Zero Waste am Arbeitsplatz: So klappt's!

Zero Waste am Arbeitsplatz: So klappt’s!

Mikroplastik im Grundwasser, ganze Müllinseln im Meer und Berge von Lebensmitteln, die täglich im Müll landen: Langsam aber sicher wird uns allen bewusst, was wir unserem Planeten eigentlich antun. Immer mehr Menschen versuchen daher bewusster und nachhaltiger zu leben, und setzen mit dem Trend zu Zero Waste, also dem Vermeiden von Müll, ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft. Wie du Zero Waste auch am Arbeitsplatz umsetzen kannst? Wir haben da ein paar Tipps für dich zusammengestellt.

Tausche Kartoffeln gegen Joghurt.

Uff, beim letzten Elternbesuch mal wieder viel zu viel Kuchen eingepackt, und dass du eigentlich keinen Plan hast, wie du das exotische Gemüse vom Wochenmarkt verwerten sollst, ist dir leider auch erst daheim aufgefallen. Weil wir in einer Gesellschaft des Überflusses leben, landen Lebensmittel leider viel zu oft im Müll als auf dem Teller. Kommt dir bekannt vor? Deinen Kollegen bestimmt auch. Fast jeder hat ab und zu Essen zu Hause, das er nicht verwerten kann oder möchte. Warum also nicht eine Tauschbörse mit deinen Kollegen starten? Tausche Kartoffeln gegen Joghurt, oder so ähnlich. Einfach ein Zero-Waste-Fach im Kühlschrank reservieren, deine Kollegen mit ins Boot holen, und schon kann’s losgehen.

Stopp deinen privaten Copyshop.

Auch wenn die Möglichkeit, diverse Kochrezepte, E-Books und Enzyklopädien in der Arbeit “gratis” auszudrucken verlockend ist: Dass du nicht von jedem Unsinn eine Papierversion benötigst, weißt du wahrscheinlich selber. Denn auch wenn Papier wiederverwertet werden kann, kostet das Energie und Wasser. Deinen privaten Copyshop im Unternehmen solltest du also wenn schon nicht deines Jobs zuliebe, dann immerhin im Sinne der Umwelt nochmal überdenken. Ganz Zero Waste geht es dann aber oft trotzdem nicht. Wenn sich ein Ausdruck nicht vermeiden lässt, setze unbedingt ein Häkchen bei “beidseitig drucken”. Du kannst auch Schriftgröße, Zeilen- und Buchstabenabstand deiner Dokumente verringern, um Platz zu sparen. In vielen Arbeitsbereichen sind Ausdrucke unvermeidlich. Den dabei entstehenden Abfall solltest du dabei allerdings nicht zusammen mit Bananenschalen und Cola-Dosen, sondern getrennt sammeln. Nur dann kann das Papier auch ordentlich recycelt werden. Sauber!

Beweise mentale Stärke im Materiallager.

Ordner ohne Macken, unberührte Notizblöcke und Leuchtstifte in allen Regenbogenfarben sorgen bei dir für Herzklopfen und glänzende Augen? Damit bist du nicht allein. Viele Arbeitnehmer greifen beim Besuch im Materiallager gerne mal ordentlich zu. Aber Hand aufs Herz: Wie viele Stifte, Radiergummi und Klebestifte fristen ein Schattendasein in deinem Schreibtisch? Und wie viele Post-its hast du in letzter Zeit wirklich mit wichtigen Infos beschrieben? Während Papier noch relativ haltbar ist, trocknen viele Stifte und Klebematerialien mit der Zeit aus und werden unbrauchbar. Aber auch Schreibblöcke und Co. landen spätestens beim Frühjahrsputz oft ungenutzt im Müll. Sei bei deinem Besuch im Materiallager daher realistisch und nimm nur das mit, was du wirklich brauchst. Tacker und Klebeband kannst du dir auch mit einem Kollegen teilen, und so obendrein Platz sparen. Pro-Tipp: Wenn du die Spitze deines Kugelschreibers nach dem Schreiben mit einem Tuch abwischst, trocknet er nicht so schnell aus.

Bring Rote-Rüben-Carpacchio im Glas mit.

Wenn dein Arbeitsplatz über keine Kantine verfügt, kennst du das Szenario: Aus Bequemlichkeit gibt’s dann wahlweise Curry, Pizza oder ab und zu sogar einen gesunden Salat. Dabei fällt in der Regel jede Menge Müll an, denn die Take-away-Gerichte werden transportgerecht in Plastik, Styropor oder beschichteter Pappe abgepackt. Obendrein gibt’s dann gerne noch in Plastik eingeschweißtes Plastikbesteck und eine nette Plastiktüte, die nur knappe 450 Jahre [1] dafür benötigt, wieder zersetzt zu werden. Vollständig abgebaut werden Mikroplastikpartikel im Übrigen nie. Life in plastic, it’s fantastic? Eher nicht. Der Umwelt und deinem Geldbeutel kannst du daher einen Gefallen tun, indem du dir angewöhnst, schon am Vorabend deine Lunchbox für den nächsten Tag zu packen. Es muss ja nicht immer das labbrige Käsebrot sein. Wie wär’s zum Beispiel mal mit einem Hummus-Kohl-Tahini-Sandwich oder einem Rote-Rüben-Carpacchio, hip verpackt im recycelten Einmachglas? Damit lässt du deinen Kontostand und die Umwelt langfristig aufatmen. Neidische Blicke am Mittagstisch garantiert.

Keine Zeit, Essen vorzubereiten? Die meisten Take-away-Restaurants geben dir deine Portion auch anstandslos in deine eigene Brotdose, wenn du sie darum bittest. Falls dein Arbeitgeber zudem auf Getränke aus Plastikflaschen oder Dosen setzt, kannst du deinen Durst auch mit Wasser aus dem Hahn stillen. Warum so kompliziert, wenn es doch so einfach ginge?

Lass deine Bequemlichkeit nicht als Ausrede gelten.

Schon früh morgens eingepfercht in der U-Bahn schwitzen oder den nervigen Sitznachbarn im Zug zuhören müssen: Zugegeben, die öffentlichen Verkehrsmittel sind kein Jahrmarkt mit Zuckerwatte. Da greift man gerne auf das eigene Auto zurück und nimmt sogar den allmorgendlichen Stau in Kauf. Aber aus reiner Bequemlichkeit täglich Abgase in die Luft pumpen? Jetzt mal ehrlich, so übel ist es in Bus und Bahn nun auch wieder nicht. Mit den richtigen Tricks kannst du’s dir dort sogar richtig schön gemütlich machen. Je nach Wetterlage kannst du auch dein Fahrrad aus den Untiefen des Kellers holen, oder dich zu Fuß auf den Weg machen und dich damit gleichzeitig in Frühlingsform bringen. Ohne Auto kommst du leider nicht an deinen Arbeitsplatz? Dann findet sich per Mail-Aufruf oder am schwarzen Brett vielleicht ein Kollege, der ohnehin in derselben Gegend wohnt. Vielleicht legst du ja den Grundstein für eine Mitfahrbörse an deinem Arbeitsplatz.

Auch, wenn du den Planeten nicht im Alleingang retten und wahrscheinlich nicht direkt von Zero zum Zero Waste Hero avancieren kannst, helfen kleine Gesten am Arbeitsplatz schon dabei, deinen Anteil zu leisten.

 

Wie umweltbewusst ist dein Arbeitgeber?

Quellen:

[1] Umweltbundesamt