Zum Inhalt springen

Bekannte Gehälter

Nils Politt: Das verdient der ehemalige Speditionskaufmann heute

von Dunja R.
Veröffentlicht:  8. Juli 2026, 16:55
2 min
Nahaufnahme eines Rennradfahrers im Trikot und Helm, der mit behandschuhter Hand sein Gesicht berührt.
Foto © Günter Seggebäing, CC BY-SA 3.0

Ein Monatsgehalt von Nils Politt reicht für ein ganzes Berufsjahr als Speditionskaufmann. Genau diesen Beruf hat der Kölner gelernt, bevor er Radprofi wurde. Jetzt fährt er seine zehnte Tour de France, als Edelhelfer von Tadej Pogačar, als amtierender deutscher Zeitfahrmeister und als einer der erfahrensten Klassikerspezialisten im Feld.

Vom Ausbildungsbüro ins WorldTour-Peloton

Politt fährt seit 2017 regelmäßig bei der Tour de France mit, gewann 2021 eine Etappe und wurde 2019 Zweiter bei Paris-Roubaix. Bei UAE Team Emirates-XRG gehört er zu den wichtigsten Helfern von Tadej Pogačar, der in diesem Jahr seinen fünften Toursieg anstrebt. Anders als viele seiner Teamkollegen kommt Politt nicht aus einer reinen Sportlerkarriere: Er hat eine klassische duale Ausbildung zum Speditionskaufmann abgeschlossen, bevor er sich ganz dem Radsport widmete.

Eine halbe Millionen Euro Jahresgehalt, aber kaum Preisgeld

Gehälter von Radprofis werden in der Regel nicht veröffentlicht, Schätzungen zufolge kommt Politt als erfahrener WorldTour-Fahrer bei UAE Team Emirates-XRG jedoch auf rund 660.000 Euro pro Jahr. Das entspricht etwa 55.000 Euro im Monat. Anders als man vermuten könnte, stammt der Großteil seines Einkommens nicht aus Preisgeldern. Als Helfer für Pogačar gewinnt Politt selbst kaum Etappen oder Klassements, und das Preisgeld, das das Team bei der Tour einsammelt, wird intern zwischen Fahrer:innen und Betreuer:innen aufgeteilt. Sein fester Teamvertrag ist damit deutlich wichtiger für sein Einkommen als jede einzelne Etappe.

Gruppe von Rennradfahrern mit Helmen fährt dicht hintereinander auf einer von Bäumen gesäumten Straße.
Harter Weg, noch härterer Aufstieg: Nils Politt hat sich sein Gehalt von 660.000 Euro in zehn Jahren Profisport erkämpft.

40.000 € – Was ein Speditionskaufmann wirklich verdient

Politt ist inzwischen seit 14 Jahren im Radsportgeschäft, in seinem gelernten Beruf wäre er also längst bei einem erfahrenen Fachkraftgehalt angekommen. Doch selbst am oberen Ende dieser Spanne würde er mit seinem heutigen Monatsgehalt als Radprofi mehr verdienen als ein Speditionskaufmann in eineinhalb Jahren. Aber was wäre sein genaues Gehalt, wenn Politt den Weg als Speditionskaufmann weiter gefahren wäre? Das sind die aktuellen Gehaltsdaten von kununu, die in Deutschland angegeben werden:

Zwei Karrierewege, ein Fahrer

Der Vergleich zeigt vor allem, wie groß der Sprung zwischen einer soliden kaufmännischen Ausbildung und einer erfolgreichen Karriere im Spitzensport sein kann. Während Speditionskaufleute den reibungslosen Warentransport organisieren, sorgt Politt heute dafür, dass sein Teamkapitän Tadej Pogačar sicher durchs Feld kommt. Beides sind Berufe, die Organisationstalent, Nerven und Verlässlichkeit erfordern, nur die Gehaltszettel unterscheiden sich erheblich.