Hipster-Faust

Zwischen Krieg und Ehrgeiz – Warum Rivalität im Büro nicht immer schlecht ist

Da sitzt er an seinem Schreibtisch und in dir steigt plötzlich die unbändigbare Lust empor, ihn mit einem klitzekleinen Papierkügelchen abzuschießen. Oder mit dem blitzschnellen Schaumstoffpfeilchen der Nerf-Gun, die in deiner Schreibtischlade ruht. Der Grund dafür? Schon wieder eine Gehaltserhöhung, die der nette Kollege erhielt, aber du nicht. Die Beförderung, die er nach drei Monaten bekam, obwohl du schon drei Jahre darauf hinarbeitest. Die zahllosen Lacher der Kollegen, wenn er die Witze zum Besten gibt, die ursprünglich deine waren. Wie nervenaufreibend eine derartige Rivalität im Team sein kann, hat eine neue Studie gezeigt. Bereits 27% der Deutschen haben schon einmal deswegen ihren Job an den Nagel gehängt. Du spielst auch mit dem Gedanken? Dann solltest du dir jetzt durchlesen, warum ein bisschen Konkurrenzkampf nicht immer schlecht sein muss und wie du vor dem Notausgang „Kündigung“, doch noch die richtige Abzweigung nimmst! [1]

Neidig? Ich doch nicht!

Schlechte Nachrichten vorweg: Zuerst einmal musst du dir überhaupt eingestehen, dass dir etwas nicht ganz passt an deinem Team. Gib es ruhig zu, dass du die gleichen Karrierepläne wie Kollegin Schlaumeier geschmiedet hast und es sich für dich jedes Mal wie ein Schlag in die Magengrube anfühlt, wenn die Ankündigung kommt, dass ein Management-Posten neu besetzt wurde. Natürlich fallen einem dann kleine Anlässe, die zu etwaigen Giftspritzen beitragen können, besonders auf. Deine Fortbildungen sind aktueller, deine Projekte erfolgreicher und auf der Beliebtheitsskala im Büro befindest du dich in Sphären, von denen werte Miss nur zu Träumen wagt. Schlechte Nachricht Nummer zwei: Schluss damit! Auch wenn der Mensch von Natur aus den Trieb besitzt, sich ständig mit anderen vergleichen zu müssen, solltest du dir genau das abgewöhnen. Denn wer suchet, der findet! Das gilt auch für Dinge, auf die man neidisch sein kann.

Wann ist der Feind dein Feind?

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt zur Besserung. Erledigt – und deswegen sind wir auch bei Schritt zwei angelangt: Ein Phantombild des Feindes anlegen. Klingt aufregend? Ist es auch! Denn du darfst in die Tiefen deines Gedächtnisses vorstoßen und grenzenlos stöbern. Wie schaffen es deine Kollegen, vom neuen, unschuldigen Teammitglied zu deinem größten Rivalen zu werden? Widersprechen sie dir grundsätzlich? Versuchen sie, sich regelmäßig in einem besseren Licht darzustellen? Bringen sie ständig bessere Leistungen als du? Reden sie hinter deinem Rücken über dich? Je nachdem, welche Indizien du entdeckst, überlege dir einen genauen Plan, wie du dich auf frischer Tat ertappen kannst, wenn sich eine neue Eifersuchtsattacke anbahnt. Lege dir schlagkräftige Konter zurecht, konzentriere dich auf deine eigenen Projekte und sprich sie darauf an, wenn dir Geläster zu Ohren kommt. Denn nur, wenn du dich nicht dem grenzenlosen Neid hingibst, kannst du weiter deine eigene Spur des Erfolges verfolgen und die positiven Seite von Rivalität im Team aufdecken!

Push me, baby!

Nächster Schritt: Deinen Feind vom normalen Peter Parker zu Spider-Man machen. Bitte, was?! Tja, klingt vielleicht schwierig, ist in Wahrheit aber ganz leicht. Wer nämlich aus seiner Zielscheibe ein Vorbild macht, kann später seine Karriere in die luftigen Höhen des Einsatzgebietes von Spider-Man befördern lassen. Denn genau diese Form des Neids kann dir helfen, aus deinem öden Leben des Peter Parkers auszubrechen und als Ansporn dienen, dich selbst weiterzuentwickeln. Betrachte es als Motivationsfaktor, auch das erreichen zu wollen, was dein Kollege schafft. Gönn deinen Mitarbeitern den Erfolg, denn das macht auch für dich selbst einen guten Eindruck, wenn es das nächste Mal darum geht, ob du befördert werden sollst. Versuche herauszufinden, ob du dieselben Möglichkeiten hast wie dein Vorbild und eruiere, was du dafür tun musst. Schließe dich den kleinen „Erfolgsfeiern“ an und nutze die Zeit, um mit deinem Team zu quatschen und ihnen damit zu zeigen, dass du auch lustig, verständnisvoll oder intelligent sein kannst. Dadurch, dass du deinen Neid akzeptierst und verarbeitest, wirst du selbstbewusster und inspirierst vielleicht auch schon bald selbst andere.

Ergeben oder kämpfen?

Na, was glaubst du? Weder noch! Sage Danke zu deinem ehemaligen Rivalen, dass er dir jetzt so ein gutes Vorbild ist. Danke dafür, dass er dich durch seine Leistungen immer wieder herausgefordert hat und dich zu neuen Spitzenleistungen motiviert hat. Danke dafür, dass dir durch ihn Gegenwind vom Erzfeind nur mehr wie eine leichte Brise erscheint. Und schließlich auch danke dafür, dass er immer ehrlich zu dir war, indem er deine Fehler aufgedeckt hat. Klingt zu großspurig für dich? Dann fang doch einmal klein an und achte darauf, dass du weder auf deine Kollegen herab-, noch allzu sehr aufschaust, sondern mit ihnen ehrlich, transparent und auf Augenhöhe kommunizierst. Statt trotzig zu widersprechen, versuche höflich zu bleiben und wertschätzend Gegenargumente darzulegen. Und zum Schluss ein letzter Rat: Nicht zu Mami petzen gehen! Sprich Probleme lieber offen an und hol dir so vielleicht auch den ein oder anderen Tipp von deinem (zukünftigen) Vorbild.

 

 

Quellen:

[1] arbeitgeber.monster.de

kalaydo.de

blog.instaffo.com