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Steuerstufen 2027

Neue Steuerstufen: Ein Drittel der Inflation bleibt beim Staat

Letztes Update:  2. September 2026, 13:07
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Stapel aus Euromünzen und Geldscheinen auf einer Tabelle mit Zahlen.

Um 2,27 Prozent steigen die Steuerstufen in Österreich ab Jänner 2027 – genau zwei Drittel der maßgeblichen Inflationsrate von 3,4 Prozent. Das verbleibende Drittel behält der Staat aus Spargründen ein, wie schon im Jahr davor. Für Beschäftigte heißt das: Ein Teil der nächsten Lohnerhöhung wandert still ans Finanzamt.

Ab 13.846 Euro beginnt die Steuerpflicht

Finanzminister Markus Marterbauer hat die Verordnung erlassen, die sämtliche Grenzbeträge um 2,27 Prozent anhebt. Die Schwelle, bis zu der überhaupt keine Einkommensteuer anfällt, klettert von 13.539 auf 13.846 Euro im Jahr. Auch Absetzbeträge und Bezugsgrenzen wachsen um denselben Satz. Den Termin gibt das Gesetz vor: Bis 31. August jeden Jahres müssen die Werte für das Folgejahr feststehen.

Sieben Stufen, zwei Jahre im Vergleich

Einkommen 2026 (Euro)Einkommen 2027 (Euro)Steuersatz
bis 13.539bis 13.8460 %
13.539–21.99213.846–22.49120 %
21.992–36.45822.491–37.28530 %
36.458–70.36537.285–71.96040 %
70.365–104.85971.960–107.23648 %
104.859–1 Mio.107.236–1 Mio.50 %
über 1 Mio.über 1 Mio.55 %

Der Spitzensteuersatz bleibt außen vor: Die Millionengrenze steht seit 2016 nominell fest.

Das dritte Drittel bleibt im Budget

Die Anpassung läuft seit 2023 automatisch, aber nur zu zwei Dritteln der Teuerung. Das restliche Drittel sollte die Bundesregierung jährlich über gezielte Entlastungen zurückgeben. Mit dem Budgetbegleitgesetz 2025 wurde diese Pflicht für die Jahre 2025 bis 2028 ausgesetzt.

Die wirtschaftsliberale Denkfabrik Agenda Austria beziffert die Mehrbelastung für 2027 mit rund 0,8 Milliarden Euro; bei 3.500 Euro Bruttomonatsgehalt summiere sich der Verlust bis 2029 auf etwa 530 Euro. Das Momentum Institut hält dagegen, die Einnahmen würden im Haushalt gebraucht.

Für Beschäftigte verschiebt sich damit die Rechnung bei der nächsten Lohnrunde. Der Tarif steigt um 2,27 Prozent, die Preise sind jedoch um 3,4 Prozent gestiegen. Im Kollektivvertrag steht die Lücke nicht, sichtbar wird sie erst in der Lohnverrechnung ab Jänner.