Warum es nicht so schlimm ist, in der Gastronomie zu arbeiten – Oder doch?

Unzählige Überstunden, schwierige Kunden und launische Chefs machen die Gastronomie zu einer Branche, in der nur wenige arbeiten möchten. Doch stimmen die Klischees der unchristlichen Arbeitszeiten wirklich noch? Sind die Arbeitsbedingung noch immer so schlecht? Oder waren selbst die geldgierigsten Gastronome durch die Personalnot gezwungen, den einen oder anderen Euro mehr springen zu lassen? Wir wühlen uns für dich durch kununu-Bewertungen und stoßen auf ein eindeutiges Ergebnis – es geht bergauf!

Die Sterne stehen schlecht

Die Anzahl der offenen Stellen wächst enorm, die Bereitschaft in die Gastronomie zu gehen sinkt. Egal wo, den Wirten liegt überall das gleiche Thema am Herzen: Der Personalmangel. Sei es in Thüringen, wo die Existenz unterschiedlicher Lokale am Spiel steht, weil 77 Prozent von ihnen zu wenig Mitarbeiter finden. Sei es in Brandenburg, wo Gastronome im Schnitt 99 Tage benötigen, um eine Stelle neu zu besetzen. Oder sei es im Osten Österreichs, wo beliebte Ausflugsziele am Sonntag zusperren müssen, da sie kein Personal finden. Die Gründe dafür? Weite Strecken bis zur Arbeit, Burnout – Bereitschaft und 24 Stunden Erreichbarkeit als Voraussetzung.(1)

Die Wirklichkeit sieht anders aus

Für die Experten der guten Weine, schmackhaften Gerichte und bunten Cocktails hat dieser Fachkräftemangel jedoch einen extremen Vorteil: Die Arbeitgeber müssen handeln. Abgesehen davon, dass sich Kellner, Koch und Co. mittlerweile selbst aussuchen können, in welcher Gaststätte sie arbeiten möchten, lassen ihre zukünftigen Vorgesetzten auch immer mehr springen. Im Jahr 2016 lag das Durchschnittsgehalt in der Gastronomie noch bei 1732 Euro brutto. Bis 2018 ist der Durchschnittsverdienst allerdings bereits um 10 Prozent gestiegen und liegt jetzt bei 1869 Euro brutto.

Langsam geht es aufwärts

Gehalt ist nicht alles? Sehen wir genauso! Deswegen haben wir uns angeschaut, ob sich der Aufwärtstrend auch auf kununu widerspiegelt und das Ergebnis ist eindeutig – ja! Während beispielsweise McDonalds 2015 noch mit einem kununu-Score von 3,2 Punkten und Bewertungen wie „Vorgesetzte demotivieren immer nur“ zu kämpfen hatte, hat sich ihr kununu-Score mittlerweile auf 3,5 Punkte und das Arbeitsklima zu einem freundschaftlichen Verhältnis mit dem Vorgesetzten und abwechslungsreichen Aufgaben verbessert. Ähnlich geht es bei der beliebten Burgerlokalkette „Hans im Glück“ zu: Im Jahr 2018 freut man sich über Bewertungen wie „Der Arbeitnehmer hat hier alles was sein Herz begehrt“ und einem kununu-Score von 2,6 Punkten. Zwei Jahre zuvor lagen die Durchschnittsbewertungen noch bei 2,0 Punkten und es wurde von Mitarbeitern Kritik wie „es wird überall gespart wo es nur geht“ geäußert.

Luft nach oben

Natürlich freut es uns für jeden, der in der Gastronomie seine Berufung gefunden hat, dass sich die Arbeitsbedingungen langsam verbessern. Doch eines ist uns auch bewusst: In dieser Branche gibt es noch ganz viel Luft nach oben! Denn eine pünktliche Bezahlung, ein respektvolles Miteinander im Team, realistische Aufstiegschancen und kompetente Vorgesetzte findet man leider bei vielen Lokalen noch immer nicht im Tagesmenü!

 

 

Quellen:

(1)focus.dezeit.deprofil.at

(2)gehalt.degehaltsvergleich.com