Vertrauen Mitarbeiter gewinnen

Wie du das Vertrauen deiner Mitarbeiter gewinnst

Gemeinsam und als Team erfolgreich zu sein wird nicht ohne Vertrauen funktionieren. Umso wichtiger ist es als Vorgesetzter, das Vertrauen der Mitarbeiter zu gewinnen und selbst eine vertrauenswürdige Instanz zu sein oder zu werden. Vertrauen ist allerdings keine Einbahnstraße und entsteht nicht automatisch, sondern ist immer ein wechselseitiges Verhältnis. So kannst du übrigens als Mitarbeiter das Vertrauen des Chefs gewinnen. Die Aufgabe einer Führungskraft besteht dennoch darin, den ersten Schritt zu wagen, um zwischenmenschliches Vertrauen zu etablieren. Die Mitarbeiter die sich sicher und wertgeschätzt fühlen, ziehen im besten Fall später nach.

Wie kann es dir nun gelingen, das Vertrauen deiner Mitarbeiter zu gewinnen?

Was den meisten Führungskräften schwerfällt, ist die notwendige Verwundbarkeit zu zeigen, die mit Vertrauensbildung einhergeht. Lässt du dich allerdings darauf ein, beflügelt das entstandene Vertrauen dein Team. Es steigert die Arbeitsleistung der Mitarbeiter, die Identifikation mit dem Unternehmen und strahlt auch nach außen zu Kunden. In einer negativ geprägten Misstrauensumgebung bemühen sich die Mitarbeiter jedoch vor allem darum, nicht unnötig aufzufallen. Der „Dienst nach Vorschrift“ wird durch Überstunden geschmückt, um überdurchschnittliche Leistung zu suggerieren. Vertrauen zu etablieren, um eine Misstrauensumgebung und die negativen Auswirkungen zu vermeiden, ist nicht einfach. Die Basis liefert, wie so oft, offene und transparente Kommunikation und die Möglichkeit für Mitarbeiter, sich an dich als Führungskraft wenden zu können und ernst genommen zu werden. Diese Notwendigkeiten lassen sich in einigen, wesentlichen Punkten zusammenfassen:

Ersetze Kontrolle durch Freiheiten

An diesem Punkt setzt der zuvor beschriebene „Vertrauensvorschuss“ an. Natürlich ist es leichter, das Abteilungsziel zu erreichen, wenn alles durchdacht ist. Möglicherweise führen alte negative Erfahrungen auch dazu, ein gewisses Maß an Kontrolle für nötig zu halten. Allerdings ist die Freiheit des Einzelnen der erste Schritt in ein vertrauensvolles Miteinander. Der Vertrauensvorschuss ist im Grunde eine Form von Geschenk, das deine Mitarbeiter im besten Fall mit guter Arbeit retournieren. Schließlich wollen sie das in sie gelegte Vertrauen auch rechtfertigen.
Vertrauen eröffnet für deine Mitarbeiter die Möglichkeit für selbstständiges Denken und Handeln, sowie eigene Lösungsansätze zu suchen, kreativ zu arbeiten und ihre Expertise voll und ganz einzubringen. Mitarbeiter beginnen sich mit dem Unternehmen zu identifizieren, schließlich widmen sie dem eine Menge Eigenanteil. Wenn doch einmal was schief geht, bietet der Umgang mit Fehlern eine weitere Möglichkeit, wie du Vertrauen im Team etablieren kannst.


„Tolle Atmosphäre und viel Vertrauen“ – Anonyme Arbeitgeberbewertung bei edecy ug


Optimiere den Umgang mit Fehlern und Konsequenzen

Im besten Fall lernen deine Mitarbeiter, dass Fehler eine Chance auf Veränderung und Verbesserung sind und nicht etwa für Existenzangst sorgen. Etabliere ein Evaluationssystem, in dem ihr die Fehler, die Prozesse die dazu geführt haben und mögliche Lösungen genau betrachtet und gemeinsam erarbeitet. Vermeide Finger-pointing auf Mitarbeiter, die die Verantwortung für den Fehler tragen. Übernimm stattdessen die Verantwortung für die Fehlern insofern, als dass es nun deine Aufgabe ist Achtsamkeit zu schaffen und deine Mitarbeiter zu sensibilisieren. Zu einer positiven Fehlerkultur gehört es übrigens auch, dass du deine Fehler zugibst. Übernimm die Verantwortung für dein Handeln und die vollen Konsequenzen, die das nach sich zieht.

Die Balance zwischen konstruktiver Fehlerlösung und konsequentem Handeln ist nicht immer leicht. Sorgt aber dafür, dass deine Mitarbeiter das Gefühl dafür bekommen, dass du ein Auge auf Prozesse hast und im Notfall Rückendeckung leistest. Müssen Konsequenzen gezogen werden, solltest du diese nicht nur ansprechend, sondern auch unmittelbar umsetzen. Der Konnex zwischen Wort und Tat wird deine Vertrauenswürdigkeit stärken.

Handlungen setzen und Abmachungen einhalten

Hier setzt gleich der nächste Punkt an. Deine Mitarbeiter müssen sich darauf verlassen können, dass Abmachungen die ihr gemeinsam getroffen habt, eingehalten werden. Ist es nicht möglich, kommunizierst du das auch genauso und gibst Gründe an, warum du diese Abmachung nicht treffen kannst. Deine Glaubwürdigkeit ist hier der Schlüssel zum Vertrauensaufbau. Nur wenn deine Handlungen und Taten nachvollziehbar sind, übereinstimmen und auch getätigt werden, verdienst du das Vertrauen deiner Mitarbeiter.

Vertrauen entsteht durch Klarheit und Transparenz

Glaubwürdigkeit und damit schlussendlich auch Vertrauen, entsteht vor allem durch Klarheit und Transparenz. Das bedeutet nicht, dass du jede deiner täglichen Aufgaben offenlegen musst. Viel wichtiger ist, dass deine Mitarbeiter deine Werte und Entscheidungsgrundlagen ganz genau kennen. Das bedeutet konkret: Du kommunizierst diese offen und transparent und bist kritischen Gesprächen und Feedback nicht abgeneigt.


„Selbständiges Arbeiten ist sehr geschätzt. Auch Verbesserungsvorschläge und Wünsche werden ernstgenommen.“ – Anonyme Arbeitgeberbewertung bei Beheim International Brands GmbH


Empathie und Gespräche

All die vorherigen Punkte tragen nur dann dazu bei, dass du das Vertrauen deiner Mitarbeiter gewinnst, wenn du dich zuvor um aktive Kommunikation bemühst. Dazu gehört es vor allem, dass deine Mitarbeiter das Gefühl haben, dass sie sich mit Bedenken und Sorgen jederzeit und ernsthaft an dich wenden können.

Dafür ist es nötig, die zuerst angesprochene Verwundbarkeit bis zu einem gewissen Grad zuzulassen. Ihr arbeitet als Menschen zusammen, deshalb darfst du dich auch als solcher präsentieren. Als Mensch mit Fehlern, Emotionen und Bedürfnissen. Natürlich in einem Rahmen, der dir Handlungsfähigkeit ermöglicht. Haben deine Mitarbeiter allerdings den Eindruck, dass sie mit dir als Mensch auf Augenhöhe kommunizieren können und du Verständnis und Empathie für ihre Sorgen mitbringst, etwa weil du bereits ähnliche Erfahrungen gemacht hast, sind sie unweigerlich offener für Lösungsvorschläge und Anpassungen. Ein vertrauensvoller Umgang miteinander, bei dem konstruktive Gespräche und auch private Sorgen Platz haben, sorgt für ein vertrauensvolles und wertschätzendes Miteinander.

Du arbeitest mit Menschen

Schlussendlich muss dir bewusst sein, dass du mit Menschen zusammenarbeitest. Nicht mit Humankapital. Natürlich tragen deine Mitarbeiter zum Unternehmenserfolg bei und natürlich bekommen Geld für ihre Arbeit. Wirklich produktiv und erfolgreich sind sie allerdings nur dann, wenn sie nicht das Gefühl haben, eine austauschbare Personalnummer zu sein. Gesehen zu werden und zwar in ihrer Gänze als Person führt dazu, dass sie in dich als Führungsperson vertrauen setzen können. Weil sie sicher sind, dass du Entscheidungen aufgrund umfassender Informationen triffst und nicht aus einer unreflektierten Emotion heraus.