Bekannte Gehälter
Sebastian Vettel: Vom 40-Millionen-Gehalt zum Landwirt?
Beim Großen Preis von Italien in Monza fuhr der Viermalige Weltmeister Sebastian Vettel den alten Ferrari F2002 von Michael Schumacher. Das verleitet auch zu einem Rückblick auf Vettels Karriere. Ein Formel-1-Monatsgehalt entsprach in seinen besten Jahren dem, wofür ein Landwirt in der Schweiz fast 49 Jahre arbeiten müsste. Genau in diesem Beruf ließ sich Vettel kürzlich ausbilden. Der Vergleich zeigt, wie weit Spitzensport-Gehälter von der Realität der meisten Berufe entfernt sind.
Vom Cockpit auf die Schulbank: Ein Multimillionär lernt Landwirt
Vettel lebt seit über zehn Jahren im Kanton Thurgau, wo er einen Pferdehof betreibt. Um die Flächen künftig selbst bewirtschaften zu dürfen, absolvierte er einen praxisbezogene Ausbildung im Bereich Landwirtschaft am BBZ Pfäffikon, gemeinsam mit angehenden Hofnachfolger:innen. Sein Motiv beschrieb er gegenüber F1-Insider so: „Das Potenzial in der Landwirtschaft fasziniert mich, auch für das Klima, für die Veränderungen und Herausforderungen, vor der wir alle stehen.“
Bis zu 50 Millionen Euro pro Saison als Formel-1-Pilot
In seinen besten Jahren verdiente Vettel als Formel-1-Pilot Berichten zufolge zwischen 30 und 50 Millionen Euro pro Saison. Sein geschätztes Gesamtvermögen liegt heute bei rund 250 Millionen Euro. Legt man das mittlere Saisongehalt von 40 Millionen Euro zugrunde, kommt allein ein einziger Monat auf rund 3,3 Millionen Euro.

Fast 600 Landwirt-Gehälter für ein Vettel-Jahr
Laut kununu Daten verdienen Landwirt:innen in der Schweiz im Schnitt rund 68.100 Franken brutto im Jahr. Die Spanne reicht von 37.500 bis 150.000 Franken.
Stellt man beide Zahlen gegenüber, wird der Abstand greifbar:
- Ein Formel-1-Monatsgehalt von Vettel entsprach etwa 49 Jahresgehältern eines Schweizer Landwirts.
- Pro Jahr verdiente Vettel als Rennfahrer rund das 587-Fache des Landwirt-Durchschnitts.
- Selbst der höchste in den kununu Daten erfasste Landwirt-Verdienst von 150.000 Franken entspricht nur rund anderthalb Tagen seines früheren Sportler-Gehalts.
Ausbildung statt Spitzengehalt: Ein Trend der über Vettel hinausgeht
Dass Vettel sich für eine praktische Ausbildung statt für ein repräsentatives Amt entscheidet, passt zu einer Entwicklung, die sich in Deutschland immer häufiger zeigt. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung liegt die Ausbildung bei jungen Menschen in Deutschland inzwischen erstmals vor dem Studium in der Beliebtheit, und auch im Handwerk steigen die Zahlen bereits das vierte Jahr in Folge. Vettel ist damit zwar ein Sonderfall, weil ihn kein Gehalt zu seiner Wahl treibt, doch er reiht sich in einen Trend ein, bei dem praktische Berufe wieder an Ansehen gewinnen, unabhängig davon, was sie tatsächlich einbringen.