Zum Inhalt springen

Tarifverträge

Seit 1. Oktober: Mehr Geld für Beschäftigte in Gastro und Hotellerie – plus Prämie

Veröffentlicht:  2. Oktober 2026, 12:27
2 min
Ein Koch richtet einen Teller an.

Für rund 250.000 Menschen in Österreichs Gastronomie und Hotellerie gilt seit dem 1. Oktober 2026 der neue Kollektivvertrag. Das bedeutet höhere Löhne, einen Extra-Bonus und ein etwas größeres Plus für Lehrlinge.

Das ändert sich konkret

  • Lohnerhöhung: Löhne und Gehälter steigen im Schnitt um rund 3,02 Prozent.
  • Lehrlinge: Sie bekommen durchschnittlich 3,44 Prozent mehr. Das betrifft rund 7.000 Lehrlinge.
  • Lohngruppe 5: In der untersten und größten Lohngruppe gibt es 3,48 Prozent mehr. Dort arbeiten knapp 130.000 Beschäftigte.
  • Prämie: Für einen Großteil der Beschäftigten kommt eine Einmalzahlung von 275 Euro dazu.

Und die 500 Euro?

Die Gewerkschaft vida weist darauf hin, dass Arbeitgeber freiwillig eine steuerfreie Prämie von insgesamt bis zu 500 Euro auszahlen können. Ein Anspruch darauf besteht nicht. Wer davon profitiert, entscheidet der jeweilige Betrieb.

Koch mit verschränkten Armen.
Hinweis: Die genaue Erhöhung hängt von Lohngruppe und Betrieb ab. (Stand: 2. Oktober 2026).

Ein hart erkämpfter Abschluss

Einfach war die Einigung nicht. Mehrere Verhandlungsrunden zwischen den Fachverbänden Gastronomie und Hotellerie und den Gewerkschaften GPA und vida blieben zunächst ohne Ergebnis. Erst im August kam der Abschluss zustande.

Zufrieden war wohl niemand ganz. vida-Verhandlungsleiterin Eva Eberhart sagte laut Heute: „Das ist kein Triumph, und das behauptet auch niemand. Aber es ist der Beweis, dass sich Standhalten auszahlt.“ Ein Abschluss konnte weit unter der Teuerung und ganz ohne Einmalzahlung verhindert werden.

Was die Arbeitgeber sagen

Die Arbeitgeberseite verweist auf die Entwicklung der letzten Jahre. Von 2021 bis 2025 seien die Löhne und Gehälter in der Branche im Schnitt um 27,1 Prozent gestiegen, die Inflation habe im selben Zeitraum 23,8 Prozent betragen. Bei Lehrlingen liege das Plus bei rund 35 Prozent. „Fakt ist, dass es in den letzten Jahren immer einen Reallohngewinn gegeben hat“, so Alois Rainer, Obmann des Fachverbandes Gastronomie.

Was Beschäftigte jetzt tun können

  • Lohnzettel prüfen: Stimmen die neue Einstufung und der Prozentsatz?
  • Bei Unklarheiten nachfragen: Der Betrieb, der Betriebsrat oder die Gewerkschaft helfen weiter.
  • Prämie im Blick behalten: Fragen Sie nach, wann die 275 Euro ausgezahlt werden und ob zusätzlich eine freiwillige Prämie geplant ist.