Wichtigste Benefits

Minijobs: neue Regelungen ab 2013

Minijobs, auch 400-Euro-Jobs genannt, werden in Zukunft zum 450-Euro-Job: Geringfügig Beschäftigte in Deutschland dürfen ab 1. Januar 2013 pro Monat 450 Euro verdienen. Dafür fallen sie in die Rentenversicherungspflicht.

Minijobber dürfen künftig mehr verdienen: Für derzeit mehr als 7 Millionen geringfügig Beschäftigte in Deutschland steigt ab 1. Januar 2013 die Zuverdienstgrenze auf 450 Euro an. Der Vorteil? Da bei Dauerarbeitsverhältnissen der Durchschnittsverdienst der letzten 12 Monate zählt, können Arbeitnehmer nun flexibler pro Monat dazuverdienen, ohne in die Sozialversicherungspflicht zu fallen oder Steuern zahlen zu müssen. Zweimal pro Jahr darf zudem die 450-Euro-Grenze  überschritten werden. Schüler und Studenten mit Bafög-Bezug sind davon allerdings ausgenommen. Für sie gilt weiterhin die 400-Euro-Grenze monatlich, da andernfalls ihre Förderung gekürzt wird.

Was sich bei neuen Minijobs ändert

Wer ab 2013 eine geringfügige Beschäftigung neu beginnt, wird in Zukunft rentenversicherungspflichtig. 3,9 Prozent vom Verdienst werden somit für die Rentenversicherung abgezogen und stocken den auch schon bisher geleisteten 15-prozentigen Anteil des Arbeitgebers auf. Somit werden Minijobs zu vollwertigen Beitragszeiten für die Rentenversicherung (mit allen Vorteilen, wodurch die Beschäftigten z.B. Rieser-Rente beantragen können). Möchte ein Minijobber keine Rentenversicherungsbeiträge bezahlen, kann er einen Antrag auf Versicherungsfreiheit stellen. Minijobber müssen auch weiterhin weder Kranken-, noch Arbeitslosen- oder Pflegeversicherungsbeiträge leisten.

Was sich bei bestehenden Minijobs ändert

Für bestehende Minijobs gibt es Übergangsfristen. Bestand der Minijob schon vor 2013, so bleibt diese Beschäftigung auch weiterhin bis Ende 2014 rentenversicherungsfrei. Wer die neue Regelung nutzen möchte, kann die Rentenversicherungspflicht aber auch wählen (Opt-in). Dafür ist lediglich eine schriftliche Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber notwendig. Erhöht sich das Entgelt bei bestehenden Minijobs ab 2013 allerdings auf 400,01 Euro bis 450 Euro, so wird der Minijobber rentenversicherungspflichtig.

Was sich für Midijobber ändert

Auch für Midijobber verschiebt sich die neu Gleitzone um 50 Euro auf 450,01 bis 850 Euro. Hat ein Beschäftigter vor 2013 in der Gleitzone zwischen 400,01 und 450 Euro verdient und war somit kranken-, pflege- und arbeitslosenversicherungspflichtig, so gilt die alte Gleitzonenregelung noch bis Ende 2014 weiter. Ausnahme: Verringert sich der monatliche Verdient auf 400 Euro oder weniger oder sind alle Voraussetzungen für eine Familienversicherung erfüllt, endet die Versicherungspflicht. Auch Beschäftigte, die bisher 800 bis 850 Euro bekommen haben, müssen sich noch bis 31. Dezember 2014 an die alte Regelung halten. Bis dahin können die Beschäftigten aber die Anwendung der neuen Gleitzonenregelung wählen.