Zebra Horde

Warum wir in Teams öfter lügen

Lügen haben kurze Beine, sagt schon ein altes Sprichwort. Eine Studie der Ludwig-Maximilians-Universität in München zeigt jetzt außerdem: Lügen ist sogar ansteckend. Denn wenn Kollegen in einem Team zusammenarbeiten, verhalten sie sich häufiger unehrlich.[1] Warum das so ist und was das für die Arbeitswelt bedeutet, verraten wir dir hier.

Achtung, Ansteckungsgefahr!

Die Haupterkenntnis der Studie: Menschen in Teams lügen öfter als Menschen, die alleine arbeiten. So haben der Studie zufolge 61,5 Prozent der Teilnehmer gelogen, als sie im Rahmen der Untersuchung alleine eine Entscheidung treffen sollten. 86,3 Prozent der Teilnehmer, die sich innerhalb einer Gruppe absprechen konnten, aber jeder für sich entschied, sagten die Unwahrheit. Und sogar 89,7 Prozent der Teilnehmer in Gruppen, die sich zwecks einer Belohnung koordinieren mussten, waren unehrlich.[2]

Feedback als Auslöser

Doch was steckt dahinter? Der Grund für die Unehrlichkeit ist, dass sich die Mitglieder einer Gruppe über ihre Normvorstellungen und die Argumente dafür austauschen, erklären die Leiter der Studie. Es liegt also an der Kommunikation innerhalb der Gruppe. Denn in Teams stimmen die Mitglieder ihre Vorstellungen von Richtig und Falsch aufeinander ab und schaffen so eine Norm, an der sie sich orientieren. Die Studie zeigt zwar, dass sowohl Einzelpersonen als auch Gruppen sehr ähnliche Argumente für Unehrlichkeit einfallen. Nur wird innerhalb der Gruppe Feedback zu den Argumenten für Unehrlichkeit gegeben und so wirken diese überzeugender. Außerdem zeigt die Untersuchung, dass die Teilnehmer eher davon ausgehen, dass andere auch lügen und ihr Verhalten dementsprechend an die Gruppe anpassen.

Folgen für unser Arbeitsleben

Jetzt stellt sich die Frage: Welche Folgen haben diese Erkenntnisse für unser Arbeitsleben? Eine Verschiebung der Moral innerhalb eines Teams führt dazu, dass Unehrlichkeit als ganz normal wahrgenommen wird. Das zeigt sich besonders daran, dass Skandale in der Arbeitswelt oftmals mehr als eine Person betreffen. „Es ist auffallend, dass in den großen Wirtschaftsskandalen meist Gruppen unrecht gehandelt haben“, sagt Lisa Spantig, Laborleiterin und Doktorandin am Lehrstuhl in München. Was bedeutet das für dich? Auch wenn du vielleicht nicht unbedingt kurz davor stehst, einen Steuerbetrug mit deiner ganzen Abteilung zu begehen. Es lohnt sich auch schon im Kleinen den Mut zu haben und auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Denn wie hat Oma schon immer gesagt: Ehrlich währt am längsten!

 

Auf deine Kollegen kannst du dich immer verlassen?

 

Quellen:

[1] uni-muenchen.de

[2] pubsonline.informs.org