Raucher vs. Nichtraucher – der ewige Office-Zwist

Es gibt wohl kaum ein anderes Thema, das die Geister der Arbeitnehmer so sehr scheidet: Raucherpausen. Während es zu heftigen Diskussionen über Pausenzeiten, Faulheit und Gesundheitsvorsorge kommt, brauchen die einen überlebensnotwendige Nikotinzüge, die anderen ihre neuesten Atemübungen aus dem Yoga-Kurs, um die Emotionen in dem hitzigen Meinungsaustausch unter Kontrolle zu halten. Fakt ist jedoch, dass der globale Raucheranteil stetig zurück geht.[1] Was bleibt? Die ewige Streitfrage, ob Raucher einfach nur ein uncooles Überbleibsel aus den Neunzigern sind oder Nichtraucher einfach nur spießige Gesundheitsfetischisten. Wir gehen dem Ganzen auf die Spur und schauen uns auf der Arbeitgeberbewertungsplattform kununu um, was unsere User dazu sagen.

Tratsch und Klatsch, ohne mich?

Eines ist unbestreitbar: Raucher sind immer top informiert. Während sie bei Wind und Wetter zwischen zwei Meetings die Treppen hinunter rasen und die frische Luft des Innenhofs mit Nikotinwölkchen verdünnen, bekommen sie zwischen zwei kräftigen Zügen an der Zigarette das neueste Update aus Marketing, Controlling und HR. Die 85 mm lange, weiß-braune Qualmstange verwandelt sich dabei in einen Taktstock, der hektisch den Rhythmus der Gespräche vorgibt, um dann kurz inne zu halten, damit die Rauchwolke in der Spannungspause noch mehr an Wirkung gewinnt.

Doch was passiert in der Zwischenzeit ein paar Stockwerke oberhalb? Nachdem sich die rauchenden Kollegen mal wieder vor der Arbeit drücken und ihre Sucht vor sämtliche To-Do-Listen stellen, reicht es auch den braven Nichtrauchern. Schließlich ist das tägliche Verdrücken ihrer rauchenden Kollegen der lebende Beweis dafür, wie ungesund das Paffen des Tabaks ist: Raucher leben zwanzig Jahre kürzer.[2] Deswegen erstmal zurücklehnen und auf die eigene Gesundheit stolz sein? Weit gefehlt! Die Bio-Hipster legen nämlich eine Vitaminpause statt Rauchpause ein und schnappen sich erstmal ihre tägliche Portion Vitamin B, C und D in der Büroküche.

Fit, fitter, Raucher?

Dass die Nichtraucher im Bereich Gesundheit die Nase vorn haben, ist doch wohl klar. Schließlich sorgen die selbsterklärten Pioniere in Sachen „Fit im Büro“ mit Augenyoga für die nötige Entspannung von der Bildschirmarbeit, machen Rückengymnastik als Bandscheibenvorfall-Prävention und feuern sich gegenseitig bei der Firmen-Laufrunde zu neuen Marathon-Rekorden an. Und die Raucher? Die stehen natürlich in der Zwischenzeit in ihrem qualmenden Grüppchen zusammen und frönen dem Zigarettengenuss.

Was du aber vielleicht nicht gewusst hast, ist, dass gerade diese Stehminuten das Lebenszeitkonto der Raucher wieder auftanken lässt. Denn Nichtraucher verbringen in der Regel 50 bis 70 Prozent ihres Tages im Sitzen – und das ist gefährlicher als so manche vermuten. Reduziert man nämlich die Sitz-Zeit auf weniger als drei Stunden täglich, sorgt das für bis zu zwei Jahre längeres Dasein als Erdenbürger.[3]

Wer ist nun der besser Kollege?

Hast du dich eigentlich schon einmal gefragt, warum dein Lieblingskollege dein Lieblingskollege ist? Hängt es vielleicht damit zusammen, dass du ohne schlechtes Gewissen Arbeit an ihn abtreten kannst, er dir schon selbstverständlich einen Kaffee mitnimmt und du es mittlerweile als Beleidigung sehen würdest, wenn er dir nicht den neuesten Klatsch brühwarm weiter erzählt? Ja? Tja, liebe Nichtraucher, leider müssen wir diesen Punkt (zumindest teilweise) an die Raucher des Bürotempels vergeben.

Denn sogar Studien geben uns Recht: Wenn sie wieder einmal für eine Kippe im Rudel losziehen und ihr Hirn mit einem Frischluft-Nikotin-Gemisch durchlüften, herrscht ein abteilungsübergreifender Meinungsaustausch, der den Geist zum Lodern bringt. Folgewirkung: Die Konzentration und Kreativität bei der Arbeit steigt.[4]

Was man allerdings nicht vergessen darf: Auch wenn sie uns Vorhaltungen über den Fettanteil der Milch in unserer Automatenplörre machen und uns täglich „An apple a day keeps the doctor away“ entgegen trällern, wollen sie stets nur das Beste für unsere Gesundheit und zählen damit definitiv zu den fürsorglicheren Kollegen. Außerdem muss man für eine kurze Audienz beim Gesundheitsspezialisten nicht erst durch Stiegenhäuser hasten und sich durch Lifttüren quetschen, sondern weiß ganz genau, wo man die Hüter von Apfel und Banane zuverlässig antrifft: am Schreibtisch.

Und was sagt ihr dazu?

Nun gut, das Kriegsbeil zwischen Raucher und Nichtraucher werden wir wohl nicht so schnell begraben können. Was wir allerdings sehr wohl können, ist, uns in den anderen hineinzuversetzen. Regen sich Nichtraucher zu Recht auf? Fühlen sich auch Raucher von den Öko-Kollegen benachteiligt? Wir haben einen Blick in den realen Arbeitswahnsinn geworfen und für euch die kununu Bewertungen herausgesucht, die euch vielleicht ein bisschen mehr verstehen lassen, warum das Konfliktpotenzial beim Thema Raucherpausen so groß ist!

 

 

Quelle:

[1] welt.de

[2 ]feelok.de

[3] medizin-transparent.at

[4] 20min.ch