Warum ein guter Chef sein muss wie Meister Yoda, Oma und Indiana Jones.

Durchsetzungsvermögen, Sozialkompetenzen und Führungs-Know-How: Alles Eigenschaften, die gute Chefs brauchen – genauso wie leere Floskeln und Phrasen, die sich jeder Boss gerne an seine Bürotür pinnt und dann doch nicht einhält. Dabei muss er das gar nicht, denn liebe Chefs, Generation Y und Z wollen etwas Anderes.

Ein Meister und ein Schüler

Entstanden aus Baby-Boom und Fleißarbeit lassen sich die Millennials und Digital Natives unserer Zeit durchs Arbeitsleben treiben, fordern Home-Office und frisches Obst. Gerne als Generation Praktikum betitelt, tingeln die orientierungslosen Freigeister mit Irgendwas mit Medien durch Gleitzeit-Konzepte und Work-Life-Balance. Sie haben ihre Ansprüche an die Arbeitswelt verändert und damit auch keine Lust mehr auf 0815-Chefs.

Anders als ihre bodenständigen Vorreiter, sucht die neue Flut an Anti-Workaholics keinen kompromisslosen Vorgesetzten. Vielmehr sieht sie in ihren Chefs Mentoren, die ihren Schützlingen als Meister Yoda im Kampf gegen Projektaufträge und To-Dos mit Rat und Tat zur Seite stehen und ordentlich Lob verteilen. Denn wer keine soziale Anerkennung erhält, verliert auf Dauer Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Besonders im Job passiert es schnell, dass wir bei unserer Suche nach Wertschätzung verwehrte Bestätigung mit Zurückweisung und Abweisung gleichsetzen und unsere Motivation vollends verpufft.

Oma lässt uns machen

Deswegen wünschen sich die Mitarbeiterfrischlinge bestärkende Worte, wenn sie die nächsten vorsichtigen Schritte ins unsicher Arbeitsterrain der befristeten Verträge und Dumpinggehälter machen. Sie erwarten sich Chefs, die ihnen den Rücken stärken und sie mit einem Du-machst-das-schon-Blick Richtung Karriere schubsen, damit sie die Erfolgsleiter alleine hinauf klettern können.

Im Gegenzug regnet es Bewunderung für Expertise und Erfahrung – schließlich sind unsere Chefs ein bisschen so wie unsere Kindheits-Helden: Omas, die uns nicht nach draußen, sondern ins Bett schicken, wenn wir krank sind. Die uns einreden, dass nicht jeder alles können muss und trotzdem super ist. Und die uns Geld zustecken, damit wir uns was zu Essen kaufen können.

Butter bei die Fische

Klar ist aber natürlich auch, dass wir von unseren Chefs manchmal wollen, dass er eierlegende Wollmilchsau und Alleskönner ist (auch wenn das auf Gegenseitigkeit beruht). Dabei machen unsere Erwartungen einen großen Spagat: Wir wünschen uns Chefs, die uns unsere eigenen Entscheidungen treffen lassen, aber das Kommando dabei behalten. Vorgesetzte, die uns auf Fehler hinweisen, aber dabei nicht besserwisserisch und unnahbar wirken.

Am liebsten hätten wir einen Boss, der unerschrocken wie Indiana Jones jedes Abenteuer mitmacht, dabei seinen Weg ganz genau kennt und tut, was getan werden muss. Aber mal Hand aufs Herz: Dass das nicht immer funktionieren kann wissen wir selber aus eigener Erfahrung.