Adidas vs Nike

Nike vs. Adidas: Welcher Arbeitgeber zieht uns die Schuhe aus?

Die wahren Probleme der Millennials: Sollen sie heute lieber Schuhe von Nike oder doch besser von Adidas anziehen? Spaß beiseite, aber es lässt sich wohl kaum leugnen, dass die Treter der beiden Sportartikelhersteller schon seit Jahren aus der Gesellschaft nicht mehr wegzudenken sind. Und das, obwohl immer wieder Kritik an den Produktionsbedingungen von Adidas und Nike laut geworden sind. Wie es in den Werken der beiden größten Sportartikelhersteller der Welt in Vietnam, Indonesien & Co. zugeht, können wir leider nicht beurteilen – dafür aber ihre Arbeitgeberqualitäten in Deutschland und Österreich. Nike und Adidas müssen ihre Schuhe jetzt enger schnüren, in den selbstgesponserten Ring treten und sich im wohl sportlichsten kununu Arbeitgeberduell battlen. Wer boxt den Gegner mit einem fiesen Kinnhaken weg und darf sich den besseren Arbeitgeber nennen? Ist es wirklich Nike, das seinen Firmennamen an Nike, die griechische Siegesgöttin, angelehnt hat? Es bleibt spannend.

Starte mit uns in das kununu Arbeitgeberduell Nike vs. Adidas – ready, set, go!

Nike – der Cristiano Ronaldo unter den Arbeitgebern?

„Dynamisch, innovativ, immer fordernd.“ – kununu Mitarbeiterbewertung bei Nike

 

Auch wenn wir Europäer es manchmal nicht ganz glauben wollen: Nike wurde 1971 in den USA gegründet. Schon knapp zwanzig Jahre und ein Sponsorenvertrag mit Profi-Basketballer Michael Jordan später waren die Nike-Artikel absolute Kassenschlager und das Unternehmen wurde zum erfolgreichsten Sportartikelhersteller der Welt. Diesen Titel musste Nike seither nie mehr abgeben. Kein Wunder, denn das Produktportfolio beinhaltet längst nicht mehr nur die klassischen Sportschuhe, sondern unter anderem Uhren, Hoodies und Fitnesstracker. Und wer hätte es sich vor vierzig Jahren gedacht: Bald soll es den ersten Nike-Schuh geben, den man mit einer App steuern kann. Hä? Richtig gelesen. Mit der App soll unter anderem die Schnürung des Schuhs passgenau eingestellt werden.

Schon gewusst? Das weltweit bekannte Nike-Logo – der Swoosh – wurde damals von einer Grafikdesign-Studentin für nur 35 US-Dollar entworfen. Die Vergangenheit interessiert dich nicht mehr wirklich und du möchtest lieber endlich aktuelle kununu Bewertungen von Nike lesen? Nur Geduld, hier gibt es erstmal den Überblick darüber, wie Nike in den verschiedenen kununu Bewertungskategorien abgeschnitten hat:

 

Nike

 

Die kununu User vergeben für Nike durchschnittlich 3,68 Sterne und 76 Prozent der Mitarbeiter würden ihren Arbeitgeber weiterempfehlen. Die Stimmung im Unternehmen fühlt sich also nicht an wie ein ausgelatschter Schuh, denn im Vergleich zur Branche Handel / Konsum (3,24 Sterne) schneidet Nike überdurchschnittlich gut ab. Damit du genau weißt, was dich als Mitarbeiter bei der Siegesgöttin erwartet, stellen wir dir jeweils die beiden besten und schlechtesten Bewertungskategorien näher vor. Kleiner Tipp: Wenn du auf die Verlinkungen klickst, kommst du innerhalb von wenigen Sekunden zur ganzen kununu Bewertung.

Interessante Aufgaben & Image

Die beste Arbeit hat Nike laut den Mitarbeitern in Sachen interessante Aufgaben und Image geleistet. Die Aufgaben kann man sich mit viel Eigenverantwortung schön abwechslungsreich gestalten. Als Mitarbeiter hat man die Chance, viele Events zu besuchen und sogar die „echten“ Stars in den USA kennenzulernen. Um Cristiano Ronaldo zu treffen, müssten die Nike-Mitarbeiter zur Zeit aber wohl noch nach Turin fliegen. Das Umfeld bei Nike beschreibt dieser Mitarbeiter als besonders dynamisch, weil man alle zwei bis drei Jahre seine Position wechselt. So werden die Aufgaben nie langweilig.

Das Image von Nike haben die kununu User mit durchschnittlich 4,11 Sternen bewertet. Sie sagen: Wer möchte hier nicht arbeiten? Und: Tolle Brand mit den weltbesten Athleten und innovativen Ansätzen.

Work-Life-Balance & Vorgesetztenverhalten

Trotz aller Dynamik müssen die Angestellten aber auch die Nachteile von Nike live miterleben und so schneiden das Vorgesetztenverhalten und die Work-Life-Balance beim Sportartikelhersteller vergleichsweise schlecht ab. So sagt dieser Verkaufsmitarbeiter, dass die Vorgesetzten in höheren Positionen nur Top-Down-Management betreiben würden. Davon kann auch dieser ehemalige Mitarbeiter nur ein Liedchen singen und behauptet: „Wertschätzung und Motivation kommen oft zu kurz“.

Das mit Abstand größte Problem scheint Nike aber hinsichtlich der Work-Life-Balance zu haben. Die Angestellten kritisieren, dass ihr Arbeitgeber kaum Rücksicht auf ihre persönlichen Bedürfnisse nimmt. Leider wäre es nicht möglich, spontan die aufgebauten Überstunden abzufeiern, da die Stores nur minimal besetzt seien.

Du hast vielleicht bemerkt: Obwohl der Schuh an einigen Enden durchaus drückt, dürfte Nike eigentlich ein passender Arbeitgeber für viele Mitarbeiter sein.

Adidas – Trifft der Arbeitgeber direkt ins Mitarbeiterherz?

„Adidas, wo bist du nur hingekommen?“ – kununu Mitarbeiterbewertung bei Adidas

 

Blickt man auf die Verkaufs- und Umsatzzahlen, ist Adidas der ewige Zweite hinter Nike und darf sich nur als zweitgrößter Sportartikelhersteller der Welt bezeichnen. Dabei hätte Adidas zumindest zeitlich gesehen eine Fußlänge vorne – die Grundbausteine des heutigen Unternehmens wurden in den 1920er Jahren von den beiden Brüdern Adolf und Rudolf Dassler im bayerischen Herzogenaurach gelegt. Wie auch bei Aldi hielt die Bruderliebe aber nicht sonderlich lange an und man zerstritt sich und ging getrennte Wege. Adolf Dassler führte Adidas weiter auf die internationalen Fußballplätze und Basketballfelder, Rudolf Dassler dagegen gründete einen weiteren harten Konkurrenten auf dem Sportartikelmarkt: Puma.

Während Puma weiterhin ein unabhängiger Konkurrent bleibt, schluckte Adidas 2006 für 3,1 Milliarden Dollar die US-amerikanische Firma Reebok. Bei Nike dürfte den Herzogenaurachern solch eine Übernahme wohl nie gelingen. Aber würden sich die Mitarbeiter von Nike gerne von ihnen übernehmen lassen, weil Adidas in den kununu Bewertungskategorien viel besser abschneidet? Sieh selbst:

 

Adidas

 

Die Adidas AG schafft einen durchschnittlichen kununu Gesamtscore von 3,66 Sternen und eine Weiterempfehlungsrate von 72 Prozent. Die Bewertungen von Lionel Messi und Timo Werner haben wir bisher leider noch nicht erhalten – ihre Meinung zu ihrem Arbeitgeber spielt im kununu Arbeitgeberduell also keine Rolle. Versprochen! Wir haben uns wieder die zwei besten und schlechtesten Bewertungskategorien für dich herausgepickt, denn: Impossible is nothing für die kununu Redaktion.

Image & Umwelt- / Sozialbewusstsein

Auch die Mitarbeiter von Adidas bewerten das Image ihres Arbeitgebers auf kununu am höchsten – nämlich mit 4,03 Sternen. Die Marke ist vital und wird von den Verantwortlichen gepflegt. Das führt dazu, dass das Personal immer wieder gerne offene Stellen an Freunde und Bekannte empfiehlt. Adidas ist als Arbeitgeber nämlich zumindest für diesen Mitarbeiter „der Beste“.

Die Zusammenarbeit mit Parley of the Ocean, bei der Sneaker aus Plastikmüll hergestellt werden, ist laut diesem Mitarbeiter nur ein Beispiel für das ausgeprägte Umweltbewusstsein des Konzerns. Die Mülltrennung wird ebenso beachtet. Was uns aufgefallen ist: Die am zweitbesten bewertete kununu Kategorie löst unter den Mitarbeitern starke Kontroversen aus. Manche denken sogar, dass Adidas hier nur Greenwashing betreibt und nur zu Marketingzwecken auf Umweltinitiativen setzt.

Kommunikation & Karriere / Weiterbildung

Selbst der schönste Schuh muss irgendwo Macken haben. So ist es auch bei Adidas. Am wenigsten Sterne gibt es mit durchschnittlich 3,39 für die kununu Bewertungskategorie Kommunikation. Das liegt nicht daran, dass jemand die bayerischen Kollegen nicht verstanden hat. Leider wird nämlich so gut wie gar nicht kommuniziert und viele Informationen werden nicht mit den Mitarbeitern geteilt. Betriebsversammlungen werden bei Adidas nicht abgehalten, obwohl sogar schon die Gewerkschaft eingeschaltet wurde.

Chancen auf Karriere und Weiterbildung gibt es bei Adidas nur für Mitarbeiter unter 40 Jahren. Das behauptet jedenfalls ein Angestellter in der Verwaltung. Vitamin B sei außerdem hilfreich, wenn man Weiterbildungskurse oder Seminare besuchen und Karriere machen möchte.

Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss

Ganz ehrlich? Das kununu Arbeitgeberduell war eine absolut knappe Kiste. Adidas konnte sich gegen den Lieblingsfeind Nike aber schlussendlich nicht durchsetzen und verlor mit 3,66 zu 3,68 Sternen. Der umstrittene Markenrepräsentant Cristiano Ronaldo ist eben doch ein schier unbesiegbarer Gegner. Sollst du Adidas jetzt von der Liste der potentiellen Traumarbeitgeber unter den Sportartikelherstellern streichen? Hmmmm, wir möchten da noch zu bedenken geben, dass für Nike bisher nur 72 kununu Bewertungen online sind, für Adidas aber schon ganze 575 Stück. Viele besonders zufriedene oder unglückliche Mitarbeiter haben ihre Meinung zu Nike möglicherweise noch gar nicht auf kununu geäußert und würden das Ergebnis des Arbeitgeberduells mit Sicherheit nochmal beeinflussen. Du musst jedoch unabhängig von unserer Einschätzung selbst entscheiden, mit welchen Arbeitgeber du bis zur Rente laufen möchtest. Einen großen Unterschied wirst du bei Nike und Adidas womöglich sowieso nicht merken.

Ähnlich spannend wie der Kampf der Sportartikelgiganten blieb das Arbeitgeberduell von BMW und Audi. Kleiner Spoiler: Die Mitarbeiter der beiden Autohersteller prangerten vergleichbare Probleme in ihrem jeweiligen Unternehmen an.