Arbeitgeber-Kulturen: „Das Glas ist mehr als halb voll“

Analyse von 153.000 Arbeitgeber-Kulturassessments zeigt Unternehmenskulturen im Umbruch.

 

Wien, 20. Oktober 2020. Die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter blicken eher positiv auf die Kultur ihres Unternehmens. Das zeigt eine Analyse von 153.000 auf der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu durchgeführten Kulturassessments für Unternehmen aus dem DACH-Raum. Laut der von dem Beratungsunternehmen NEO Culture durchgeführten Untersuchung weisen 67% der mit den jeweiligen Arbeitgeberkulturen verbundenen Begriffen auf Stärken hin. Eine herausragende Rolle spielt dabei der Blick auf die Kollegen.

Seit 2019 erhebt kununu Kulturdaten aus der Sicht der Mitarbeiter und veröffentlicht diese als „Kulturkompass“ auf den Unternehmensprofilen. Mittlerweile sind rund 200.000 Kulturdaten erfasst, auf einzelnen Profilen sind schon Ergebnisse von mehreren hundert Kulturassessments sichtbar. Für die aktuelle Untersuchung hat NEO Culture Datensätze ausgewertet, die zwischen September 2019 und Mai 2020 erhoben wurden.

 

Kulturunterschiede auf einen Blick erkennen

Den Kulturkompass hat kununu gemeinsam mit dem Wirtschaftspsychologen Prof. Dr. Timo Meinhardt und dem Mathematiker Timm Richter entwickelt, damit Arbeitnehmer auf einen Blick Arbeitskulturen und Kulturunterschiede erkennen können. Als „Kultur“ definieren die beiden Gründer von NEO Culture hierbei die im Arbeitsalltag eines Unternehmens erlebbaren Werthaltungen und erkennbaren Handlungsmuster. Diese unterscheiden sich oft erheblich von den zum Beispiel auf Karrierewebsites proklamierten Unternehmenswerten. Grundlage des Verfahrens sind 160 Wertbegriffe, aus denen die Bewerter jeweils bis zu 40 Begriffe auswählen können, die am besten zu ihren Erfahrungen passen.

 

Mehr Stärken als Schwächen

Jeder der angebotenen Begriffe ist zweifach belegt: Die Begriffe lassen sich sowohl einem zweigeteilten positiv/negativ-Schema zuordnen als auch dem Kriterium traditionell/modern. 67% der mit den jeweiligen Arbeitgeberkulturen verbundenen Begriffe sind der aktuellen Analyse zufolge positiv belegt und weisen auf Stärken von Arbeitgebern hin. „Aus Sicht der Mitarbeiter ist das Glas also mehr als halb voll“, sagt Timm Richter von NEO Culture. „Da bildet der Kulturkompass keine Ausnahme zu den anderen auf kununu abgegebenen Bewertungen“, ergänzt Yenia Zaba, Director Global Communications & Brand bei kununu. Derzeit liegt der Durchschnittsscore auf der Plattform bei 3,4 von 5 möglichen Punkten. Die zwei am häufigsten für den Kulturkompass von Mitarbeitern ausgewählten Begriffe sind „Kollegen helfen“, der von 55% der Kulturassessment-Teilnehmer gewählt wurde und „sich kollegial verhalten“ (48%). „Kollegen sorgen für ein Heimatgefühl in Unternehmen“, sagt Richter. Die zwei am häufigsten gewählten, auf Schwächen in der Kultur hinweisenden Begriffe sind „Mitarbeiter klein halten“ (25%) und „Mitarbeiter über Richtung im Unklaren lassen“ (23%).

 

Traditionelle und moderne Kulturen

Im Schema traditionell/modern unterscheidet die Logik des Kulturkompasses Wertbegriffe, die eher mit „klassischem Arbeiten“ (Maschinenmodell – Funktionieren – Organisation) assoziiert  werden von solchen, die eher für „neues Arbeiten“ (Netzwerkmodell – Entdecken – Interaktion) stehen. „Traditionell“ und „modern“ sind dabei als Kategorien grundsätzlich wertneutral. „Beim Kulturkompass geht es nicht darum, welche Kultur „besser“ ist. Vielmehr soll die Einordnung dabei helfen, dass die passenden Arbeitnehmer und Arbeitgeber zusammen finden“, sagt Zaba.  Begriffe , die auf moderne Arbeitskulturen hinweisen, werden aktuell mit einem Anteil von 53% etwas häufiger gewählt als ihre traditionellen Gegenstücke (47%). „Mischformen von Altem und Neuem sind nach unserer Beobachtung aktuell nicht die Ausnahme, sondern die Regel.  Beide Ausprägungen sind für den Unternehmenserfolg unerlässlich“, kommentiert Richter. „Klassisches Arbeiten“ assoziieren die Bewerber dabei allerdings häufiger mit negativen Begriffen (negativer Anteil von 40%) als „Neues Arbeiten“ (26%).

 

Treiber für Kulturunterschiede

Angestellte in Deutschland, Österreich und der Schweiz nehmen die Kultur bei ihren Arbeitgebern laut NEO Culture kaum unterschiedlich wahr. Entscheidend für Kulturunterschiede sind dagegen die Unternehmensgröße sowie die Branche. So identifizieren zum Beispiel Mitarbeiter von Banken im Vergleich zu Arbeitnehmern aus anderen Branchen überdurchschnittlich oft die Kulturbegriffe „vorsichtig sein“ und „formell und korrekt sein“ mit ihren Unternehmen. In der Internetwirtschaft erleben die Mitarbeiter dagegen in ihrem Berufsalltag stärker die Handlungsmuster „einfach mal machen“ und „schnell sein“.

 

„Unternehmensleitungen und HR-Verantwortliche können den Kulturkompass nutzen, damit sie ein Gefühl dafür bekommen, wie Mitarbeiter auf die Unternehmenskultur blicken. Dieser Blick von außen hilft ihnen auch dabei, sich als Arbeitgeber besser zu verstehen“, sagt Yenia Zaba von kununu. „Das ist ein guter Ausgangs- und Orientierungspunkt, wenn Verantwortliche Unternehmensorganisationen oder Arbeitgebermarken weiterentwickeln und zu einem neuen ‚Soll‘ kommen möchten“, ergänzt Timm Richter von NEO Culture.

 

Über NEO Culture:

NEO Culture hat eine Online-Methode zur Beschreibung von Unternehmenskulturen entwickelt, die auf der kununu Plattform als kununu Kulturkompass im Einsatz ist. Die beiden Gründer, Prof. Dr. Timo Meynhardt von der HHL Leipzig und Timm Richter, unterstützen Unternehmen mit ihrer Online-Kulturdiagnose und weiteren Beratungsleistungen in Fragen des Employer Brandings und der Organisationsentwicklung.

www.neoculture.org

 

Über kununu:

kununu ist eine europaweit führende Arbeitgeber-Bewertungsplattform und der einzige professionelle Anbieter, der ausschließlich auf Arbeitgeberbewertungen und Workplace Insights spezialisiert ist. Bislang haben Mitarbeiter und Jobsuchende auf kununu.com mehr als 4 Millionen authentische Erfahrungsberichte zu verschiedenen Kriterien wie Gehalt, Betriebsklima oder Bewerbungsprozesse hinterlassen. Jobinteressierte finden auf der Plattform daher authentische, detaillierte und ungefilterte Einblicke in die Arbeitswelt. Unternehmen nutzen dieses Feedback, um sich als Arbeitgeber zu entwickeln, ihre Arbeitgebermarke in einem besonders glaubwürdigen Kandidaten-Umfeld zu präsentieren und kontinuierlich den Dialog mit Feedbackgebern und Kandidaten zu führen. kununu ist ein Tochterunternehmen der New Work SE. 140 Mitarbeiter arbeiten in Wien, Boston, Porto sowie Berlin daran, die Arbeitswelt transparenter zu machen.

 

Kontakt:
Dario Wilding
Senior Manager Communications
kununu GmbH
press@kununu.com