Mann sitzt in teurem Auto

XING-Gehaltsstudie: „Nur jeder Zweite ist glücklich mit seinem Gehalt“

Über Geld spricht man nicht? Und ob! Wie Angestellte wirklich über ihre Entlohnung denken, wer was verdient und ab wann die geliebte Work-Life-Balance gegen einen dickeren Gehaltsscheck eingetauscht wird, verrät die aktuelle XING-Gehaltsstudie.

Wir suchen den Sinn des Lebens – auch im Job.

In der Online-Erhebung wurden über 17.000 aktive XING Mitglieder aus Deutschland, mehr als 2.500 Nutzer aus Österreich und der Schweiz zu den Themen Work-Life-Balance und Motivation im Zusammenhang mit Gehalt befragt. Das Ergebnis: Aufstiegschancen und hohe Bezahlungen reichen längst nicht mehr, um Arbeitnehmer langfristig an ein Unternehmen zu binden. Wir streben nach Berufen, die uns auch mental erfüllen und glücklich machen.

So gibt jeder Zehnte der Befragten an, dass er für einen solchen Arbeitsplatz den Job wechseln würde. Jeder Zweite wäre sogar bereit, für eine erfüllende Tätigkeit oder gesellschaftlich verantwortliche Aufgabe auf ein höheres Einkommen zu verzichten. Besonders deutlich wird diese Lebenseinstellung bei der Generation Y: Einem Drittel der 36- bis 45-Jährigen ist der Sinn der zu erledigenden Arbeit wichtiger als ein dicker Gehaltsscheck.

Die Erklärung hierfür scheint simpel: Es ist nicht mehr selbstverständlich, die eigene Freiheit nur für Geld aufzuopfern. Vielmehr wird ein Mantra immer lauter: Lebe deinen Traum. Verschreibe dich nicht einem Bullshitjob, verändere die Welt. Denn wenn du dein Leben schon deinem Beruf opferst, dann aber wenigstens mit ganzem Herzen. Schließlich kann Geld nicht unsere einzige Motivation dafür sein, dass wir uns Tag für Tag viel zu früh in überfüllte U-Bahnen quetschen und weit nach Feierabend mit glasigen Augen an Bildschirmen kleben. Dass wir uns bei der Suche nach dem Sinn im Job daher eher kurzfristig an Arbeitgeber binden, zeigt, dass jeder Zweite der Befragten in den letzten fünf Jahren seinen Arbeitsplatz gewechselt hat – mehr als jeder Zehnte sogar zweimal.

87% der Deutschen nutzen die Chance auf Home-Office.

Doch nicht nur das Warum in unserm Arbeitsleben wandelt sich – auch das Wo. In Österreich haben mehr als die Hälfte der Befragten die Möglichkeit, aus dem Home-Office zur arbeiten, in Deutschland sind es sogar 56% und in der Schweiz satte 62%. Und besonders in Deutschland machen die Mitarbeiter auch von dieser Chance Gebrauch: 87% arbeiten von der heimischen Couch aus. Insgesamt zeigen die Ergebnisse, dass die Tendenz für das Konzept New Work auch weiterhin steigen wird, denn von denen, die noch nicht von Zuhause aus arbeiten dürfen, wünschen sich insgesamt mehr als zwei Drittel den Arbeitstag in den eigenen vier Wänden starten zu können.

Insgesamt ist die Nachfrage nach Home-Office also deutlich gestiegen – obwohl der Arbeit von Zuhause laut dem Professor of Economics an der Stanford University Nicholas Bloom eher ein unverdient schlechter Ruf vorauseilt. Zu verbreitet ist das Klischee von unproduktiven Mitarbeitern, die in Pyjama und Kuschelsocken in den Tag leben, während sich ihre Kollegen in grauen Office-Boxen abmühen. Dabei zeigen Blooms Forschungsergebnisse, dass sich die Mitarbeiterleistung der Angestellten um 13% erhöht, wenn sie von Zuhause aus arbeiten.[1]

Verdienst du mehr als ich?

Und auch wenn wir gelernt haben, dass Geld allein nicht glücklich macht: Finanzielle Sicherheiten machen in jedem Fall weniger Sorgen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir weiterhin unser Einkommen steigern wollen. So zeigt sich in der XING-Gehaltsstudie, dass jeder Zweite mit seinem Gehalt unglücklich ist. In der Schweiz sind die Mitarbeiter noch am ehesten zufrieden, 57% der Befragten finden ihre Bezahlung gerechtfertigt. Bei den restlichen 43% ist die häufigste Ursache für die Unzufriedenheit, dass das Gehalt unter dem Marktdurchschnitt liegt ­– aber auch ein direkter Vergleich mit den Kollegen wird als Grund genannt.

Da aber in vielen Unternehmen kaum konkrete Zahlen aus Gehaltstabellen für die Mitarbeiter öffentlich gemacht werden, basiert dieser Vergleich meist auf Vermutungen. Kein Wunder also, dass sich mehr als 80% der Befragten für mehr Gehaltstransparenz innerhalb der eigenen Organisation aussprechen. Und da wir am liebsten unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen, würden 72% aus Deutschland, 78% aus Österreich und 64% aus der Schweiz gerne ihr eigenes Gehalt bestimmen. Bist du auch der Meinung, dass du eine Gehaltserhöhung verdienst? Dann helfen dir diese Tipps von XING Coach und Karriereberater Christian Richter weiter – wir wünschen dir in jedem Fall viel Erfolg bei deiner nächsten Gehaltsverhandlung.


Über die XING Gehaltszahlen

Die Zahlen beziehen sich auf das von unseren befragten Nutzern angegebene Bruttojahresgehalt inklusive Boni, Weihnachts- und Urlaubsgeld. Alle Gehälter werden in Euro angegeben. Die Ergebnisse dieser Umfrage finden Sie auf den folgenden Seiten.

Über XING

Das führende soziale Netzwerk für berufliche Kontakte im deutschsprachigen Raum begleitet seine Mitglieder durch die Umwälzungsprozesse der Arbeitswelt. In einem Umfeld von Fachkräftemangel, Digitalisierung und Wertewandel unterstützt XING seine mehr als 15 Millionen Mitglieder dabei, Arbeiten und Leben möglichst harmonisch miteinander zu vereinen.


 

 

Quellen

[1] Nicholas Bloom