WM am Arbeitsplatz: Wie viel Fußball ist erlaubt?

In wenigen Tagen ist es soweit: Die Fußball-Weltmeisterschaft startet und spätestens dann bricht das WM-Fieber aus. Und die Euphorie macht auch vor dem Arbeitsplatz keinen Halt. Aber darf man Spiele auch während der Arbeitszeit verfolgen? Wie können Tippspiele zum Karriere-Booster werden? Und wie kann man dem ganzen Trubel auch als WM-Muffel etwas abgewinnen? Alles was du zur WM am Arbeitsplatz wissen musst, erfährst du hier.

Stream, Radio oder Live-Ticker – Was ist erlaubt?

Gegen Südkorea spielt Deutschland bei der Fußball-WM um 16.00 Uhr, an einem Mittwoch. Viele Berufstätige sind um diese Zeit noch in der Arbeit. Da stellt sich die Frage: Kann ich das Spiel am Arbeitsplatz anschauen? Oder wenigstens Radio hören? WM-Fans müssen jetzt ganz stark sein: Die Antwort lautet Nein. Denn Fußball schauen ist während der Arbeitszeit grundsätzlich nicht erlaubt. Auch wenn der Live-Stream nur in einem kleinen Fenster am Bildschirm geöffnet ist, kann er von der eigentlichen Arbeit ablenken. „Ich habe ja einen Arbeitsvertrag unterschrieben – und der verpflichtet mich, auch zu arbeiten.“, erklärt Jürgen Markowski, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Arbeitsrecht im Deutschen Anwaltverein. Das Gleiche gilt für Radio-Übertragungen. Und zwar selbst dann, wenn Musik hören sonst kein Problem ist. „Eine Live-Übertragung ist aber was anderes, dabei kann sich eigentlich niemand mehr auf die Arbeit konzentrieren.“, sagt Markowski.[1]

Müssen sich Fußball-Fanatiker also damit abfinden Spiele zu verpassen? Nicht ganz. Ein möglicher Ausweg: Der Live-Ticker in Textform. Denn ist das private Surfen am Arbeitsplatz sonst erlaubt, spricht vermutlich nichts gegen den gelegentlichen Klick auf „Aktualisieren“ – sofern es die Arbeitsleistung nicht beeinträchtigt. Und natürlich kann das WM-Gucken auch ausdrücklich erlaubt sein – etwa per Rundmail vom Chef. Manche Arbeitgeber stellen für die großen Spiele sogar einen Beamer auf. Dann können sie allerdings auch verlangen, dass Mitarbeiter die 90 Minuten nacharbeiten oder dafür zum Beispiel Guthaben vom Arbeitszeitkonto verbrauchen. Zum Glück finden aber immer noch genug Spiele nach Feierabend und am Wochenende statt.

Tippspiel als Karriere-Boost

Wer geht aus der Gruppenphase als Sieger hervor? Und wie schlägt sich Gastgeber Russland? Antworten auf diese Fragen müssen alle beantworten, die sich dem Tippspiel stellen. Und das ist am Arbeitsplatz gar nicht so selten der Fall, zeigt das Ergebnis einer neuen Umfrage.[2] Mehr als jeder vierte Teilnehmer gab an, dass in seinem Büro eine Tippspiel-Runde geplant ist. Ein weiteres Viertel würde sich gerne gemeinsam mit Kollegen an WM-Tippspielen beteiligen. 88 Prozent sagten, dass die WM während der vier Wochen, in denen sie stattfindet, eine wichtige Rolle in den Gesprächen an der Kaffeemaschine, am Schreibtisch oder in der Mittagspause spielt. Knapp 30 Prozent glauben sogar, dass Fußballsachverstand in solchen Gesprächen ein Karriere-Booster sein kann.

Und was machen all jene, die sich für den ganzen Fußballtrubel nicht begeistern können? Das Tippspiel ist auch etwas für WM-Muffel. Denn es kann helfen die sonst nicht-vorhandene Euphorie für das Spiel zu wecken. Glaubt man der Umfrage, werden Ruhm und Ehre überdurchschnittlich oft denjenigen zuteil, die das nicht unbedingt verdienen: Mehr als die Hälfte der Befragten sagt, es räumen regelmäßig diejenigen den Hauptgewinn ab, die am wenigsten Ahnung von Fußball haben.

 

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Quellen:

[1] spielraum.xing.com

[2] Umfrage von Indeed