Passt du zur Fraunhofer-Gesellschaft? Der kununu Arbeitgebercheck

Du siehst deine Zukunft zwischen Reagenzgläsern, Roboterarmen und Flugzeugtriebwerken? Dann bist du bei der Fraunhofer-Gesellschaft genau richtig! Die renommierte deutsche Forschungsorganisation ist nämlich nicht nur mit 72 Instituten in beinahe jeder größeren Stadt vertreten, sondern rockt seit 1949 vor allem eines: Die Verbindung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Statt aussichtslos Gleichungen zu lösen, vor sich im Labormantel her zu murmeln und als der verrückte Physiker abgestempelt zu werden, arbeiten die Mitarbeiter an echten Lösungen für brandaktuelle Probleme in Industrie, Luftfahrt und Kommunikation. Mit Erfolg wie sich zeigt: Die Fraunhofer-Gesellschaft hat bereits den ein oder anderen internationalen Preisträger hervorgebracht. Du denkst dir „Wow, die haben es ja richtig drauf?“ Tja, ob das auch für die Fraunhofer-Gesellschaft als Arbeitgeber gilt, haben wir für dich herausgefunden – im neuesten kununu Arbeitgebercheck.

Die riesige Zentrale der Fraunhofer-Gesellschaft mitten in München sticht schon aus der Ferne ins Auge. Nach kleineren Orientierungsschwierigkeiten in der Tiefgarage angekommen, düsen wir vorbei an wahrscheinlich hunderten Parkplätzen mit dem Schild “Reserviert für Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft”, bis wir eine freie Ebene finden. Für die Mitarbeiter der Fraunhofer-Gesellschaft ist genau das aber toll. Sie können ihr Auto unter dem Gebäude auf den für sie reservierten Parkplätzen abstellen und aus der Tiefgarage zum Teil mit dem Aufzug direkt in ihr Büro fahren. Wir dagegen warten zunächst in der großen Empfangshalle auf Elena Vituschek, Referentin für Personalmarketing in der Fraunhofer-Gesellschaft. Auf los geht’s los!

kununu: Was ist der Forschungsschwerpunkt der Fraunhofer-Gesellschaft in München?

Elena Vituschek: In München sind drei Fraunhofer-Institute angesiedelt: das Fraunhofer -Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK, die Fraunhofer -Einrichtung für Mikrosysteme und Festkörper-Technologien EFMT und das Fraunhofer-Institut für Angewandte und Integrierte Sicherheit AISEC.

 

kununu: Was macht die Fraunhofer-Gesellschaft als Arbeitgeber besonders?

Elena Vituschek: Besonders ist bei uns, dass wir anwendungsorientierte Forschung betreiben. Wenn man als Absolvent/-in zu uns kommt und sich noch nicht sicher ist, ob man lieber in die Wissenschaft oder in die Wirtschaft gehen möchte, kann man durch die Anwendungsorientierung unserer Forschungsarbeit in beide Bereiche hineinschnuppern. Die Projekte werden meistens mit Industriepartnern zusammen durchgeführt.

kununu: Wie steigt man als Mitarbeiter bei der Fraunhofer-Gesellschaft ein?

Elena Vituschek: Wir bieten sehr viele Einstiegsmöglichkeiten an. Man kann zum Beispiel als Praktikant/-in oder als Werkstudent/-in zu uns kommen, seine Bachelor- oder Masterarbeit bei uns schreiben oder nach dem Abschluss als Wissenschaftliche/-r Mitarbeiter/-in mit der Option zur Promotion einsteigen.

 

kununu: Wie stehen die Chancen, dass man nach dem Verfassen einer Abschlussarbeit bei der Fraunhofer-Gesellschaft übernommen wird?

Elena Vituschek: Sehr gut. Wir sind immer auf der Suche nach neuen Mitarbeitenden. Die Abschlussarbeit ist ein guter Anknüpfungspunkt für die Weiterarbeit bei Fraunhofer. Insbesondere im MINT-Bereich sind wir immer auf der Suche nach neuen Talenten.

 

Um gut ausgebildete Absolventen ins Unternehmen zu bringen, muss ihnen natürlich etwas geboten werden. Verlockende Benefits zum Beispiel, die von so manchen HR-Mitarbeitern schon als die neue Gehaltserhöhung gesehen werden. Auf kununu loben die User flexible Arbeitszeiten, doch ist das schon alles?

kununu: Welche Benefits erwarten Bewerber bei der Fraunhofer-Gesellschaft?

Elena Vituschek: Wir bieten unseren Mitarbeitenden eine gute Work-Life-Balance durch die Option zur Gleitzeit und zur Telearbeit. Darüber hinaus bieten wir eine betriebliche Altersvorsorge, ein umfassendes Weiterbildungsangebot zur fachlichen und persönlichen Weiterentwicklung, Einkaufsvergünstigungen sowie Gesundheitsmaßnahmen wie Betriebsarztbesuche, Bewegungsangebote und Ernährungsberatung.

 

kununu: Würden Sie die Fraunhofer-Gesellschaft als familienfreundlichen Arbeitgeber bezeichnen?

Elena Vituschek: Ja, auf jeden Fall. Viele unserer Institute haben Mit-Kind-Arbeitsplätze und bieten Unterstützung in Sachen Kinderbetreuung und Eldercare. Flexible Arbeitszeitmodelle und die Möglichkeit zur Telearbeit unterstützen ebenfalls bei der Vereinbarung von Beruf und Privatleben.

 

Als hätten sie es gewusst, geht in diesem Moment eine Mitarbeiterin mit ihrem Kind an der Glastür zum Büro von Elena Vituschek vorbei. Wir haben ihr aber das Versprechen abgenommen, dass für diesen Auftritt niemand bestochen wurde. Es war tatsächlich ein lustiger Zufall.

kununu: Welche Abwechslung bietet die Fraunhofer-Gesellschaft ihren Mitarbeitern?

Elena Vituschek: Da wir Forschung betreiben, arbeiten wir natürlich am Puls der Zeit. Das bringt automatisch Abwechslung mit sich. Wenn man dann doch einmal seinen Job wechseln möchte, kann man sich intern auf eine andere Stelle an seinem Institut oder aber auch an einem anderen Institut bewerben. Jede Stelle, die wir ausschreiben, wird zunächst über einen internen Stellenmarkt ausgeschrieben.

 

 

Weil wir bei kununu unseren Grundsatz #BeBold leben, setzen wir Elena Vituschek der wiederholten Kritik der kununu User an ihrem Unternehmen aus.

kununu: Die kununu User kritisieren an der Fraunhofer-Gesellschaft, dass es kaum Festanstellungen gibt. Wie sehen Sie das?

Elena Vituschek: Anfangs sind tatsächlich viele Stellen befristet. Wir stoßen Fluktuation bewusst an, da wir in der Forschung von neuen Impulsen leben. Allerdings muss man das auch in einem anderen Kontext sehen. Wir sind ein tolles Karrieresprungbrett für unsere Mitarbeitenden, weil wir den Spagat zwischen Forschung und Wirtschaft leben. Außerdem sehen wir es als unsere Verantwortung, unsere Mitarbeitenden in der Zeit bei uns optimal für beide Karrierewege auszubilden. Wer in der Wissenschaft verbleiben möchte, kann bei uns promovieren. Über die Industrieprojekte können aber auch wertvolle Kontakte zu Wirtschaftsunternehmen geknüpft werden. Aber auch eine Ausgründung aus Fraunhofer heraus ist möglich und wird von uns unterstützt.

 

 

kununu: Was kann man sich unter einer solchen Ausgründung vorstellen?

Elena Vituschek: Man kann mit einer bei der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelten Technologie ein eigenes Unternehmen gründen, ein Fraunhofer Spin-Off. Von unserer Abteilung Fraunhofer Venture wird man von der Idee, über die Entwicklung von Geschäftsmodell und Business Plan, bis hin zum neu gegründeten Unternehmen begleitet und gefördert. Auch bei der Ausgestaltung von Verträgen sowie bei der Suche nach Finanz-, Kooperations- und Industriepartnern steht einem Fraunhofer Venture zur Seite.

 

Diese neuen Informationen haben dich neugierig auf einen Job in der Fraunhofer-Gesellschaft gemacht? Du weißt aber noch nicht, ob du zu der Forschungseinrichtung passt? Auf jeden Fall solltest du starke Nerven haben, denn unsere kununu User berichten, dass sich der Bewerbungsprozess beziehungsweise eine Rückmeldung auf das Bewerbungsgespräch sehr in die Länge ziehen kann. Natürlich lässt sich das ganze aber auch beschleunigen – wenn du einfach der perfekte Kandidat bist! Was du dafür mitbringen musst, verrät uns Elena Vituschek.

kununu: Was muss ein Bewerber mitbringen, damit er bei der Fraunhofer-Gesellschaft glücklich wird?

Elena Vituschek: Er oder sie muss neugierig sein und gewillt, immer wieder Neues zu probieren und Grenzen zu verschieben. Davon lebt die Forschung.

kununu: Wie sieht die Führungskultur bei der Fraunhofer-Gesellschaft aus?

Elena Vituschek: Bei der Fraunhofer-Gesellschaft setzen wir auf beidhändiges Führen. Das bedeutet, dass den Mitarbeitenden auf der einen Seite Freiräume geboten werden, um ihre Kreativität zu fördern. Auf der anderen Seite werden aber auch Ziele definiert und kontrolliert, um die Umsetzung der Ideen und Projekte sicherzustellen.

 

 

Nachdem wir die harten Fakten mit Elena Vituschek geklärt haben, ist es nun Zeit für die ganz persönliche Sicht einer Mitarbeiterin. Dominique Seydel ist zur einen Hälfte wissenschaftliche Mitarbeiterin und zur anderen Hälfte Leiterin des Business Developments am Fraunhofer-Institut für Eingebettete Systeme und Kommunikationstechnik ESK. Um sie zu treffen, müssen wir aus der Zentrale hinaus, kurz über die Straße gehen und schon befinden wir uns am Fraunhofer ESK. Vorbei an Robotern, unzähligen Kabeln und blinkenden Knöpfen folgen wir Dominique Seydel in einen Meetingraum, um ihr unsere Fragen zu stellen.

kununu: Was ist Ihre Aufgabe am Fraunhofer ESK?

Dominique Seydel: Ich arbeite zum Teil an wissenschaftlichen Projekten mit, aber zum Teil auch daran, wie wir die Ergebnisse so aufbereiten können, dass sie auch für die Unternehmen bzw. Kunden interessant werden können. Im Forschungsbereich müssen wir drei bis vier Jahre vorher anfangen, Ergebnisse zu entwickeln, damit sie für den Kunden interessant sind. Dafür braucht es konkrete Methoden.

kununu: Welche Berufsfelder sind Teil Ihres Teams?

Dominique Seydel: Ganz viele verschiedene, wobei es hauptsächlich Informatiker sind. Das liegt daran, dass wir sehr viel Softwareentwicklung betreiben. Ich persönlich habe aber Informationstechnik studiert – eine Mischung aus Informatik und Elektrotechnik. Wir haben auch Robotik-Studenten, Mathematiker oder Automatisierungstechniker dabei.

Das international aufgestellte Team von Dominique Seydel besteht also aus Personen mit den unterschiedlichsten fachlichen Hintergründen. Da liegt die Vermutung nahe, dass der Arbeitsalltag auf diese Diversität im Team abgestimmt ist. Doch wie ist es wirklich?

kununu: Wie sieht ein normaler Arbeitstag bei Ihnen aus?

Dominique Seydel: Den gibt es so nicht. Manchmal muss ich wissenschaftliche Veröffentlichungen schreiben, da arbeitet man viel alleine. Ich bin auch oft auf Veranstaltungen unterwegs, um die neuesten Erkenntnisse und Herausforderungen von Kunden zu erfahren. Außerdem kommen im Sinne der Öffentlichkeitsarbeit Studenten- und Schülergruppen aus München zu uns.

kununu: Was war der ausschlaggebende Grund für Ihre Bewerbung bei der Fraunhofer-Gesellschaft?

Dominique Seydel: Ich habe während meines Studiums viele Praktika gemacht – in großen Konzernen, in wissenschaftlichen Einrichtungen. Am Ende vom Studium war mir dann klar, dass ich eine Mischung aus beidem benötige. Ich wollte mein Wissen anwenden können, aber immer die Nähe zur Forschung behalten. Deshalb war die Fraunhofer-Gesellschaft für mich so attraktiv.

 

Du hast dich bereits bei der Fraunhofer-Gesellschaft beworben, eine Zusage bekommen und fieberst auf deinen ersten Tag im Unternehmen hin? Davon, was dich dort eigentlich erwartet, hast du aber noch überhaupt keine Ahnung? Kein Problem! Wir helfen dir!

kununu: Können Sie sich noch an Ihren ersten Arbeitstag bei Fraunhofer erinnern?

Dominique Seydel: An meinem ersten Tag habe ich alle organisatorischen Aufgaben kennengelernt und mich gut eingefunden. Jeder neue Mitarbeiter bekommt einen anderen Mitarbeiter zugeteilt. Das Ritual ist, dass man am ersten Tag gemeinsam durch das Gebäude geht und alles genau erklärt bekommt. Man wird jedem vorgestellt.

kununu: Was würden Sie einem Bewerber bei der Fraunhofer-Gesellschaft mit auf den Weg geben?

 

 

Die Frage, die wir der zweifachen Mutter jetzt stellen, hat auch Elena Vituschek schon beantwortet. Wie empfinden Sie die Familienfreundlichkeit bei der Fraunhofer-Gesellschaft. Nun haben zwei Menschen aber nicht unbedingt immer die gleiche Sicht auf die Dinge. Gerade dann, wenn wir einerseits mit einer Personalmarketing-Referentin und andererseits mit einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin sprechen. Was glaubt ihr? Teilt Dominique Seydel die Meinung von Elena Vituschek?

kununu: Wie beurteilen Sie die Familienfreundlichkeit Ihres Unternehmens?

Dominique Seydel: Sehr gut. Ich habe zwei kleine Kinder, kann aber den Vollzeitjob trotzdem sehr gut damit vereinbaren. Mein Arbeitgeber ist sehr flexibel, wie ich die Ergebnisse produzieren kann. Das Ziel sind die Ergebnisse und nicht die Zeit, die ich vor Ort bin. Mein Vorgesetzter ermöglicht mir, dass ich meine Zeit gegebenenfalls selbst einteilen kann.

 

Um noch mehr unterschiedliche Sichten auf die Fraunhofer-Gesellschaft zu bekommen, haben wir uns die kununu Bewertungen zum Thema Gleichberechtigung einmal genauer angesehen. Die kununu User sind sich hier selbst nicht unbedingt einig. So sagt ein kununu User, dass durch den TVöD faktisch keine Diskriminierung von Frauen möglich ist. Ein anderer kununu User hält dagegen und sagt, dass man sich zwar offiziell für Gleichberechtigung einsetzt, diese aber in der Praxis nicht gelebt wird. Mit Dominique Seydel haben wir eine Ansprechpartnerin gefunden, die es wissen muss. Warum? Das seht ihr gleich!

kununu: Wie wird Gleichberechtigung Ihrer Meinung nach im Unternehmen gelebt?

 

 

Die Fraunhofer-Gesellschaft bezahlt ihre Mitarbeiter nach dem Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD). Zusammen mit den Prämien sei dieses Gehalt nach der Meinung eines kununu Users ordentlich. Ein anderer kununu User sagt dazu jedoch nur: „Im Vergleich zur Industrie ist es nicht viel.” Die zusätzlichen Sozialleistungen werden allerdings wieder als sehr gut beurteilt. Wie bei jedem kununu Arbeitgebercheck musste auch Dominique Seydel die Hand aufs Herz legen und über ihre Gehaltszufriedenheit sprechen.

kununu: Sind Sie mit Ihrem Gehalt bei der Fraunhofer-Gesellschaft zufrieden?

Dominique Seydel: Wir sind in den Tarif des öffentlichen Dienstes eingruppiert. Das hat Vor- und Nachteile. Ein Nachteil ist, dass man hauptsächlich durch die Zeit im Unternehmen aufsteigen kann. Andererseits ist es im Arbeitsalltag sehr angenehm, weil man weiß, wie viel die anderen verdienen. Es herrscht also Gehaltstransparenz.

kununu: Lesen Sie eigentlich die kununu Bewertungen der Fraunhofer- Gesellschaft?

Dominique Seydel: Tatsächlich, ja. Für uns ist immer wichtig, dass wir attraktiv für neue Mitarbeiter sind. Wir haben ja nicht das Modell, dass jemand sehr lange bei Fraunhofer bleibt. Das machen die wenigsten. Die meisten kommen ja nach dem Studium zu uns und gehen irgendwann wieder. Deshalb ist es sehr wichtig, wie wir nach außen wahrgenommen werden. Viele kritische Bewertungen wurden zum Anlass genommen, hier noch einmal etwas zu ändern.

 

Apropos Veränderung: Nach viel Lob bleibt uns zum Schluss dann nun nur noch eine Frage. Und die haben wir Dominique Seydel natürlich gleich gestellt.

kununu: Was könnte die Fraunhofer-Gesellschaft als Arbeitgeber noch besser machen?