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Vom Milliardär zur Insolvenz: Was über René Benkos Vermögen bekannt ist
René Benko ist erneut schuldig gesprochen worden. Das Landesgericht Innsbruck verurteilte den Signa-Gründer am 22. September wegen betrügerischer Krida – vergleichbar mit Bankrott – zu zweieinhalb Jahren Haft. Noch vor wenigen Jahren wurde Benkos Vermögen auf mehrere Milliarden geschätzt. Heute steckt der frühere Immobilieninvestor selbst in einem Insolvenzverfahren.
Benkos Vermögen wurde einst auf sechs Milliarden Dollar geschätzt
Auf dem Höhepunkt seines Erfolgs führte „Forbes“ Benko als Milliardär. Mitte 2023 wurde sein Vermögen noch auf rund sechs Milliarden Dollar geschätzt. Im November desselben Jahres waren es nur noch 2,8 Milliarden Dollar. Kurz darauf verschwand er von der Milliardärsliste.
Diese Beträge waren allerdings immer Schätzungen. Sie entsprachen weder einem Bankguthaben noch einem Jahreseinkommen, sondern beruhten wesentlich auf Beteiligungen und Immobilienwerten. Mit dem Zusammenbruch der Signa-Gruppe verloren viele dieser Werte ihre Grundlage.
Gläubiger meldeten rund zwei Milliarden Euro Forderungen an
Im März 2024 meldete Benko auch als Einzelunternehmer Insolvenz an. Nach Angaben des österreichischen Gläubigerschutzverbands KSV1870 wurden in seinem persönlichen Verfahren Forderungen von rund zwei Milliarden Euro angemeldet. Das bedeutet allerdings nicht, dass diese vollständig anerkannt wurden.
Vom ersten Prozess 2025 zum neuen Urteil
Im ersten Prozess im Oktober 2025 wurde Benko zu zwei Jahren unbedingter Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er 300.000 Euro an seine Mutter verschenkt und das Geld damit seinen Gläubigern entzogen hatte. Der Oberste Gerichtshof bestätigte diesen Schuldspruch im Juli 2026 rechtskräftig.
Einen damaligen Freispruch zur Vorauszahlung von Mietkosten für eine Villa hob der OGH hingegen auf und verwies diesen Teil zurück an das Landesgericht Innsbruck. Im neu aufgerollten Verfahren sagte Benko am 22. September erstmals selbst aus. Er erklärte, Ende 2023 noch an eine Sanierung der Signa-Gruppe geglaubt zu haben.
Das Gericht befand ihn wegen der Mietvorauszahlung von rund 360.000 Euro erneut für schuldig und erhöhte die Gesamtstrafe auf 30 Monate. Vom Vorwurf einer zusätzlichen Gläubigerschädigung durch vorausbezahlte Betriebskosten wurde er freigesprochen. Die Entscheidung über die Mietcausa und die neue Strafhöhe ist noch nicht rechtskräftig. Benko bestreitet die Vorwürfe; seine seit Januar 2025 verbrachte Untersuchungshaft wird auf die Strafe angerechnet.
Blick zurück: Ohne Matura zum Immobilienmilliardär
Benko absolvierte weder eine klassische Berufsausbildung noch ein Studium. Nach dem Reithmanngymnasium besuchte er eine Handelsakademie in Innsbruck, verließ diese jedoch mit 17 Jahren ohne Matura. Zu diesem Zeitpunkt arbeitete er bereits im Umfeld eines befreundeten Baumeisters und sammelte erste Erfahrungen mit Immobilien. Mitte der 1990er-Jahre soll er außerdem Schulungen beim Finanzdienstleister AWD absolviert haben.