Auf einem Holztisch liegt ein Macbook Air und darauf eine Lesebrille.

XING für Einsteiger

Lob ist gut, Eigenwerbung besser. Wer auf die höchste Sprosse der Karriereleiter will, der sollte das Einmaleins des Selbstmarketings im Tiefschlaf herunterbeten können. Oberstes Gebot: Hegt und pflegt Euer XING-Profil. Wir zeigen, wie Ihr das Maximum aus der Business-Plattform herausholt. Also Lesebrillen entfetten, zurücklehnen und pauken fürs XING-Diplom.

First things first

Klick, klick, hurra: Das Anlegen eines XING-Profils ist keine große Sache. Name, Mailadresse, Passwort eingeben, dann Häkchen setzen bei Datenschutzbestimmungen und AGB – und schon klappts mit der Registrierung. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Wer auf Extraleistungen zurückgreifen möchte, kann XING-Premiummitglied werden, muss für das Upgrade aber blechen. Im Gegenzug gibts unter anderem erweiterte Suchfilter, eine Statistikauswertung von Profilbesuchern und vereinfachte Möglichkeiten, mit anderen Nutzern in Kontakt zu treten.

Ob nun Standardversion oder der ganz große XING-Auftritt: Nach der Bestätigungsmail gehts ans Eingemachte. Das neue Profil muss gefüttert werden. Auf der Menükarte stehen ein aussagekräftiges Bild, relevante Schlagwörter und die Auflistung beruflicher Stationen. Los gehts:

1. Bitte recht freundlich

Wenig überraschend: Ein Profil mit Foto wird im Durchschnitt häufiger aufgerufen als sein anonymes Pendant. Beim Upload des eigenen Bildes gilt: Bitte so natürlich wie möglich! Ein Lächeln hilft, Seriosität gewinnt. Und was bei Tinder ankommt, hat hier nichts zu suchen. Heißt: Duckface oder den Schlafzimmerblick sollten sich User für das nächste Speed Dating aufsparen. Lasst am besten einen Profi ran. Dem Fotografen gelingt garantiert ein züchtiges Porträt auf neutralem Hintergrund. Die optimale Größe für das neue Profilbild beträgt übrigens 1024 x 1024 Pixel, wobei die Datei bis zu 20 MB groß sein kann.

Noch ein Tipp: Da bei XING das Foto links im Profil steht, solltet Ihr beim Shooting nach rechts blicken – das wirkt stimmiger.

2. Mit den richtigen Schlagworten zum Ziel

Zwei Booster für die eigene Selbstvermarktung: Editiert nun die Felder „Ich biete“ und „Ich suche“. Wer sich zuvor genau überlegt hat, was er kann und wohin er will, dem fällt das Ausfüllen auch nicht schwer.

Im „Ich biete“-Feld lassen sich Kompetenzen und Motivation optimal darstellen. Konzentriert Euch beim Ausfüllen auf Schlagwörter. Kurz, knackig und vor allem einfallsreich sollten sie sein. Ein Negativbeispiel: Das Wörtchen „flexibel“ ist ähnlich überraschend wie Nike’s Air Max auf Berliner Straßen. Soll heißen: Flexibilität listen garantiert 89,99 Prozent aller XING-Nutzer auf – und dabei ist das Adjektiv so dehnbar wie ein ausgeleiertes Gummiband. Auch „teamfähig“, „kommunikationsstark“ und „einsatzbereit“ landen auf der Boring-Liste. Damit hebt Ihr euch kaum von der Masse ab. Dagegen weniger populär und doch viel aussagekräftiger sind da zum Beispiel „aufmerksam“, „erfinderisch“, „mutig“ oder auch „präzise“. Aber bitte ken copy ’n‘ paste! Fühlt Euch inspiriert und findet die Eigenschaften, die Euch wirklich ausmachen.

Wer Bock auf den Neuanfang hat, der sollte genau das im „Ich suche“-Feld signalisieren. Aber Achtung: Wer sich in einem festen Arbeitsverhältnis befindet, der kann mit der Bemerkung „neue Herausforderung erwünscht“ ordentlich auf die Vorderzähne fallen. Verzichten sollten Ihr auch auf Floskeln wie „nette Menschen“. Dagegen gern verwendet: „alte und neue Kontakte“ und „Studienfreunde“.

3. Shine bright: die Berufslaufbahn

Hier tragt Ihr die Stationen Eurer beruflichen Laufbahn ein. Fasst dazu Haupttätigkeiten, Verantwortungsbereiche und Prestigeprojekte zusammen. In den grünen Blasen erscheint dann die jeweilige Dauer, die ihr in Job XYZ tätig wart.

Unser Tipp: Endloses Scrollen langweilt schnell. Bei länger andauernder Berufserfahrung nur die relevantesten Stationen der letzten Jahre auflisten. Weniger als zehn Einträge sind völlig in Ordnung, so lautet die Faustregel.

4. Die tägliche Dosis Vitamin B

Okay, Sherlock. Einsatz ist gefragt. Denn sobald Ihr die entsprechenden Einträge in Eurem Profil hinterlegt habt, kann die Fahndung nach Kollegen und Bekannten starten. Mithilfe der internen Suche wächst die Kontaktliste schnell an. Eine Info für den Hinterkopf: Nicht die Anzahl der bestätigten Kontakte ist entscheidend, sondern deren Qualität. Über die Gruppensuche lassen sich zudem für Euch passende XING-Gruppen identifizieren. Mitglieder profitieren beispielsweise vom Zugriff auf interne Jobboards.

5. Jobsuche leichtgemacht

Apropos Jobs: Der XING-Stellenmarkt bietet eine große Auswahl an Stellenanzeigen im deutschsprachigen Raum. Ob Vorstand oder Student – Tools und Filter führen gezielt zum Traumjob.

Noch ein Hinweis: Sowohl die kununu-Arbeitgeberbewertungen als auch weitere Informationen, die die kununu-Nutzer über das Unternehmen mitgeteilt haben, sind hier schnell ersichtlich.

Und zu guter Letzt

  • Unterzieht Eurem XING-Profil regelmäßig einer Schönheitskur. Heißt: Jobtitel immer aktuell halten. Auf Kontaktanfragen, Nachrichten und Gruppeneinladungen zeitnah reagieren. Alle paar Jahre darfs auch ein neues Profilbild sein.
  • Passt die Privatsphäre-Einstellungen Euren Bedürfnissen an. Wir geben allerdings zu bedenken: Es ist wenig sinnvoll, ein berufliches Profil zu verstecken.