Warum Mitarbeiter kündigen

Warum gute Mitarbeiter kündigen

Besteht dein Team aus einer Reihe hochintelligenter, motivierter und fähiger Arbeitskräfte? Bringen sie durch Wissen und Ehrgeiz euer Unternehmen voran und vertraust du ihnen blind? Das sind gute Nachrichten. Du solltest jedoch nicht den Fehler machen, es bei dieser guten Ausgangssituation zu belassen. Die bislang größte, von XING in Auftrag gegebene, Studie hat herausgefunden, dass sich durchschnittlich jeder Zweite einen Jobwechsel vorstellen kann. Der Verlust von wertvollen Talenten ist dabei für das Unternehmen überaus schlimm. Nicht nur, weil ein geschätztes Teammitglied fehl, auch der Wissensverlust setzt dem Unternehmen zu. Deine Aufgabe ist es unter anderem, den Wissensverlust und damit den Abgang von guten Mitarbeitern in deinem Team so gering wie möglich zu halten. Damit du darin erfolgreich bist, musst du verstehen warum Talente kündigen.

Gründe, warum gute Mitarbeiter kündigen

Im Grunde handelt es sich bei einer Arbeitsbeziehung, wie der Name schon sagt, auch um eine Form Beziehung, die gepflegt werden will. Dabei machen Vorgesetzte und Vorstände allzu oft den Fehler zu glauben, wenn es einmal gut ist, bleibt es das auch für immer. Die Bedürfnisse der Mitarbeiter, die Konzern- oder Unternehmenssituation, Krisen, Krankheit oder auch deine Ansprüche an dein Team können sich jedoch ändern. Die schwierige Aufgabe besteht nur darin, konstant die Balance zwischen Ansprüchen von Mitarbeitern und Unternehmen zu halten. Kümmerst du dich zu stark um die Belange deiner Mitarbeiter, erreichst du die Quartalsziele nicht. Übergehst du die Bedürfnisse deiner Mitarbeiter, erreichst du die Quartalsziele auch nicht, weil dein Team sich verabschiedet, die Arbeit leidet und Talente schließlich kündigen. Schaffst du es zu begreifen, was deine Mitarbeiter brauchen, wirst du es auch schaffen wirklich gute Mitarbeiter langfristig zu halten.

1.Überstunden

In manchen Bereichen werden sich Überstunden nicht vermeiden lassen. Arbeitnehmer sehen sich in dem Zusammenhang sogar immer häufiger mit All-In Verträgen konfrontiert, die genau diesen Bereich zumindest aus Unternehmensseite absichern. Aber gerade hier liegt das Problem. Für ein Projekt Zeit zu investieren und zu wissen, man wird für seine Arbeit entsprechend entlohnt, ist selten ausschlaggebend für eine Kündigung. Problematisch wird es dann, wenn Vorgesetzte die Überstunden nicht mehr angemessen ausgleichen oder sogar anfangen, mit dem Mitarbeiter zu verhandeln. Ihn gar auffordern, die Mehrleistungen nicht einzutragen oder umzuverteilen. Für 68 % der Befragten einer Studie von Rundstedt ist ein fehlender, angemessener Ausgleich der Hauptgrund um ein Unternehmen zu verlassen.

Gibt es in deinem Unternehmen einen transparenten und offenen Überstundenausgleich? Wissen deine Mitarbeiter, was sie für ihre Leistung bekommen?

2. Schlechte Unternehmenskultur und negative Arbeitsatmosphäre

Jedes Unternehmen hat seine ganz eigene Unternehmenskultur. Das hängt mit der Branche, aber auch mit der Geschichte des Unternehmens selbst zusammen. Wie die Unternehmenskultur für deinen Arbeitgeber bewertet wird, erfährst du übrigens hier. Es gibt jedoch einige Grundbausteine, die sowohl in traditionellen als auch modernen Unternehmen eine positive Atmosphäre schaffen, in der sich Mitarbeiter entfalten und produktiv sein können. Dazu gehört eine offene Kommunikationsweise, in der konstruktives Feedback an der Tagesordnung liegt und Probleme offen besprochen werden können. Übrigens etwas, auf das Akademiker besonders viel wert legen. Unter positive Unternehmenskultur fällt auch, dass Leistungen besonders wertgeschätzt werden und dass das Arbeitspensum die Work-Life-Balance nicht beeinflusst. Noch wesentlicher ist allerdings, dass Mitarbeiter das Gefühl haben, mit ihrer Arbeit selbst etwas gestalten zu können. Werden Ideen permanent kleingeredet oder übergangen, wird den Mitarbeitern vermittelt sie sind lediglich dazu da, die Ideen des Vorstandes zum Leben zu erwecken, haben dazu noch Stress und Leistungsdruck, aber keine Handhabe, dürfte die Stimmung fallen und die Wahrscheinlichkeit der Kündigung steigen. Auch als Vorgesetzter ist es nötig manchmal einen Schritt zurück zu treten und den Status Quo von außen zu betrachten. Wie gehe ich aktuell mit meinen Mitarbeitern um? Kann ich noch transparenter werden? Der Punkt an den du nicht denken willst und der dir womöglich Unbehagen bereitet, ist der, den du dir genauer anschauen solltest.

Warum gute Mitarbeiter kündigen

3. Unklare Zukunft

Ein weiterer und absolut tragischer, weil vermeidbarer Grund für den Abgang von wertvollen Mitarbeitern, ist die unklare Zukunft. Im Laufe der Jahre durchlaufen die meisten Mitarbeiter unterschiedliche Rollen und Stellenprofile. Vielleicht sogar welche, für die sie ursprünglich gar nicht eingestellt wurden. Das ist nicht schlimm und kann sogar zum persönlichen Wachstum beitragen. Wird der Mitarbeiter jedoch von Stelle zu Stelle geschoben, ohne konkreten Plan oder ausgearbeitete Stellenbeschreibung, die auf Wünsche und Fähigkeiten des einzelnen eingeht, folgt unweigerlich Frust. Als Führungskraft ist es wichtig klare Rollen zu verteilen und diese explizit zu formulieren. So ist nicht nur dir klar, was du von deinem Mitarbeiter erwarten kannst, sondern auch deinem Mitarbeiter, was er leisten soll und ob er das in der Form noch möchte. Intensive jährliche Mitarbeitergespräche können dabei helfen diese Rollen zu schärfen und zu evaluieren. Bleibt dein Mitarbeiter jedoch zu lange in einer Position und hat sogar das Gefühl, dass Beförderungen nicht aufgrund von Leistung, sondern Willkür getroffen werden, steigt der Frust weiter. Entwickele deshalb auch in diesem Bereich einen transparenten Zugang, der die Bedingungen für eine Beförderung nachvollziehbar machen und verzichte darauf, dich von Sympathie leiten zu lassen. Die Chance neue, wertvolle Talente einzustellen sinkt übrigens auch signifikant, wenn nicht klar ist wo deren Reise hingehen soll. Wer steigt schon in einen Zug ohne Ziel?

Wie du versuchen kannst, gute Mitarbeiter zu halten

Eine kununu Analyse basierend auf 55.360 Suchanfragen zeigt, welche Angebote die größte Relevanz für Jobsuchende haben. Ganz vorne mit dabei: flexible Arbeitszeiten (51 %), gefolgt von Home-Office (33 %). Das zeigt, dass der Fokus mehr und mehr auf den Freizeitaspekt wandert. Arbeitszeiten und Alltagsverpflichtungen müssen harmonieren. Bricht man die wesentlichen und zuvor angesprochenen Punkte herunter, lassen sich einige wertvolle Tips ausmachen, wie das Abwandern von Talenten von kurzer Hand vermieden werden kann:

  • Klare und transparente Stellenausschreibungen, Rollendefinitionen und Entwicklungsmöglichkeiten innerhalb des Teams
  • Transparente Feedbackkultur und konstruktive Problemlösung durch regelmäßige Gespräche
  • Transparente Überstundenvergütung – wer bekommt wann wieviel? Wie sieht der Vergütungsplan überhaupt aus? 
  • Kreation einer positiven und konstruktiven Arbeitsatmosphäre, in der sich Kreativität entfalten kann