6 No-Gos: Was du dir im Büro nicht gefallen lassen solltest

Auch wenn die Luft in der Arbeitswelt dünner geworden ist, muss man sich von Kollegen und dem eigenen Chef längst nicht alles bieten lassen. Eine grundlegende Wohlfühl-Atmosphäre im Office ist wichtig, denn nur so kann deine Leistung stimmen. Und diesbezüglich gilt auch: Wer fokussiert arbeiten will, reagiert sensibel auf alles, was ablenkt und stört. Als bekennende Listenfans haben wir Dinge mit „Nerv- und Ablenkpotenzial“ zusammengetragen, die du eliminieren solltest – deiner Konzentration zuliebe! Los gehts, mit unserer Top 6 der Dinge, die du dir nicht dauerhaft zumuten solltest:

#1 Die Karaokebar am Nachbartisch.

Bürolärm – ob nun verursacht durch Telefonate, Tastaturgeklapper, Drucker und Kopierer – erschwert produktives Arbeiten. Und weil du dich automatisch anstrengst, die Geräuschfetzen aus deinem Bewusstsein zu drängen, kommt irgendwann der Punkt, an dem das Konzentrationsvermögen leidet. Die Folgen: vorzeitige Ermüdung, Kopfschmerzen und nachlassende Leistungsfähigkeit.

Gegen kleine Geräuschkulissen lässt sich schwer was machen. Wo jedoch die Toleranz aufhört: In fast jedem Büro gibts den einen Kollegen – das selbsterklärte Stimmwunder, die noch-nicht-entdeckte Adele, der James Blunt-to-be – der sämtliche Playlisten mitträllert. Ohne Rücksicht auf irgendwen, versteht sich. Dass sich Amy Winehouse bei seinem Gesang im Grab umdrehen würde, will er partout nicht einsehen. Hier hilft nur eines: Ohropax rein, Konzentration on point.

#2 Kitsch en masse.

So eine Bürogemeinschaft verursacht zwei Umgebungseinflüsse, die fokussiertes Arbeiten am stärksten beeinträchtigen: den eben erwähnten Lärmpegel und visuelle Unruhe. Zu letzterer zählen lose Zettelwirtschaften auf Schreibtischen, Chaos und Overload auf dem Sideboard sowie Postkarten-Fluten, welche an Wände gepint sind. Minimalisten wissen längst, was Wissenschaftler nun bestätigen: Schrift aktiviert die linke Gehirnhälfte und lenkt ab[1]. Wir raten: Weg damit! Der Frühjahrsputz sollte nicht nur in den heimischen Wänden stattfinden.

#3 Der Kollege, dein größter Fan.

Fandom – schön und gut. Blöd nur, wenn der Groupie der eigene Kollege ist. Immer will er deinen Rat, schenkt dir seine ganze Aufmerksamkeit und in den Pausen dackelt er dir treudoof hinterher. Ihr teilt euch ein Büro, arbeitet vielleicht sogar an einem Tisch? Puhh, das ist dann die Spitze des Eisberges. Denn dieses „sehr dicht nebeneinander“ zu sitzen, verursacht allgemein ein Gefühl der Enge und Bedrängnis. Soll heißen: Abstand ist für dein Wohlbefinden sehr wichtig. Hier gilt die Regel: Die persönliche Distanz von circa einem halben Meter bis hin zu 1,20 Metern ist Menschen vorbehalten, mit denen man gut vertraut ist. Frau, Ehemann, bester Freund, aber gewiss nicht ein (beliebiger) Kollege. Also was tun? Wenn du deinem Kollegen diese Textpassage vorliest, versteht er den „Wink mit dem Zaunpfahl“ gewiss.

#4 Achtung vorm Sägezahneffekt.

Apropos Kollegen: Mitten in der Projektplanung kommt Person x mal wieder mit „Ähh… Hast du mal einen Moment Zeit für mich?“. Du weißt aus Erfahrung: Daraus werden schnell 20 bis 30 Minuten. Nicht nur „gefühlt“ hindern uns Unterbrechungen am Arbeiten. Der sogenannte Sägezahneffekt zeigt, dass wiederholte Störungen die Leistung für die unterbrochene Aufgabe bis zu einem Drittel herabsetzt. Man braucht nach jeder Unterbrechung länger, um sich wieder auf die ursprüngliche Tätigkeit zurückzubesinnen. Und irgendwann ist dann ganz Schluss. Die Lösung: Vier Buchstaben, die deinen Arbeitsflow aufrechterhalten: N-E-I-N. Trau dich. Auch wenn ein klares, selbstbewusstes „Nein“ anfangs Überwindung kostet, es zahlt sich aus.

#5 Big Brother am Arbeitsplatz.

Ab ins Office – und du fühlst dich beobachtet? Doch wie weit darf Kontrolle gehen? Das Gesetz lässt keinerlei Interpretationspielraum offen: Entsprechende Maßnahmen, die die Menschenwürde verletzen, sind absolut unzulässig. Zu derartigen Aktionen gehören etwa das heimliche Abhören von Telefongesprächen, Überwachungskameras in Waschräumen oder Toilettenanlagen, in der Regel Leibesvisitationen und die Überprüfung des Privatlebens.

#6 Das Plaudertaschen-Kollektiv.

Lästern, tratschen, „Tatsachen“ erläutern. Es gibt viele Umschreibungen für diese Aktivität, der in nahezu jedem Büro nachgegangen wird: Kollegen reden übereinander, miteinander – und das nicht immer positiv. Ob beim Mittagessen, in der Raucherpause oder vor dem Kaffeeautomaten: sogar 65 Stunden jährlich verbringt der Angestellte damit, Büroklatsch zu verbreiten, so eine Studie[2].

Büroklatsch ist das Salz im Arbeitsalltag. Denn schnell ist etwas gesagt, ohne dass sich die Plaudertaschen viel Gedanken über die Wirkung dieser Worte machen. Und darum mal zum Mitschreiben: Lästern zahlt sich nicht aus. Wer tuschelt, schadet sich selbst und läuft Gefahr, sich die eigene Karriere zu versalzen. Eine Studie der US-Verhaltensforscherin Sally D. Farley von der Uni Baltimore hat bewiesen, dass Menschen, die gerne lästern, als weniger sympathisch und weniger vertrauenswürdig empfunden werden. Und wer will so jemanden befördern?

Unterm Strich

Was tun gegen die „Killer“ von Konzentration und Motivation? Ansprechen. Du solltest versuchen, den dich störenden Sachverhalt so objektiv wie möglich zu schildern und das Ganze mit einer ganz klaren Bitte an den entsprechenden Kollegen versehen.

 

Wie läufts an deinem Arbeitsplatz? Erzähl es uns in deiner kununu Bewertung.

Quellen:

[1] psychologie-news.de
[2] sueddeutsche.de