The happy secret: Warum Erfolg nicht glücklicher macht

Wir wollen bessere Jobs, höhere Gehaltszettel und Karriere-Medaillen – und sind doch nicht glücklich, wenn wir sie endlich haben. Denn dann wollen wir mehr. Warum unser Gehirn so funktioniert und wie wir die Formel nach unserem eigenen Glück umschreiben können, erklärt der US-amerikanische Psychologe Shawn Achor in seinem TED Talk The happy secret to better work.

Für deinen beruflichen Erfolg ist nicht dein IQ zuständig.

Der Psychologe Anchor suchte dort nach Glück, wo es eigentlich nur so vor Dopamin wimmeln sollte: in Harvard. Denn hier leben Studenten ihren Traum, haben sie es doch in eine der bedeutendsten Elite-Universitäten geschafft und jetzt einen Weg voller Erfolge vor sich. Doch in seiner Forschung zeigte sich für Achor vor allem ein deutliches Bild: Bereits nach zwei Wochen konzentrierten sich die Gehirne der Studenten nicht mehr auf das reine Privileg der Anwesenheit. Im Fokus standen jetzt Konkurrenzkampf, Leistungsdruck und Stress.

Der Grund dafür: Unser Denkmuster. Denn auch wenn wir unser eigenes Glück immer wieder von anderen Faktoren abhängig machen, lediglich 10 % des Langzeitglücks einer Person kann vorhergesagt werden, wenn ihre gesamte externe Umwelt berücksichtigt wird. Die übrigen 90 % hängen von der Verarbeitung der Umgebung durch unser Gehirn ab. Weiter zeigt der Psychologe in seinen Forschungsergebnissen, dass nur 25 % des beruflichen Erfolgs vom IQ bestimmt werden. 75 % werden durch den eigenen Optimismus, das soziale Umfeld und die Fähigkeit, Stress als Herausforderung und nicht als Bedrohung zu sehen geformt.

Wenn das Glück das Gegenteil von Erfolg ist, wird dein Gehirn niemals dort ankommen.

Laut Achor streben die meisten Firmen nur eine Erfolgsformel an: „Wenn ich mehr arbeite, bin ich erfolgreicher. Und wenn ich erfolgreicher bin, bin ich glücklicher.“ Und basierend auf diese Erfolgsformel versuchen Management-Methoden uns in unserer Arbeitswelt zu motivieren und zu Erfolg zu puschen. Dabei ist dieses Vorgehen aus zwei Gründen wissenschaftlich inkorrekt und verkehrt herum. Erstens wird jedes Mal, wenn das Gehirn einen Erfolg verzeichnet, einfach die Ziellinie für den Erfolg verschoben. Hast du einen tollen Job, brauchst du einen besseren. Hast du deine Ziele für das Quartal erreicht, dann werden sie eben nach oben angepasst. Wenn das Glück also das Gegenteil von Erfolg ist, wird dein Gehirn niemals dort ankommen.

„Wir haben Glück als Gesellschaft über den kognitiven Horizont geschoben. Und das liegt daran, dass wir glauben, wir müssen erfolgreich sein, um dann glücklicher zu sein.“, glaubt Achor. Zweitens liegt das Problem aber darin, dass unsere Gehirne genau andersrum funktionieren. Denn lässt sich die Positivität einer Person erhöhen, erlangt das Gehirn einen sogenannten Glücks-Vorteil. Im positiven Zustand können wir wesentlich bessere Leistungen erbringen, unsere Intelligenz erhöht sich, ebenso unsere Kreativität und unser Energielevel. Im positiven Zustand ist unser Gehirn 31 % produktiver, als im negativen, neutralen oder gestressten Zustand.

Und, wie werde ich glücklich?

Glücklicher werden wir laut dem Psychologen vor allem dadurch, unser Gehirn wie einen Muskel zu trainieren. Sein Tipp: Tagebuch führen. „In jeder einzelnen Firma, mit der ich gearbeitet habe, sollten die Leute drei neue Dinge, für die sie dankbar sind, aufschreiben. 21 Tage hintereinander, drei neue Dinge pro Tag. Am Ende dieser Zeit verbleibt im Gehirn ein Muster, mit dem es die Welt nicht zuerst nach Negativem, sondern Positivem abtastet.“, so Achor.

Denn wenn wir unsere Denkweisen so trainieren wie wir unseren Körper in neue Leistungsbahnen lenken, dann können wir die Formel für unseren eigenen Erfolg neu schreiben und uns aus alten Grenzen lösen. Auch wenn wir schon als Kinder eingeprägt bekommen haben, dass Arbeiten anstrengend ist, keinen Spaß macht und man sie – Prokrastination sei Dank – um jeden Preis verhindern muss, ändert unsere innere Einstellung die Sicht darauf. Wir tragen für unser Glück allein die Verantwortung und ganz egal welchen Job wir haben, wenn wir unglücklich sind, nehmen wir diese Einstellung mit an den nächsten Arbeitsplatz.

 

Smiley-Luftballon

Quelle:
Shawn Achors TED Talk „The happy secret to better work”