Samsung vs. Huawei: Was sagen die Mitarbeiter?

US-Boykott, schrumpfender Marktanteil und gekürzte Produktion: Es vergeht kaum ein Tag ohne Samsung oder Huawei in den Schlagzeilen – und das nicht unbedingt positiv. Die Smartphone-Riesen stehen aktuell vor großen Herausforderungen. Wie die Mitarbeiter der beiden Unternehmen die Situation wahrnehmen? Wir haben einen Blick in unsere Daten geworfen.

Smartphone-Riesen stehen vor großen Herausforderungen

Huawei kämpft aktuell an mehreren Fronten. Der US-Boykott zieht immer weitere Kreise. Angestellte von US-Firmen werden angehalten, nicht mehr mit Unternehmensveretreteren zu sprechen. Viele Länder haben ihre Zusammenarbeit beim 5G-Ausbau beendet. Dass nun ein Huawei-Manager offiziell bestätigt, dass man sich von den amibtionierten Zielen verabschiedet hat, kommt wenig überraschend.[1] Aber auch der größte Konkurrent und weltweite Marktführer Samsung steht vor Herausforderungen. Denn der steigende Druck durch Rivalen zeigt seine Auswirkungen: Aufgrund des schrumpfenden Marktanteils in der Volksrepublik China werde es „einige Anpassungen bei der Produktion und bei den Mitarbeitern“ geben, sagte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.[2] Wie nehmen die Arbeitnehmer in Deutschland und Österreich die Situation wahr? Wirft man einen Blick auf die kununu Bewertungen, wird schnell klar: Auch hier besteht Handlungsbedarf. Beide Unternehmen liegen mit ihrem kununu Score weit unter dem Durchschnitt und die Mitarbeiter sparen nicht mit Feedback für ihre Arbeitgeber.

Huawei: Mitarbeiter wünschen sich mehr Kommunikation und Transparenz

„Keine oder nur eingeschränkte interne Kommunikation …die wirklich wichtigen Informationen werden nicht verteilt.“ – anonyme Arbeitgeberwertung

Im Rennen um die Marktführerschaft plante man Mitbewerber Samsung im vierten Quartal endlich vom Thron zu stoßen. Huawei hat seinen Mitarbeitern viel abverlangt: Nach zwei Jahren wollte man die Früchte der harten Arbeit ernten, dafür wurden viele Überstunden gemacht und Freizeit geopfert. „Work-Life? Nur Work!“ beschreibt ein Mitarbeiter die Situation. Das zeigt sich auch in unseren Daten: Auf den Stimmungseinbruch im Jahr 2017 folgte ein leichter Aufwärtstrend. Doch seit Anfang des Jahres geht es wieder nach unten. Insgesamt kommt Huawei auf einen kununu Score von 2,51 und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt von 3,35 in der Branche Telekommunikation und dem Gesamtdurchschnitt von 3,38 auf kununu. Der Wunsch nach Transparenz ist groß: Die Kategorie Kommunikation ist mit 2,06 Sternen am schlechtesten bewertet. Denn vor allem das Teilen von wichtigen Informationen lässt nach Meinung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu wünschen übrig. Aber auch in den Bereichen Work-Life-Balance und Karriere sind die User eher unzufrieden, auch hier erzielt das Unternehmen nur jeweils durchschnittlich 2,18 Sterne. Mit 3,34 von 5 kununu Sternen schneidet zumindest die Kategorie Kollegenzusammenhalt noch ganz gut ab.

Samsung: Work-Life-Balance Fehlanzeige?

„Work-Life-Balance überhaupt nicht vorhanden – man wird regelrecht verheizt…“– anonyme Arbeitgeberwertung

Samsung ist mit 23,1 Prozent nicht nur weltweiter Marktführer, wenn es um den Absatz von Smartphones geht, sondern hat im Vergleich zu Huawei auch bei den Mitarbeitern die Nase vorne. Grund zur Freude ist das abeere noch lange nicht. Schließlich liegt auch der koreanische Konzern mit einem kununu Score von nur 2,83 unter dem Branchen-Durchschnitt für Elektro / Elektronik von 3,30 und dem gesamten Durchschnitt von 3,38. Ähnlich wie bei Huawei sind Mitarbeiter bei Samsung mit ihren Kollegen zufrieden, die Kategorie Kollegenzusammenhalt ist mit 3,50 am besten bewertet. Luft nach oben gibt es vor allem bei Work-Life-Balance und Kommunikation. „8 Uhr ist Beginn, 22 Uhr ist frühestens Ende“ beschreibt ein kununu User seine Erfahrung. Doch das Unternehmen scheint sich im Umgang mit ihren Mitarbeitern zu bessern: Unsere Daten zeigen nach einem Einbruch 2017 einen anhaltenden Aufwärtstrend. „Wer Abwechslung und Spannung braucht, ist hier richtig!“ titelt eine aktuellere Bewertung von Ende 2018. Für die Mitarbeiter bleibt zu hoffen, dass es noch weiter bergauf geht.

 

Quellen:

[1] diepresse.com

[2] boerse.ard.de