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Besoldung in NRW

400 Euro weniger? Streit um die neue Besoldung in NRW

Veröffentlicht:  17. September 2026, 09:53
2 min
Lehrerin schaut streng.

Um 1,68 Prozent steigen die Grundgehälter der Landesbeamten in Nordrhein-Westfalen ab 2027. Die FDP warnt jedoch: Beamtenfamilien in Großstädten wie Köln könnten ab 2028 monatlich 400 Euro oder mehr einbüßen. Der Grund ist eine Zulage, die Jahr für Jahr schrumpft.

Ein Zuschlag fällt weg, das Grundgehalt wächst

Anlass ist ein Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 17. September 2025 zur Berliner Besoldung, der bundesweit Maßstäbe setzt. Die Mindestbesoldung richtet sich seitdem nach der Prekaritätsschwelle von 80 Prozent des Median-Äquivalenzeinkommens statt nach der Grundsicherung. Der Gesetzentwurf der Landesregierung sieht vor:

  • Der Familienzuschlag der Stufe 1 entfällt, die Grundgehälter steigen dafür um 1,68 Prozent.
  • Die Anwärtergrundbeträge steigen um 30 Euro.
  • Die Staffelung der Familienzuschläge nach Mietenstufen endet.
  • Wer verliert, erhält eine Ausgleichszulage, die ab 2028 jährlich um 15 Prozent sinkt.
  • Die alte Ausgleichszulage für manche Familien mit drei und mehr Kindern weicht einer Einmalzahlung.
Frau im Businessoutfit im Meetingraum mit Kollegen.
Für die neuen Ausgleichszulagen kalkuliert das Land mit rund 225,76 Millionen Euro im Jahr 2027 – und nur noch mit 191,89 Millionen Euro im Jahr 2028.

Großstadtfamilien verlieren ihren Wohnkosten-Bonus

Bisher glichen regionale Zuschläge hohe Großstadtmieten aus. Im Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags warnte Ralf Witzel, haushaltspolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, laut Rheinischer Post: Das sorge dafür, „dass Sie in einer Großstadt wie Köln (…) zukünftig dann mehrere Hundert Euro brutto Verlustsituation haben“. Überschlägig komme er auf 400 Euro monatlich und mehr.

Ministerium spricht von „überschaubarer Absenkung“

Ein Vertreter des Finanzministeriums bestätigte im Ausschuss das Abschmelzen ab Januar 2028. Betroffen sei nur die Ausgleichszulage, gemessen an den erwarteten Tarifübertragungen sei das eine „recht überschaubare Absenkung“. Beschlossen sind bislang Erhöhungen um 2 Prozent ab März 2027 und um 1 Prozent ab Januar 2028. Nach eigener Berechnung der Redaktion wäre die Zulage Anfang 2034 aufgezehrt.

Der DGB NRW zieht eine klare Linie. Vorsitzender Thorben Albrecht: „Durch die Neustrukturierung darf niemand schlechter gestellt werden.“ Das gelte besonders für Familien in teuren Regionen.

Erst die Tabellen zeigen, wer verliert

Ob am Ende 400 Euro fehlen oder nur eine überschaubare Lücke bleibt, zeigen erst die neuen Besoldungstabellen. Der Entwurf soll im Oktober in den Landtag, gelten soll er ab 2027. Für Familien in teuren Städten tickt die Uhr ab Januar 2028 – mit 15 Prozent pro Jahr.