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Held:innen der Stunde

96 Prozent löschen ehrenamtlich: Was die Feuerwehr im Hitzesommer verdient

Veröffentlicht:  6. August 2026, 08:04
2 min
Feuerwehrleute knien bei einem nächtlichen Einsatz vor einem Löschfahrzeug im Rauch

Deutschlands Feuerwehr ist im Hitzesommer 2026 gefragt wie selten – mit Auslandseinsätzen in Spanien und Frankreich. Doch nur rund vier Prozent der Einsatzkräfte bekommen dafür ein Gehalt. Für die anderen 96 Prozent steht am Monatsende eine andere Zahl: null. Eine Gehaltsauswertung von kununu zeigt, wer überhaupt verdient und wie viel.

Auslandshilfe aus NRW: 56 Kräfte, 21 Fahrzeuge, kein Gehalt

Am Wochenende unterstützte eine spezialisierte Waldbrandeinheit aus Nordrhein-Westfalen in der spanischen Provinz Zamora: 56 Einsatzkräfte und 21 Fahrzeuge, angefordert über das EU-Katastrophenschutzverfahren. In Frankreich gilt der Brand in der Gironde bei Bordeaux, mit 42.000 Hektar der größte des Landes seit 1949, laut Innenminister Laurent Nuñez inzwischen als unter Kontrolle.

Was dieser Job einbringt, fragt dabei kaum jemand.

96 Prozent stehen in keiner Gehaltstabelle

Ende 2023 zählte der Deutsche Feuerwehrverband 39.501 Menschen in den Berufsfeuerwehren, aber 1.028.021 Aktive in den Freiwilligen Feuerwehren. Rechnerisch gehören damit nur 3,7 Prozent aller aktiven Einsatzkräfte zur bezahlten Berufsfeuerwehr, die übrigen 96 Prozent engagieren sich ehrenamtlich. Alle Gehaltsdaten beschreiben also eine hauptberufliche Minderheit.

Drei Feuerwehrmänner im Dunkeln
Nur für einen kleinen Teil der mehr als eine Million aktiven Feuerwehrleute ist es der Hauptberuf, die große Mehrheit engagiert sich ehrenamtlich. Die kununu Daten zeigen, was diejenigen verdienen, die den Einsatz zum Beruf gemacht haben.

Zwischen 33.000 und 81.000 Euro klafft eine große Lücke

Die kununu Gehaltsdaten für Feuerwehrfrauen und Feuerwehrmänner zeichnen für diese Minderheit ein breites Bild:

  • Durchschnittlich 52.000 Euro brutto im Jahr, rund 4.333 Euro im Monat
  • Die Spanne reicht von 33.000 bis 81.000 Euro, der Spitzenwert ist 2,5-mal so hoch
  • Männer kommen im Schnitt auf 52.400 Euro, Frauen auf 46.000 Euro – ein Gehaltsunterschied von rund 12 Prozent

    Grundlage sind 1.379 Gehaltsangaben, Stand August 2026

Vom Ehrenamt in den Beruf führt kein kurzer Weg

Wer Berufsfeuerwehrfrau oder -mann werden will, braucht in der Regel zunächst eine abgeschlossene Berufsausbildung oder ein Studium. Erst danach folgt die feuerwehrtechnische Ausbildung, ergänzt um Lehrgänge für Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Rettungseinsätze. Je nach Bundesland und Laufbahn unterscheiden sich die Voraussetzungen – ebenso wie Besoldung und Zulagen.

Held:innen der Stunde ist eine Zuschreibung, die in diesem Sommer schnell vergeben ist. Auf dem Gehaltszettel schlägt sie sich selten nieder. Was der Dienst einbringt, hängt von Laufbahn, Bundesland und Zulagen ab. Die Einsätze werden länger, heißer und internationaler. Wer sich ihnen stellt, in voller Montur und oft nach dem eigentlichen Arbeitstag, leistet etwas, das sich in keiner Gehaltstabelle abbilden lässt.