Gegenseitiger Background-Check: Firmen prüfen Bewerber, Bewerber prüfen Arbeitgeber

Der gute Ruf als Arbeitgeber: Wunderwaffe Online-Reputation im War for Talents

Die Unternehmen werden immer kreativer, um die Gunst der Mitarbeiter und die Aufmerksamkeit der Bewerber zu erlangen: In der Büro-Ausstattung sind Tischkicker und Dartscheiben längst Standard, für Absolventenmessen  kommen Messekojen in Form von Raumschiffen zum Einsatz und als Werbemittel gibt es bunte Silikonarmbänder. Und dann gibt es noch einzelne schwarze Schafe, die ihr Engagement als Arbeitgeber negativ ausleben: Diese Firmen reduzieren ihre Mitarbeiter auf die Bezeichnung „Ressourcen“ und versuchen mit Druck deren Arbeitsleistung herauszupressen, bis diese dank Burnout das Handtuch werfen.

Unabhängig davon, welche Richtung ein Unternehmen einschlägt: Es ist der Ruf eines Unternehmens, der ihm vorauseilt und über das weitere Fortkommen entscheidet. Vorbildliche Arbeitgeber haben es verdient, als Top-Betriebe wahrgenommen zu werden. Und verbesserungswürdige Firmen haben keine Chance mehr, ihrer Reputation zu entkommen. Online Employer Branding ist hier das Zauberwort.

Unternehmen bevorzugen Bewerber mit positiver Online-Reputation

Angenommen, Sie stehen vor einer Personalentscheidung und haben zwei gleichwertige Kandidaten zur Auswahl: Beide Bewerber können eine Top-Ausbildung vorweisen, haben in renommierten Unternehmen ihre Berufslaufbahn gestartet und glänzen mit perfekten Skills. Sie nutzen Google für einen Background-Check und entdecken, dass Bewerber A interessante Gastbeiträge zu einem Fachgebiet veröffentlicht hat, erste Kontakte zu Opinion Leaders aus der Branche pflegt und in seinem Blog über seine ehrenamtliche Tätigkeit berichtet. In den Bewerbungsunterlagen weist er aktiv auf Referenzen hin.
Den ersten Eintrag von Kandidat B bekommen sie auf dem Portal einer Online-Tageszeitung zu lesen: Unter seinem Klarnamen hat er mit Kraftausdrücken gespickte Zeilen zu einem Artikel gepostet. Er ist mit einer politisch rechts gesinnten Partei vernetzt und die Bildersuche von Google wirft lediglich wilde Partyfotos aus. Auf ihre Nachfrage zu persönlichen Empfehlungen reagiert der Kandidat eher ablehnend.
Hand aufs Herz: Würden Sie nicht auch Kandidat A den Vorzug geben?

Wie wichtig die Online-Reputation für Bewerber ist, belegen zahlreiche Studien. Aktuelle Ergebnisse liefert die Erhebung „Mein Ruf im Netz – Auswirkungen auf die berufliche Zukunft“ von Safeinternet.at. Fakt für Bewerber: Grobe Patzer am elektronischen Ich führen schnell zu einer Absage.

Bewerber bevorzugen Unternehmen mit gutem Ruf

Das gleiche gilt aber auch für Arbeitgeber: Durch die zunehmende Digitalisierung werden die Unternehmen transparenter. Und so drehen mittlerweile die Bewerber den Spieß um und prüfen einen Betrieb auf Herz und Nieren: Was schreiben Kunden in sozialen Netzwerken, welche Meinung äußern Journalisten zur aktuellen Wirtschaftslage des Unternehmens? Wie wohl fühlen sich die Mitarbeiter in dem Unternehmen? Welchen ersten Eindruck bekommen die Bewerber, wenn sie vor dem Personaler sitzen? Welche Stärken kann das Unternehmen als Arbeitgeber vorweisen? All diese Vielzahl an Informationen nehmen Einfluss auf die Reputation einer Firma und tragen zur Prägung einer Arbeitgebermarke bei.

Eine Online-Befragung von Gfk zeigt auf, dass eine erfolgreich kommunizierte und vor allem authentische Arbeitgebermarke mehr als nur ein „nice to have“ ist. Bewerber machen die Entscheidung für oder gegen ein Unternehmen am häufigsten von den Unternehmenswerten bzw. der Unternehmenskultur abhängig. Der Schlüssel dazu ist Online Employer Branding.

Wunderwaffe Reputation

Was heißt das nun für Sie als Arbeitgeber? Sie müssen sich der Transparenz stellen und Position beziehen. Ein Ignorieren dieser neuen Offenheit ist nicht möglich, vielmehr sollten Firmen die Potentiale für ihre eigenen Zwecke nutzen.

Nachdem bereits jeder 4. User Jobbewertungen liest und die kununu-Bewertungen durch XING und Google omnipräsent sind, liegt es auf der Hand, kununu als HR & Kommunikationskanal aktiv zu nutzen. Das zahlt sich doppelt aus: Denn mit einer Präsenz auf kununu kann ein Unternehmen seine Arbeitgebermarke kommunizieren UND seine Reputation als Arbeitgeber mitgestalten.

Denn wenn ein Betrieb neben den Erfahrungsberichten seiner Mitarbeiter Fotos vom Arbeitsalltag oder eine Beschreibung der Unternehmenskultur veröffentlicht, erhält es eine einzigartige Arbeitgeber-Identität und gestaltet so aktiv seinen Ruf als Arbeitgeber mit. Gleichzeitig wird nach außen signalisiert, dass „man nichts zu verbergen hat“, diese Offenheit hinterlässt beim Bewerber einen positiven Eindruck. Und wenn dann noch zufriedene Mitarbeiter positiv über ihren Brötchengeber berichten und so die Werbetrommel rühren, hat die Firma einen unwiderstehlichen Ruf als Arbeitgeber.

Top-Company Webrepublic: Die Mitarbeiter fühlen sich wohl und loben öffentlich ihren Arbeitgeber (Foto: Webrepublic)

 

Positives Arbeitgeber-Image erfordert harten Einsatz

Doch wie gelingt es, ein positives Arbeitgeber-Image zu erlangen? Und wie können positive kununu-Erfahrungsberichte generiert werden, so dass diese als Trigger die Arbeitgebermarke boosten?

  • Soll man selbst einen Erfahrungsbericht schreiben?
    Klar, eine Bewertung pro Mitarbeiter ist erlaubt. Und umso mehr Meinungen vorhanden sind, desto größer der Einblick in das Unternehmen.
  • Mit Superlativen den Erfahrungsbericht spicken?
    Schön, wenn es stimmt. Aber bitte bei der Wahrheit bleiben, alles andere kommt unweigerlich ans Tageslicht und hat negative Auswirkungen zur Folge.
  • Mit rechtlichen Schritten drohen, damit die unliebsame Bewertung vom Portal verschwindet?
    Keine Chance, kununu hält die Gesetze ein. Erfahrungsberichte, die den strengen Bewertungsregeln entsprechen, bleiben online.

Es hilft nur eines: Ärmel aufkrempeln, Einsatz als Arbeitgeber leisten und die Qualitäten kommunizieren. Denn nur wenn ein Betrieb tatsächlich jene Maßnahmen umsetzt, die seine Mitarbeiter benötigen (hier hilft ein Blick auf die Bewertungen), wird er als guter Arbeitgeber wahrgenommen. Dann bleiben ihm seine Mitarbeiter treu, schreiben gerne positive Bewertungen und werben damit neue Mitarbeiter an. Die Case Studies unserer Kunden liefern dazu schöne Einblicke.

Übrigens: Um sich als Arbeitgeber zu engagieren, ist kein hohes Extrabudget erforderlich. Das Anbieten von flexiblen Arbeitszeiten oder das Ermöglichen von Homeoffice beispielsweise, setzt lediglich den Willen zum Umstrukturieren voraus. Man muss das Ohr am Mitarbeiter und am Bewerber haben, um zu wissen, was diese für ihr Wohlbefinden benötigen. Die Bemühungen zahlen sich jeodch aus: Denn es sind nicht protzige Messekojen auf Karrieremessen, exklusive Hochglanz-Imagefolder, ganzseitige Print-Inserate oder fette Prämien, die die Bewerber anlocken – sondern lediglich der gute Ruf eines Unternehmens.