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Bekannte Gehälter

Vom Bürojob zum Radstar: So viel kassiert Nils Politt als Pogačar-Helfer

von Dunja R.
Veröffentlicht:  30. Juli 2026, 08:07
2 min
Nahaufnahme eines Rennradfahrers im Trikot und Helm, der mit behandschuhter Hand sein Gesicht berührt.
Foto © Günter Seggebäing, CC BY-SA 3.0

Vier weitere Jahre auf höchstem Gehaltsniveau: Nils Politt hat seinen Vertrag bei UAE Team Emirates-XRG gerade bis Ende 2029 verlängert. Der Kölner hat gerade seine zehnte Tour de France beendet – als Edelhelfer von Tadej Pogačar, der am Sonntag seinen fünften Toursieg holte, und als amtierender deutscher Zeitfahrmeister. Was viele nicht wissen: Bevor er zum Klassikerspezialisten wurde, hat er einen ganz anderen Beruf gelernt.

Vom Ausbildungsbüro ins WorldTour-Peloton

Der Kölner fährt seit 2017 regelmäßig bei der Tour de France mit, gewann 2021 eine Etappe und wurde 2019 Zweiter bei Paris-Roubaix. Bei UAE Team Emirates-XRG gehört er zu den wichtigsten Helfern von Tadej Pogačar, der ihn liebevoll „meine Giraffe“ nennt. In dieser Rolle war Politt auch bei der Tour 2026 nicht auf Etappensiege ausgerichtet, sondern auf Windschatten, Wasserflaschen und Attackenabwehr für seinen Kapitän. Und das mit Erfolg: Pogačar gewann souverän mit 6:26 Minuten Vorsprung vor Remco Evenepoel, UAE holte zusätzlich die Mannschaftswertung.

Und das, obwohl seine Karriere ganz anders begann als bei vielen Teamkollegen: Politt hat eine klassische duale Ausbildung zum Speditionskaufmann abgeschlossen, bevor er sich ganz dem Radsport widmete.

Gruppe von Rennradfahrern mit Helmen fährt dicht hintereinander auf einer von Bäumen gesäumten Straße.
Harter Weg, noch härterer Aufstieg: Nils Politt hat sich sein Gehalt von 660.000 Euro in zehn Jahren Profisport erkämpft.

660.000 Euro Jahresgehalt, aber kaum Preisgeld

Gehälter von Radprofis werden in der Regel nicht veröffentlicht, Schätzungen zufolge kommt Politt als erfahrener WorldTour-Fahrer bei UAE Team Emirates-XRG jedoch auf rund 660.000 Euro pro Jahr. Das entspricht etwa 55.000 Euro im Monat.

Anders als vielleicht erwartet, stammt der Großteil seines Einkommens nicht aus Preisgeldern. Als Helfer für Pogačar gewinnt Politt selbst kaum Etappen oder Klassements, und das Preisgeld, das das Team bei der Tour einsammelt, wird intern zwischen Fahrer:innen und Betreuer:innen aufgeteilt.

Zum Vergleich: Ein Paris-Roubaix-Podium bringt rund 15.000 Euro Preisgeld, bei 660.000 Euro Jahresgehalt sind das rund 2,3 Prozent seines Einkommens. Sein fester Teamvertrag ist damit deutlich wichtiger für sein Einkommen als jede einzelne Etappe.

Politts Alternativ-Karriere: 41.400 Euro als Speditionskaufmann

Politt ist inzwischen seit 2013 im Profi-Radsport, hätte er stattdessen seine kaufmännische Karriere weiterverfolgt, wäre er längst am oberen Ende der Gehaltsspanne angekommen. Doch selbst das obere Viertel der Speditionskaufleute in Deutschland kommt auf rund 59.400 Euro im Jahr. Damit wäre Politts heutiges Monatsgehalt bei UAE Team Emirates-XRG immer noch fast das Ganzjahresgehalt eines gut verdienenden Speditionskaufmanns.

Anders formuliert: Zwei bis drei Wochen als Pogačar-Helfer bringen Politt heute das, wofür sein früherer Beruf ein ganzes Jahr Vollzeit-Arbeit erfordert.

Zwei Berufe, zwei Welten

Der Sprung ist nicht nur finanziell: Während Speditionskaufleute Warentransporte planen und disponieren, arbeitet Politt bei Tempo, Wind und Hitze für die Erfolge eines anderen. Dass das an die Substanz geht, machte er selbst in einem ARD-Interview nach der 4. Etappe deutlich: „Weiß nicht, ob das noch gut ist für den Körper.“ Beide Berufe brauchen Organisationstalent, Nerven und Verlässlichkeit, nur die Karrierekurven verlaufen sehr unterschiedlich.