichsweise schlechtere Kommunikation mit den Kollegen. All das kostet wertvolle Zeit und führt wiederum zu Mehrarbeit.

Trendwende in Sicht?

Das IT- und Beratungsunternehmen IBM hat sich in den USA gegen Homeoffice ausgesprochen: Der Konzern schafft moderne Arbeitsmöglichkeiten praktisch ab – das jedenfalls berichteten Medien[3]. Demzufolge gilt wieder Anwesenheitspflicht. Heimarbeit war gestern. Nur Nähe schaffe Kreativität.

Eine ähnliche Initiative lief zuvor bei Yahoo. Auch dort wurde vor einigen Jahren das Arbeiten aus dem Homeoffice zuletzt wieder abgeschafft. Ein Schritt, der für manch anderes Unternehmen undenkbar wäre.

Trendwende in Sicht? Nö. Denn diesbezüglich gilt: Einzelfälle ergeben noch keinen Trend. Hierzulande werden in den kommenden Jahren nicht weniger, sondern immer mehr Arbeitnehmer einen Teil ihrer Arbeit von zu Hause aus erledigen. Top, die Wette gilt.

 

Quellen:

[1] kununu.com
[2] zeit.de
[3]
welt.de