Warum sich dein Bewerbungsprozess wie eine Liebesbeziehung anfühlt

Ist dir schon einmal aufgefallen, dass du (außer ihr arbeitet gemeinsam) mehr Zeit in der Arbeit verbringst als mit deiner besseren Hälfte? Und dass du (unabhängig von deinem Beziehungsstatus) einen Großteil der Zeit, in der du wach bist, mit deinen Arbeitskollegen und deinem Boss verbringst? Klingt crazy? Tja, deine Arbeit beeinflusst deine Beziehung, ob du es willst oder nicht.

Wenn du berücksichtigst, dass deine Arbeit so eine große Rolle in deinem Leben spielt, fällt es dir wahrscheinlich etwas leichter zu glauben, dass die Suche nach dem perfekten Arbeitsplatz der Suche nach der großen Liebe ziemlich ähnlich ist. Wie wir auf so etwas Abstruses kommen? Ganz einfach: Angefangen beim Recherchieren über deinen potentiellen Neuen, über die Nervosität vor dem ersten Treffen bis hin zu dem alles entscheidenden ersten Eindruck, findest du viele Gemeinsamkeiten zwischen der Liebe deines Lebens und der Arbeit, für die du einen Großteil deines Lebens opferst. Eines ist aber gewiss – in beiden Fällen hast du es erstmal mit einer ganzen Menge Mangelware zu tun.

Nichtsdestotrotz stellen wir dir heute drei Gründe vor, warum sich dein Bewerbungsprozess wie eine heiße Datingphase anfühlt und mit welchen Flirt-Taktiken du auch deinem zukünftigen Arbeitgeber schöne Augen machen kannst.

1. Der erste Eindruck ist alles, was zählt.

Sind wir einmal ehrlich: Der erste Eindruck entscheidet alles. Eine langweilige erste Nachricht, ein nichtssagendes Profil oder schlechte Manieren lassen deine Chancen gleich mal ganz nach unten rasseln – wie im Liebesleben, so auch in der Bewerbung. Ist dein Lebenslauf ein Desaster und dein Motivationsschreiben alles andere als motivierend, kannst du dir einer Abreibung von dem Personaler deiner Träume gewiss sein. Ganz zu schweigen davon, was passiert, wenn du bei deinem Vorstellungsgespräch unordentlich angezogen bist, zu spät kommst oder auf ein Lächeln vergisst.

Um die Person zu beeindrucken, die über dein Jobglück entscheidet, solltest du ein Bewerbungsschreiben verfassen, das Seinesgleichen erstmal suchen muss und einen maßgeschneiderten Lebenslauf beilegen, der wirklich nur die wichtigen Infos bereit hält. Das zeigt deinem Recruiter nämlich, dass er nicht nur die Nummer X auf der Liste von unzähligen Dates ist, sondern dass du wirklich diesen EINEN Job haben möchtest. Klar, eine derartige Vorbereitung benötigt wesentlich mehr Zeit als bei Tinder nach rechts oder links zu wischen. Aber mit Qualität fährt man bei den Verehrerinnen doch bekanntlich noch immer besser als mit Quantität, oder?

2. Für jeden gibt es bestimmte No-Gos.

Wenn du auf der Suche nach deiner großen Liebe bist, greifst du oft auf alte Angewohnheiten aus deiner Jugendzeit zurück. Eine Liste zu verfassen, wie der absolute Traummann auszusehen hat (oder eben auch nicht) fällt da ebenfalls darunter. Kommt dir bekannt vor?

So blöd es auch klingen mag, aber dasselbe solltest du tun, bevor du dich auf dem Bewerbermarkt in das Getümmel wirfst. Trau dich über deinen zukünftigen Arbeitgeber zu schwärmen und schreibe die Punkte auf, die dich auf Wolke Sieben verpflanzen würden. Funktioniert nicht, schon zu oft enttäuscht in der Vergangenheit? Kein Problem, denn gerade aus solchen Erfahrungen kann man die absoluten No-Gos lernen. Achte bei deinem ersten Interview darauf, wie dein potentieller Arbeitgeber mit deinen Forderungen umgeht, ob er auf deine Bedürfnisse eingeht und wo seine Grenzen sind. Denn wenn du dich für einen Arbeitgeber entscheidest, sollte er nicht nur eine vorübergehende Liebelei sein, sondern ernsthaftes Potential haben, dein Partner für’s Leben zu werden.

3. Du spürst es einfach.

Kennst du das Gefühl, wenn es einfach passt? Wenn du einfach weißt, dass er der Richtige ist? Wenn du losziehst auf die Pirsch, egal ob im Berufsalltag oder im Liebesleben, solltest du dich auf genau jenes Gefühl verlassen. Natürlich macht das noch lange die Recherchearbeit vor dem ersten Treffen nicht wett, aber höre dennoch an erster Stelle auf dein Bauchgefühl. Es ist normal, dass du während einem Vorstellungsgespräch nervös bist, aber wenn du dich in deinem Umfeld von Anfang an nicht wohlfühlst, ist das vielleicht etwas, was dir dein Love-Detektor verraten möchte. Wenn es für dich nicht passt, spürt das auch dein Gegenüber und die Absage in deinem Postfach ist beinahe so fix, wie dass dein Hund den Postboten hasst. Ist es allerdings Liebe auf den ersten Blick, wird das auch deinem Personaler auffallen und er wird dich und deine Fähigkeiten zu schätzen wissen.

Na, haben wir dich überzeugt, dass dein Bewerbungsprozess deinem Liebesleben doch ähnlicher ist als du dachtest? Selbstverständlich sollte das aber keine Aufforderung sein, dich in deinen nächsten Chef zu verlieben. Denn dass das kompliziert wird, ist ja schon einmal vorprogrammiert. Davon abgesehen, verstoßen Liebesbeziehungen zwischen dem Big Boss und seinen Mitarbeitern in vielen Unternehmen gegen die Firmenpolicy. Also pass auf, wem du als nächstes dein Herz schenkst! 😉

 

 

Dieser Artikel erschien zuerst auf Englisch. Das Original findest du hier.