Frau geht vor riesiger gelber Wellblechwand

Fifty-fifty? Wie entscheide ich mich bloß zwischen zwei Jobs?

Zugegeben: Wer die Wahl zwischen zwei Job-Angeboten hat, muss sich den Vorwurf eines Luxusproblems gefallen lassen. Sowohl in technischen Berufsfeldern wie in einigen Gesundheits- und Pflegeberufen gibt es aktuell Mitarbeiterengpässe.[1] Für Arbeitnehmer in diesen Bereichen könnte die „Qual der Wahl“ also schon bald bittersüße Realität werden. Da die Job-Wahl aber alles andere als ein Fall für die leichte Schulter ist, gibts hier einen Leitfaden für eine der beneidenswertesten Entscheidungen.

Eines Vorweg: Den berühmten Königsweg gibt es wie auch bei der Frage nach Mr. oder Mrs. Right in Sachen Job nicht. Spätestens am Ende dieses Artikels sollte sich das Entscheidungschaos etwas gelichtet haben.

Zahlen – schwarz auf weiß

Ja, der Mensch ist ein gefühlsbetontes Wesen. Gegen den inneren Konflikt hilft aber nur eines: Zahlen, Daten, Fakten. Keine Angst, profunde Excel-Kenntnisse sind für diesen Lösungsweg nicht nötig. Stift, Papier und Hirnschmalz reichen fürs Erste.

Zuerst werden pro Job vier Spalten benötigt. In die erste Spalte kommen fünf positive Aspekte des Jobs – in Spalte drei jene fünf Aspekte, die negativ auffallen. Egal, ob freundschaftliches Arbeitsklima, Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Karrierechancen oder der Hund im Office – alles was das Arbeitsleben beeinflusst, ist erlaubt.

Anschließend wird jeder Aspekt in Spalte zwei und vier auf einer Skala 1-10 gewichtet und für jede Spalte eine Summe erstellt.

 

Vergleiche nun die positiven wie die negativen Scores. Das Ergebnis spricht im besten Fall eine klare Sprache. Kann keiner der Jobs ein klares Plus verzeichnen, können weitere Aspekte hinzugefügt werden.

5 Fragen, die Du bei der Job-Wahl beantworten solltest

Nicht jeder ist ein Freund des Logischen oder glaubt an die Macht der Zahlen. Das Bauchgefühl ist ebenfalls eine adäquate Möglichkeit, eine Entscheidung dingfest zu machen. Woher dieses Gefühl genau kommt, bleibt meist ungeklärt. Es gibt jedoch 5 Fragen, die Du Dir vor der Entscheidung nochmal stellen solltest, um auf der sicheren Seite zu sein:

Welcher Job bringt Dich Deiner Wunschkarriere einen Schritt näher?

Auch wenn diese Frage einige Schritte vorgreift, ist Perspektive einer der wichtigsten Treiber, im Arbeitsalltag. Motivation kommt eben nicht von ungefähr. Überleg Dir, ob der angebotene Job und die Tätigkeiten auf Deine Karriereziele einzahlen. Ist es der nächste Schritt oder trittst Du auf der Stelle?

Die Benefits welches Arbeitgebers passen besser zu Deinem Lebensstil?

Viele Arbeitgeber prahlen mit einem prall gefüllten Beneftit-Korb. Was auf den ersten Blick wie das Eldorado wirkt, kann sich aber schnell als Mogelpackung entpuppen. Überleg Dir, welche Benefits wirklich einen Mehrwert für Dich haben und welche Dich im Arbeitsalltag entlasten. Und das wichtigste: Welche Benefits nimmst Du wirklich regelmäßig in Anspruch? Fitnesscenter? Really?

Welche Arbeitskultur passt besser zu Deiner Persönlichkeit?

Arbeitskultur … schwierige Frage, was? Versuchs mal hier.

Bei welchem Arbeitgeber kannst Du Dich besser weiterentwickeln?

Stell Dir nochmal die Fragen: Wo bin ich jetzt? Wo will ich hin? Bietet der Arbeitgeber von sich aus Weiterbildungen und ist an der Entwicklung seiner Mitarbeiter interessiert? Fordert Dich Dein zukünftiges Aufgabengebiet oder riecht es verdächtig nach Stagnation?

Mochtest Du die Person, die Du getroffen hast?

Die Sympathie des Gesprächspartners lässt zwar nicht auf die Kollegen schließen, aber Sie ist zumindest ein Indikator dafür, ob Dich das Unternehmen wirklich braucht und wie der Umgangston zwischen den Kollegen ist. 

Immer noch Zweifel?

Wen Du nach langem Hin und Her immer noch von Zweifeln geplagt wirst, brauchst Du schlichtweg noch mehr Informationen. Die Lösung: Bitte Deinen zukünftigen Arbeitgeber um ein zusätzliches Gespräch. Dann gibt es nur eine Devise: Karten auf den Tisch. Erklär, was Dich noch an einer Zusage hindert und spreche Deine Zweifel offen an.

Sind Deine Zweifel nach dem Gespräch endgültig verflogen, gibt’s grünes Licht für die Vertragsunterschrift. Bleibt wieder nur ein mulmiges Gefühl oder wurdest Du halbherzig abgespeist, sind das ebenfalls eindeutige Indizien.

Außerdem ein Pluspunkt: Wer Probleme oder Unsicherheiten offen anspricht, präsentiert seinem zukünftigen Arbeitgeber schon vorweg seine Problemlösungskompetenzen und sammelt Pluspunkte. 

 

[1] statistik.arbeitsagentur.de

 

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