Zum Start des neuen Arbeitsjahres: Dich und Deine Erfolge feiern

Öfter ins Gym, endlich das Projekt abschließen, die Bewerbungsmappe fertig machen: Solche und ähnliche Vorsätze nimmt sich zum Jahreswechsel ja fast jeder vor. Das ist auch gut so, denn wer einen Fahrplan hat, kommt auch leichter und zielgerichteter weiter, privat wie beruflich. Aber eines solltest du bei den ganzen Plänen und Zielen nicht vergessen: den wohlwollenden Blick in den Rückspiegel! Hier fünf Tipps, wieso und wie du dir für das abgelaufene Jahr auf die Schulter klopfen kannst:

1. Erfolge sehen und feiern macht erfolgreich!

Bist Du in den letzten 7 Tagen vor deinem Weihnachtsurlaub von DeineR ChefIn gelobt worden? Bravo, falls ja – dann gehörst Du zu einer Minderheit. Laut einer Gallup-Studie kann das nur jedeR dritte Beschäftigte von sich behaupten. Dabei ist Anerkennung, Lob und Wertschätzung für viele Mitarbeiter das wichtigste Feature an einer Führungskraft überhaupt. Wenn das aber Deine Führungskraft nicht tut – dann solltest Du es selbst tun. Denn Selbstwirksamkeit, das Bewusstsein dafür, dass wir Dinge geregelt bekommen, ist eine enorm wichtige Quelle von Selbstwert und Wohlbefinden. Aber auf Grund der so genannten Negativitätsverzerrung („negativity bias“) nehmen wir Menschen das Gefährliche, Defizitäre, Mangelhafte sowieso stärker, schneller und nachhaltiger wahr als das was gelungen ist und geklappt hat.

Gerade nach einem Jahr, das so anstrengend war, das so viel von uns allen verlangt hat, das so wenige der normalen Erholungsquellen geboten hat, solltest Du mit genauem Blick auf Deine Erfolge, Deine Fortschritte, Deine Tschakka-Momente schauen. Um gestärkt in 2021 starten zu können.

2. Setze die Fortschrittsbrille auf!

Die meisten von uns sind sehr gut darin, Irrtümer, Fehler, Mängel, Defizite genau zu analysieren. Und das ist auch erstmal nicht verkehrt, denn wenn Du weißt, warum Du in welche Löcher gestolpert bist, kannst Du sie künftig besser umgehen. Genauso detailliert solltest Du aber auch Dein Weiterkommen, Deine Erfolge, Deine Fortschritte untersuchen. Denn dann steigt die Wahrscheinlichkeit, dass du sie wiederholen wirst und sie keine Zufallstreffer bleiben.

3. Frag’ dich Vorwärtsfragen!

Hier ein paar Impulse, mit denen du deinen Momenten des Weiterkommens und Dazulernens auf die Spur kommen kannst.

  • Wo bin ich vor einem Jahr gestanden – beruflich und privat?
  • Wo bin ich in den letzten zwölf Monaten weitergekommen? Was kann ich heute, was ich damals noch nicht – so gut – konnte?
  • Was habe ich in diesem Jahr abschließen können?
  • Wer hat außer mir etwas von meinem Weiterkommen, meinen Erfolgen (Kollegen, Partner, Kunden etc.)?
  • Wie können mir diese Erfolge helfen in Situationen, wo es nicht so läuft?
  • Welche meiner Stärken und Kompetenzen haben mir dabei geholfen, dass ich…
  • Wie kann ich diese Stärken im kommenden Jahr noch mehr auf die Straße bringen?
  • Mit wem habe ich so richtig gut zusammenarbeiten können? Wie kann ich diese Zusammenarbeit künftig erweitern und vertiefen?
  • Was hat in diesem Jahr nicht so geklappt, wie ich es mir vorgestellt habe? Was davon liegt an mir, was an Corona, was an sonstigen Umständen?
  • Was lerne ich aus meinen Niederlagen und Enttäuschungen in diesem Jahr? Wofür könnten Sie letztlich mal gut sein?

Vielleicht willst Du diese Fragen ja mit Kollegen oder Deine*r Partner*in teilen?

4. Wofür du dich alles loben könntest:

Wenn du genau genug hinschaust, gibt es doch eigentlich einen Haufen Anlässe, um Weiterkommen, Gelungenes, Erfolg zu feiern – gibs zu! Wie zum Beispiel:

  • gute Ergebnisse
  • okaye Ergebnisse
  • nicht ganz so katastrophale Ergebnisse wie befürchtet
  • Lob, Auszeichnungen oder Komplimente von Kollegen, Führenden, KundInnen, per Mail, per Kudo-Karte, per Flaschenpost, über Social-Media-Likes und und und
  • Projekt erledigt
  • großer Meilenstein im Projekt erledigt
  • kleiner Meilenstein im Projekt erledigt

5. Deine Form des Fortschrittfeierns:

Du weißt jetzt, wozu du auf deine Erfolge schauen solltest. Du hast sicher ein paar Ideen, was du alles feiern könntest. Und jetzt zum Wie. Du kannst Entwicklung, Verbesserung, Voranschreiten feiern, indem du:

  • dich bei den Leuten bedankst, die dich unterstützt haben
  • laut und schrill per Xing oder sonstwas deine Erfolgsmeldung ins Social Media-Universum ballerst
  • still und heimlich und leise für dich dir ein besonderes Gläschen, eine lustige Schund-Serie oder irgendetwas anders gönnst, das dir guttut
  • dir mit Tools wie dem 6 Minuten-Tagebuch (urbestself.de) eine tägliche, wöchentliche oder monatliche Gewohnheit daraus machst, auf Deine Tadaaas zu schauen. Dann gehts mit den ToDos nämlich viel leichter!

Christian Thiele

Als Experte für Positive Leadership hilft Christian Thiele Start-Ups, Mittelständler und Behörden auf dem Weg zu mehr Leistung, Sinnhaftigkeit, Miteinander und Freude bei der Arbeit. Und zwar mit Coachings, Trainings und Vorträgen. Sein Podcast „Positiv Führen“ ist auf allen großen Plattformen zu hören und gehört zu den beliebtesten Wirtschaftspodcasts im deutschsprachigen Raum (positiv-fuehren.com/podcast). Sein Buch „Positiv führen für Dummies“ erscheint demnächst bei Wiley. Als leidenschaftlicher Bergsteiger lebt er mit seiner Familie in Garmisch-Partenkirchen, die ihn meistens recht positiv führt.