Vor diesen Herausforderungen stehen erwerbstätige Eltern in der Krise

Die Corona-Krise betrifft jedes einzelne Mitglied unserer Gesellschaft. Sei es nun der Student, die Krankenschwester, der LKW-Fahrer oder die Angestellte im Supermarkt, alle werden tagtäglich von der Pandemie beeinflusst und sind darüber besorgt, was die Zukunft für sie als Individuum bringen wird.

Berufstätige, die noch dazu Kinder haben, tragen nicht nur die Verantwortung für sich selbst, sondern sorgen für ihre Familie und müssen in Zeiten wie diesen besonders stressresistent und organisiert sein. In welche Rollen erwerbstätige Eltern aufgrund der aktuellen Situation täglich schlüpfen müssen und mit welchen Herausforderungen sie konfrontiert sind, erzählen wir hier. Zusätzlich gibt es für Väter und Mütter auch hilfreiche Tipps für die Zeit, in der uns Corona noch begleiten wird.

Arbeitnehmer und Abeitnehmerinnen

In den besten Fällen kann der Job behalten und die Berufstätigkeit fortgesetzt werden – nur im Homeoffice-Setting oder im Unternehmen vor Ort mit besonderen Sicherheitsvorkehrungen. Dazu kommt, dass die Kinder meist aufgrund der Pandemie zuhause bleiben müssen. Trotz der besonderen und herausfordernden Umstände, geben Mütter und Väter auch während der Krise ihr Bestes, um im Job eine gute Leistung zu erbringen und nach wie vor zum Unternehmenserfolg beizutragen. Oft häuft sich durch die Corona-Krise die Arbeit noch mehr als sonst, Geduld im Umgang mit Kunden ist gefragt und Fristen müssen eingehalten werden. Hier liegt es an den Unternehmen, Eltern und andere stärker betroffene Mitarbeiter besonders zu unterstützten und Verständnis zu zeigen, wenn es die Situation nicht zulässt, 100 Prozent zu geben.


„Für Eltern mit Kindern hat man immer Verständnis.“ – Arbeitgeberbewertung bei Schütze AG


Tipps für Eltern:

  • Eine klare Tagesstruktur: Wenn der Tag schon beim Frühstück gemeinsam mit den Kindern geplant und besprochen wird, schafft man eine gewisse Routine. Alle Familienmitglieder wissen, welche Highlights anstehen und wann jeder, der zuhause ist, für sich arbeiten, lernen oder spielen muss. Eltern, die ihre Arbeit nicht von zuhause aus erledigen können, sollten auch in diesem Fall mit den Kindern den Tagesablauf im Detail klären. Das trägt dazu bei, strukturiert und organisiert durch den Tag zu kommen.
  • Definierte Bereiche: Wenn jene Bereiche, wo gearbeitet, gelernt oder gespielt wird, genau definiert werden, bringt das auch eine gewisse Ordnung in den Alltag. Für all jene, die nicht von zuhause arbeiten gilt das selbe. Auch hier sind klare Abgrenzungen zwischen den einzelnen Bereichen, in diesem Fall eben Freizeit und Schule, von hoher Bedeutung.
  • Austausch mit Freunden: Oft hilft es, sich mit Bekannten oder Freunden auszutauschen, um neue Ideen für eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Kinderbetreuung zu gewinnen. Hier gilt es, aktiv auf andere zuzugehen und nachzufragen, wie die Situation derzeit in anderen Haushalten gemanaged wird. 

Lehrer und Lehrerinnen

Auch für Schüler geht der Schulalltag weiter, nur von zuhause aus, wo für gewöhnlich Freizeit angesagt ist. Noch dazu kommt, dass durch die Ausgangsbeschränkungen die notwendige Bewegung zu kurz kommt und es dauert, eine neue Routine einzuführen. Hier sind es die Eltern, die ihr Organisationstalent spielen lassen müssen, unabhängig davon, ob sie von zuhause oder im Unternehmen vor Ort arbeiten. Gemäß einer Studie von Statista sind es 89 Prozent der Befragten, die die Kinder entweder selbst betreuen oder die Betreuung durch Personen aus dem eigenen Haushalt erfolgt.[1] Hilfe bei den Hausaufgaben, Sorgen der Kinder was die Schule betrifft und Abstimmungen mit dem Lehrpersonal stehen am Tagesplan und müssen neben der Arbeit in irgendeiner Art und Weise arrangiert werden. Wer ein Kind im Schulalter hat weiß, dass man als Elternteil hier an Grenzen stößt und plötzlich den Job der Lehrer und Lehrerinnen viel mehr wertschätzen kann.


„Mütter und Väter die keine Betreuungsmöglichkeiten haben werden zum Teil freigestellt.“ – Arbeitgeberbewertung bei Bietigheimer Wohnbau GmbH


Tipps für Eltern:

  • Strukturen schaffen: Wenn es um Hausaufgaben, Videokonferenzen oder die Vorbereitungen auf einen Test geht, ist es wichtig, gemeinsam mit dem Kind strukturiert voranzugehen. Wann werden die Hausaufgaben gemacht und welche Indoor-Freizeitaktivität steht danach an? Je durchstrukturierter man hier vorgeht, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der „Schultag“ in einem Chaos endet.
  • Mit Partner oder Partnerin abwechseln: Gemeinsam mit den Partner sollte eine Vorgehensweise ausgetüftelt werden, die für alle Vorteile bringt. Man könnte sich beispielsweise fixe Tage ausmachen, an denen ein bestimmter Elternteil für schulische Angelegenheiten zuständig ist. 
  • Offen für Hilfe sein: Gibt es im Freundeskreis vielleicht eine Lehrerin oder eine Studentin, die sich besonders gut in dem Fach auskennt, wo das Kind momentan Unterstützung benötigt? Hier könnte man einen Videoanruf vereinbaren, indem diese Person hilft – somit wird das schulische Problem gelöst und das Kind ist für eine gewisse Zeit beschäftigt. 

Köche und Köchinnen

Auch der Lebensmitteleinkauf und die Versorgung der gesamten Familie mit Mahlzeiten übernehmen die Eltern, wenn sie ihren Beruf zwischenzeitlich zuhause ausüben. Arbeitet man im Homeoffice heißt es zu Mittag also: Weg vom Schreibtisch und ab in die Küche, denn die Familienmitglieder sind hungrig. Viele stehen auch hier vor einer Herausforderungen – das ist für viele Mütter und Väter eine gänzlich neue Situation. Für gewöhnlich findet das Mittagessen im Büro mit den Kollegen statt, die Kinder sind gut im Kindergarten oder in der Schule untergebracht. Gekocht wird oft erst am Abend, wenn die Familie versammelt am Tisch sitzt und jeder seinen Arbeitsalltag bereits hinter sich hat.


„Familienfreundlichkeit wird hier großgeschrieben!“ – Arbeitgeberbewertung bei DOKUSCHMIEDE GmbH


Tipps für Eltern:

  • Vorkochen am Abend: Es gibt eine Vielzahl an Gerichten, die bereits am Abend gut vorbereitet werden können. Damit spart man zu Mittag eine Menge an Zeit und kann die Mahlzeit aufwärmen, sobald die Familie hungrig ist. 
  • Einfache Rezepte wählen: Wer für gewöhnlich mit vielen verschiedenen Zutaten umfangreiche Gerichte zubereitet, darf sich in der Krise auch ruhig mal auf einfache Rezepte mit wenigen Zutaten beschränken. Auch damit spart man Aufwand und Zeit. 
  • Lieferservice: Der Lieferservice ist eine gute Lösung, wenn man auf das Kochen gänzlich verzichten möchte. Wie wäre es, die Kinder frei wählen zu lassen, auf welches Gericht sie Lust haben und dann eine Bestellung zu tätigen. Auch das ist mit wenig Aufwand verbunden.

Freizeitgestalter und Freizeitgestalterinnen

Selbstverständlich leidet auch die kreative Freizeitgestaltung unter der Corona-Krise und Eltern müssen innovativ sein, was den Alltag der Kids anbelangt. Die gewöhnlichen Zoo- oder Kino-Besuche fallen aus und auch das Treffen mit den Freunden wird vertagt. Inzwischen gibt es unzählige Beschäftigungsideen für Kinder, darunter Online-Yoga-Stunden, verschiedenste Bastelideen oder auch nette Filme und Serien, die die Kinder unterhalten und Spaß und Freude bereiten. Auch Kuchenbacken, gemeinsam Malen oder Hörbücher sind eine gute Überbrückung für die Zeit bis die Krise wieder vorbei ist.


„Unkomplizierte Absprachen mit Team und Vorgesetzten, wenn es um Lösungen zur besonderen Betreuungssituation von Eltern ging, die nun die Kinder daheim hatten.“ – Arbeitgeberbewertung bei coliquio GmbH


Tipps für Eltern:

  • Abwechslung in den Tag bringen: Natürlich wird es den Kindern schnell langweilig, wenn täglich die gleichen Indoor-Aktivitäten am Programm stehen. Daher gilt: Abwechslung. Je bunter die Freizeit-Tage organisiert sind, desto glücklicher sind die Kinder.
  • Fernsehen darf sein: Viele Serien und Filme sind sehr gut für Kinder geeignet und halten sie beschäftigt. Hier ist es wichtig, passende Sendungen zu wählen, sodass die Kinder dabei auch etwas lernen können. 
  • Aufgaben verteilen: Dass Kinder stets aktiv sind, wissen Eltern nur zu gut. Eine gute Maßnahme ist es, sie mit Aufgaben über den Tag hinweg zu beschäftigen. Vielleicht möchte die Tochter oder der Sohn die Wäsche nach Farben sortieren und in die Waschmaschine geben oder wieder einmal Oma und Opa anrufen und plaudern. 

Seelsorger und Seelsorgerinnen

Eltern leisten in Tagen wie diesen Großartiges. Neben all den bereits erwähnten Rollen, nehmen sie auch die Funktion als Seelsorger ein. Sie sind 24 Stunden am Tag für die Familie verfügbar, hören sich Sorgen an und trocknen Tränen. Und nebenher sind sie auch noch Menschen, wie wir alle. Menschen, die Fehler machen, die an ihre Grenzen stoßen und manchmal auch verzweifelt und überfordert sind. Und genau das ist auch in Ordnung so. Die Zeit, in der Mütter und Väter Momente für sich alleine haben, um sich mit den eigenen Bedürfnissen auseinanderzusetzen oder einfach mal entspannen zu können, kommt derzeit zu kurz. Aber gemeinsam mit viel Hoffnung, einer positiven Denkweise und der gegenseitigen Unterstützung wird auch diese Krise vorbeigehen und der Alltag, so wie wir ihn gewohnt sind, weitergehen.


„Toller und sehr flexibler Umgang mit Eltern und deren derzeitigen Situation.“ – Arbeitgeberbewertung bei Auren


Tipps für Eltern:

  • Dialog führen: Auch wenn der Schlaf derzeit zu kurz kommt und der Alltag kräfteraubend ist, ist es hilfreich, soziale Kontakte zu pflegen und mit Freunden oder Familienmitgliedern in Kontakt zu bleiben. Ein kurzes Telefonat oder ein Videoanruf helfen hierbei schon, um sich nicht alleine zu fühlen, die virtuelle Anwesenheit des anderen zu genießen und Sorgen oder auch Freuden zu teilen.
  • Positiv denken: Wer positiv denkt, bewirkt viel. Auch wenn so eine Denkweise derzeit alles andere als einfach ist – gute Gedanken können so einiges ändern. Einfach mal ausprobieren!
  • Geduldig sein: Auch Geduld ist in Zeiten wie diesen ein Wundermittel. Sei es nun mit den Kollegen, mit der Familie oder den allgemeinen Ausgangsbeschränkungen. Geduldig und zuversichtlich in die zu Zukunft blicken, das ist derzeit die Devise. 

Hannah Reumann

Hannah ist seit März 2020 Mitglied der kununu Redaktion und schreibt Artikel über verschiedene Themen rund um die Arbeitswelt. Sie wohnt in Wien und studiert derzeit berufsbegleitend Marketing- und Salesmanagement im Masterstudiengang.

 

Quelle:

[1] statista.com