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Gehalt heute, Rente morgen

Nur bis zum 45. Geburtstag: Diese Renten-Nachzahlung verfällt danach für immer

von Julia P.
Veröffentlicht:  27. Juli 2026, 08:53
2 min
Älteres Paar sitzt auf dem Sofa und schaut gemeinsam auf ein Tablet

Schul- und Studienjahre lassen sich in Deutschland nachträglich in Rentenzeiten verwandeln, aber nur, solange der Antrag vor dem 45. Geburtstag gestellt wird. Danach ist diese Tür dauerhaft zu, unabhängig davon, wann die Rente beginnt. Eine Frist, die kaum jemand kennt und die mitten im Berufsleben abläuft.

Welche Jahre sich nachkaufen lassen

Die Grundlage ist § 207 SGB VI: Für Zeiten schulischer Ausbildung nach dem 16. Lebensjahr, die nicht ohnehin im Rentenkonto angerechnet werden, können Versicherte freiwillige Beiträge nachzahlen, etwa für lange Schul-, Studien- oder Promotionsphasen. Der Antrag muss vor der Vollendung des 45. Lebensjahres bei der Rentenversicherung eingehen. Die Höhe ist flexibel: Laut Deutscher Rentenversicherung liegt der Monatsbeitrag 2026 zwischen 112,16 und 1.571,70 Euro – frei wählbar. Gezahlt werden darf sogar in Raten über bis zu fünf Jahre; nur der Antrag ist an die Altersgrenze gebunden.

Für wen sich das lohnen kann

  • Wer die Mindestwartezeit von fünf Beitragsjahren für einen Rentenanspruch knapp verfehlt
  • Wer wegen langem Studium Lücken im Versicherungsverlauf hat
  • Wer zusätzliche Rentenpunkte aufbauen will
  • Wer Wartezeiten für einen früheren Rentenbeginn vervollständigen möchte
  • Wer den Steuerhebel nutzen will: Die Beiträge sind als Sonderausgaben absetzbar- es zählt das Zahlungsjahr
Studienjahre zählen im Rentenkonto oft nicht automatisch, nachkaufen lässt sich das nur per Antrag vor dem 45. Geburtstag – zwischen 112,16 und 1.571,70 Euro pro Monat.

So läuft die Nachzahlung praktisch

Der erste Schritt ist nicht die Überweisung, sondern die sogenannte Kontenklärung: Dabei prüft die Deutsche Rentenversicherung auf Antrag, ob alle Schul-, Ausbildungs- und Beschäftigungszeiten vollständig im persönlichen Rentenkonto erfasst sind. Erst danach zeigt sich, welche Monate überhaupt offen sind und erst dann folgt der Nachzahlungsantrag.

Wichtig: Einmal gezahlte Beiträge lassen sich nachträglich nicht mehr ändern, die kostenlose Beratung der Rentenversicherung vorab ist deshalb keine Formalie, sondern Pflichtprogramm.

Der ehrliche Kosten-Check

Billig ist der Nachkauf nicht: Ein voller Rentenpunkt kostet 2026 rund 9.662 Euro und bringt lebenslang 42,52 Euro Bruttorente im Monat. Im Klartext: Erst nach rund 19 Rentenjahren übersteigen die zusätzlichen Rentenzahlungen den eingezahlten Betrag, vorher ist das Geld rechnerisch noch nicht wieder drin, Steuern und Sozialabgaben nicht eingerechnet.

Ob sich das rechnet, hängt von Gesundheit, Steuersituation und Alternativen ab. Aktuell wird die Frage drängender: Die Rentenkommission stellt die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren zur Debatte und wer heute Anfang 40 ist, hat für den Antrag nur noch wenige Jahre Zeit.