Blaues Haus auf einer Klippe.

Ungewöhnliche Orte für ein Bewerbungsgespräch

Du wurdest zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen? Gratulation! Jetzt solltest du dich genauer über den Arbeitgeber informieren, dir Fragen zu deinem zukünftigen Aufgabengebiet überlegen und im Idealfall bereitest du dich auch noch auf fiese Fangfragen vor. Was für ein Glück, dass du dir keine Sorgen um den Bewerbungsort machen musst. Wird ja logischerweise in einem Bürozimmer des Unternehmens stattfinden … oder doch nicht?

Was, wenn dich dein potenzieller Arbeitgeber zum Sporttraining einlädt? Ganz nach dem Motto: Jobinterview mal anders, Jobinterview woanders. Während sich einige Unternehmen für die strenge, fast wissenschaftliche Herangehensweise an die Befragung aussprechen, gehen andere ganz anders vor. Wir präsentieren 4 ungewöhnliche Orte für ein Bewerbungsgespräch und was es damit auf sich hat.

#1 Ab ins Fitness-Studio!

Anstelle von traditionellen Vorstellungsgesprächen einfach mal Sport treiben? Nein, das haben wir uns nicht ausgedacht. Einige Bosse lassen ihre Bewerber zum Sporttraining einlaufen, um zu erfahren, wie die Kandidaten in bestimmten Situationen reagieren.[1]  Die Personaler wollen beispielsweise herausfinden, wie sich ein Kandidat verhält, wenn ein Gerät länger besetzt ist, man aber nicht viel Zeit hat, bevor man das Training beenden muss. Da bringt dich das Vorstellungsgespräch wortwörtlich ins Schwitzen … Egal, wo ein Gespräch abgehalten wird: Entscheidend ist immer, dass man es schafft, eine Beziehung zu seinem Gegenüber aufzubauen. Außer den üblichen Gesprächsinhalten wie etwa Berufserfahrung ist im Fitness-Studio stärker als sonst die Fähigkeit zum Smalltalk gefragt.

#2 Und alle lauschen im Großraumbüro

Den Kandidaten in einer abgeschirmten Büroecke zu interviewen – uncool, finden die Kollegen von richtiggutbewerben GmbH. Das Start-Up lädt immer zu Vorstellungsgesprächen in ihrem Großraumbüro ein, damit jeder Mitarbeiter das komplette Vorstellungsgespräch mit einem Ohr belauschen kann. Denn nicht nur die harten Fakten wie Abschluss oder Qualifikationen zählen im Bewerbungsgespräch, sondern auch die Soft Skills spielen eine wichtige Rolle. Am Ende entscheidet nämlich das Team gemeinsam, ob der Kandidat eingestellt werden soll oder nicht.[2] Schließlich müssen die neuen Kollegen in die Team-Kultur passen. Richtig so!

#3 Herr Ober, einen neuen Job bitte!

Es kann schon mal vorkommen, dass der Personaler beschließt, den Termin kurzerhand in ein Restaurant oder gar in die Betriebskantine zu verlegen. Was, wenn dich dein Gegenüber zum Interview in die nächste Sushi-Bar führt? [3] Ganz wichtig: Stress dich nicht und bleibe locker. Der Personaler beißt nicht, selbst wenn er großen Hunger hat. Also kein Grund nervös zu sein.

Tischmanieren und gutes Benehmen sind das A und O, egal ob im feinen Restaurant oder auch in der Büroküche. Schmatz, schmatz, schmatz – auch wenn das Essen super lecker ist, solltest du dir nicht das zehnte Stück Brot im den Mund stopfen. Was steckt hinter dem Ortswechsel? Wer gemeinsam mit dem mutmaßlichen Chef in spe in den Brotkorb greift, offenbart in der Regel mehr Facetten seines Charakters als bei einem Standardgespräch mit Personalleitern. Der Vorteil bei solchen Situationen ist, den Bewerber auf einer persönlichen Ebene kennenzulernen.

#4 Per SMS aus dem Bett, aus dem Bus oder der Bahn

Einfach aus dem Bett oder in der Warteschlange im Supermarkt: Die Plattform namens Canvas ermöglich Textinterviews zwischen Unternehmen und Kandidaten. Die Bewerber haben so die Möglichkeit detaillierte Fragen über die Aufgaben oder die Arbeitszeiten zu stellen. Wenn ein Kandidat beispielsweise mehr über die Benefits im Unternehmen wissen möchte, erhält er automatisch einen Link zu weiteren Informationen, und dann können die Personalvermittler sehen, ob der Kandidat diesen Link geöffnet hat. Canvas CEO Aman Brar behauptet, dass Text-Interviews die Wahrscheinlichkeit von impliziter Voreingenommenheit im Einstellungsprozess verringern können.  [3] Tipp, tipp, tipp … Mit einer SMS ins Herz des Personalers. Das nennen wir mal eine Bewerbungssituation, die nicht nach Schema F abläuft.

Tipps für das untypische Vorstellungsgespräch

Der Sinn hinter solchen untypischen Einstellungsgesprächen liegt darin, mehr über den Bewerber herauszufinden, als in einem kurzen, starren Gespräch überhaupt möglich ist. Was du beachten solltest, wenn das Interview nicht in einem typischen Büro stattfindet – egal wo, egal mit wem:

Gute Vorbereitung. Du solltest dich immer gut auf das Vorstellungsgespräch vorbereiten. Und vergiss nicht, die Person auf Xing oder LinkedIn zu suchen, damit es dir leichter fällt das Gesicht in der Menge zu erkennen.

Der erste Eindruck zählt. Auch wenn das Interview in einem Cafe oder in einem Park vor dem Office-Gebäude stattfindet, solltest du deinen professionellen Auftritt beibehalten. Das fängt bei der Kleiderwahl für das Gespräch an und hört bei den richtigen Fragen auf, die du am Ende eines Bewerbungsgesprächs stellen kannst, auf.

Tu dein Bestes, um konzentriert zu bleiben. An einem öffentlichen Ort gibt es viele Ablenkungen, die deinen Gedankengang unterbrechen können. Versuche deine Aufmerksamkeit dennoch während der ganzen Zeit auf den Interviewer zu richten. Focus, focus, focus. So bestehst du das Interview mit Bravour!

Sei authentisch. Natürlich ist die Stelle dein Traumjob. Selbstverständlich erfüllst du die Anforderungen und die fließenden Russisch-Kenntnisse sind auf keinem Fall zu dick aufgetragen. Klar, willst du dich als Bewerber so gut wie möglich präsentieren – dabei solltest du die Wahrheit aber nicht zurecht schummeln. Bleib ehrlich und authentisch: Wenn du also überrascht bist, dass das Gespräch im Fitness-Studio stattfindet – dann kannst du es dir ruhig anmerken lassen und nicht so tun, als ob es das normalste der Welt wäre.

 

Dein letztes Bewerbungsgespräch schießt den Vogel ab?

Quellen:

[1] wsj.com
[2]
 best-practice-business.de
[3]
 gocanvas.io