Tankrabatt vorbei
Tankrabatt beendet: Entlastung kann nun der Arbeitgeber bringen
Seit dem 1. Juli ist tanken wieder spürbar teurer: Der Tankrabatt ist ausgelaufen, die Energiesteuer greift wieder in voller Höhe. Für Millionen Pendler:innen bedeutet das jeden Monat eine enorme Belastung. Doch während die Politik noch über Anschlusslösungen berät, gibt es einen Akteur, der jetzt viel bewegen kann und über den kaum jemand spricht: den eigenen Arbeitgeber. Sechs konkrete Zuschüsse liegen dabei fast auf dem Tisch, man muss sie nur fordern.
Was jetzt an der Zapfsäule passiert
Zwei Monate lang senkte der Staat die Energiesteuer auf Benzin und Diesel. Damit ist seit dem 30. Juni Schluss. Nach Berechnungen des Bundeskartellamts ergab der Rabatt eine Gesamtentlastung von bis zu 17 Cent pro Liter und genau dieser Betrag fällt jetzt wieder weg.
Die Verbraucherzentralen fordern von der Politik dauerhafte Entlastungen, eine schnelle Lösung ist aber nicht in Sicht.
Jetzt sind die Arbeitgeber am Zug
Hier kommt der Punkt, den die aktuelle Debatte übersieht: Für viele Beschäftigte hängt die Höhe der Mobilitätskosten nicht nur am Staat, sondern auch am Arbeitgeber. Denn ein gutes Unternehmen kann den Wegfall des Tankrabatts abfedern, ganz ohne Bundestagsbeschluss.
Der Gesetzgeber lässt Arbeitgebern dabei mehr Spielraum, als viele wissen. Über die monatliche Sachbezugsfreigrenze nach § 8 Einkommensteuergesetz können Arbeitgeber ihren Beschäftigten steuerfreie Sachleistungen zukommen lassen, etwa in Form von Tankgutscheinen. Und wer seinen Mitarbeitenden ein Jobticket für Bus und Bahn finanziert, kann das nach § 3 Nr. 15 EStG steuerfrei tun.
Das kann dein Arbeitgeber konkret tun
Die Bandbreite ist größer, als man denkt. Wer gerade merkt, dass das Tanken wieder wehtut, kann diese Leistungen aktiv beim Arbeitgeber ansprechen:
- Tankgutschein als steuerfreier Sachbezug, jeden Monat ein fester Zuschuss
- Fahrtkostenzuschuss für den Arbeitsweg
- Jobticket für alle, die auf Bus und Bahn umsteigen können
- Mobilitätsbudget, das flexibel für verschiedene Verkehrsmittel nutzbar ist
- Bike-Leasing als günstige Alternative für kurze Wege
- Mehr Homeoffice-Tage, die Fahrten ganz ersparen
Keine dieser Leistungen ist verpflichtend. Genau deshalb sagen sie so viel über einen Arbeitgeber aus. Ein Unternehmen, das seine Pendler:innen in einer teuren Zeit unterstützt, zeigt Wertschätzung, die über das Gehalt hinausgeht.
Woran du einen fairen Arbeitgeber erkennst
Im Bewerbungsgespräch klingt vieles gut, ob ein Arbeitgeber Mobilität wirklich ernst nimmt, zeigt sich erst im Alltag. Wird der Zuschuss zuverlässig gezahlt? Ist Homeoffice gelebte Praxis oder nur ein Versprechen? Gibt es überhaupt ein Mobilitätsangebot?
Diese Fragen lassen sich von außen kaum beantworten – aber Arbeitnehmer-Bewertungen machen sie sichtbar. Sie zeigen, welche Unternehmen ihre Beschäftigten in teuren Zeiten unterstützen und welche wegschauen.
Das Ende des Tankrabatts ist damit mehr als eine schlechte Nachricht für Pendler:innen. Es ist ein guter Anlass, den eigenen Arbeitgeber zu fragen: Was kannst du für mich tun?
Unterstützt dich dein Arbeitgeber bei den Fahrtkosten – mit Tankgutschein, Jobticket oder Homeoffice? Auf kununu kannst du anonym bewerten und sehen, wie andere ihren Arbeitsalltag erleben.