So behältst du auch in unsicheren Zeiten deine Motivation

Die Corona-Pandemie sorgt nicht nur für Angst vor der Erkrankung und Einschränkungen in unserer Freizeit, sondern lässt viele auch beunruhigt auf ihre berufliche Situation blicken. Naht nun die zweite Welle? Wer sich gerade im Bewerbungsprozess befindet und die ersten Absagen erhält, weil die Unternehmen jetzt lieber nicht neu einstellen, wird schnell mutlos und kann sich schlecht motivieren, es weiter zu versuchen.

Andrea vorm Walde, Therapeutin und Coach für Persönlichkeitsentwicklung, weiß, dass fehlende Lebensfreude und mangelnde Motivation gut zu beheben sind, bei längerer Dauer aber auch in eine Depression führen können. In diesem Beitrag gibt sie fünf konkrete Tipps, wie ihr dem entgegentreten könnt.

Unsicheren Zeiten erfordern besondere Maßnahmen

Berufliche Veränderungen, die zumeist von Arbeitgebern veranlasst werden, sind in Zeiten von Corona keine Seltenheit mehr. Versetzungen, Kurzarbeit oder Kündigungen kamen in letzter Zeit sehr häufig vor und niemand weiß, was die Zukunft aufgrund der Pandemie und den Auswirkungen auf die Wirtschaft wohl noch so bringen wird.

Aus diesem Grund ist es umso wichtiger, dass man als Arbeitnehmer weiß, wie man es schafft, auch in diesen unsicheren Zeiten motiviert zu bleiben und stets ein positives Mindset zu haben. Denn niemand kann sich davor schützen, Rückschläge einstecken zu müssen. Entscheidend ist, dass wir uns davon nicht dauerhaft unterkriegen lassen, sondern motiviert sind weiterzumachen und unseren Lebensmut dabei behalten.

5 Tipps: Motiviert bleiben trotz Rückschlägen

Was kannst du also konkret tun, wenn du in einer solchen Situation bist? Dies sind meine besten Tipps, und der wichtigste kommt gleich zuerst.

1. Kenne deine intrinsische Motivation

Mit dem Begriff „intrinsisches Motiv“ wird der Anreiz benannt, der aus uns selbst heraus kommt. Er steht im Gegensatz zu äußeren Beweggründen und zeichnet sich dadurch aus, dass er es uns so richtig leicht macht loszulegen. Selbst bei Dingen, die eigentlich ganz schön Mühe kosten.

Was dich intrinsisch motiviert, ist natürlich völlig individuell. Entscheidend ist: Es geht um eine dir völlig eigene Anlage, die du selbst mitbringst. Vielleicht bist du am glücklichsten, wenn du anderen helfen kannst? Dann bist du motiviert, einen Job zu bekommen, in dem du wirklich etwas für andere bewirkst. Vielleicht liebst du es, Neues zu erfahren? Dann treibt dich das an, immer wieder andere Unternehmen anzuschreiben und kennenzulernen. Es kann auch sein, dass es dein größter Wunsch ist, deine Zeit gemeinsam mit anderen Menschen zu verbringen. Dann lohnt es sich, bei der Jobsuche dranzubleiben, um wieder unter Kollegen zu kommen.

Das Gegenteil ist übrigens die äußere, die geprägte Motivation. Sie zeigt sich gerne sehr klassisch in Form von Sätzen wie „Du musst doch finanziell abgesichert sein“, „Man muss etwas leisten“ oder „Sieh doch, was andere schaffen“. Solche Antriebe sind auf Dauer gar keine, denn sie bewegen uns einfach nicht innerlich. Im Gegenteil: Gerade in schwierigen Situationen lähmen sie und machen uns freudlos. Was also ist deine eigene innere Motivation? Wenn du das weißt, ist der größte Schritt gemacht.

2. Bleib in der Realität

Oft malen wir uns die Lage schlimmer aus, als sie ist. Fast jeder verliert in einer Krise den realistischen Blick und damit die neutrale Sicht auf seine Möglichkeiten.

Nicht ohne Grund arbeite ich mit meinen Klienten immer zuerst an den tatsächlichen Eckdaten. In diesem Fall: Wie groß ist die Wirtschaftskrise wirklich? Geht es nicht längst wieder bergauf? Wie sind die Jobabsagen entstanden und was kannst du selbst daran ändern? Niemand ist ganz allein in seinem Leben, wer also kann dich unterstützen? Das Leben besteht nicht nur aus Arbeit und Jobsuche, was macht dich noch aus?

Diese Fragen und weitere, lenken die Gedanken weg von rein negativen Aussichten und öffnen dein Gehirn wieder für neue Ideen und Anstöße.

3. Träume und formuliere daraus deine Ziele

Viele von uns haben verlernt, große Träume zu haben. Dabei sind sie es, die uns vorantreiben. Ganz ehrlich: Warum solltest du alles geben, wenn du damit nicht deinem Traum folgst? Woher soll die Energie kommen? Klare Ziele zu formulieren ist enorm wichtig und die entwickelst du am besten aus deinen Träumen heraus. Umso besser kannst du sie visualisieren, konkretisieren und verfolgen.

Besonders gut geht das in Zusammenarbeit mit anderen Menschen, denn Träume werden greifbarer, wenn sie deutlich ausgesprochen in die Welt gesetzt werden. In meinen Workshops erlebe ich immer wieder, wie klar danach die Schritte für die Umsetzung werden.

4. Nimm deine Erfolge wahr und feiere sie

Wer arbeiten kann, kann auch feiern. Am besten sich selbst! Nichts setzt so gut in Bewegung wie die eigenen Erfolge. Wenn uns etwas gelingt, gibt uns das Schwung für die nächste Handlung. Das setzt aber voraus, dass wir unsere eigenen Erfolge auch wahrnehmen und sie gebührend bejubeln.

Oft nehmen wir das, was uns gut geglückt ist oder sogar hart von uns erarbeitet wurde, als selbstverständlich hin. Wir neigen dazu, uns Misserfolge zu Herzen zu nehmen, während Erfolge nicht die Aufmerksamkeit erhalten, die sie verdienen.

5. Carpe diem – nutze den Tag

Wir alle haben bessere und schlechtere Tage. Das kann an erholsamerem Schlaf liegen, an Sonnenschein, an einer netten Begegnung, oft wissen wir den Grund nicht mal. Wichtig ist, die richtig guten Tage auch mitzunehmen. Sie sind es, an denen du umso effektiver sein kannst, an denen dir Dinge leichter von der Hand gehen, an denen du der Zukunft positiver ins Gesicht blickst.

Wenn du dir das zunutze machst, kannst du dir auch mal einen Tag leisten, an dem nichts geht. Anstatt etwas für deinen Karriere zu tun, ist es völlig in Ordnung mal etwas Gutes für dich selbst zu tun. Danach treibst du viel besser, mit Schwung und Leichtigkeit, voran.

Andrea vorm Walde

Andrea vorm Walde unterstützt ihre Klienten dabei, deren Persönlichkeit weiterzubilden und ein authentische Image zu entwickeln. In ihren Einzelberatungen und Workshops, online und offline, geht es um Motivation, Selbstsicherheit und vor allem um Lebensfreude. Bevor sie ihre Ausbildung zum Coach und zur Therapeutin machte, war sie viele Jahre als PR-Beraterin für Künstler, Führungskräfte und Unternehmen tätig.


Für alle, die mehr über die Autorin erfahren möchten, gibt es die Möglichkeit ihr auf XING oder LinkedIn zu folgen.

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