Besoldungsrunde 2026
Mehr Geld für Beamte: Diese Tabelle zeigt, wann welches Bundesland mehr zahlt
6 von 16 Bundesländern haben die Besoldungserhöhung 2026 bereits überwiesen – im übrigen Deutschland warten Beamt:innen teils bis Dezember. Der Tarifabschluss dahinter ist überall derselbe. Wann das Geld ankommt, entscheidet allein der Dienstherr.
Gleicher Abschluss, 16 verschiedene Zahltage
Am 14. Februar 2026 einigten sich die Tarifgemeinschaft deutscher Länder und die Gewerkschaften auf 2,8 Prozent mehr ab dem 1. April 2026; mindestens 100 Euro, dazu 2,0 Prozent im März 2027 und 1,0 Prozent im Januar 2028. Auf die Beamtenschaft wirkt das nicht automatisch: Jedes Land braucht ein eigenes Gesetz. Hinzu kommt der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts vom 17. September 2025, der die Maßstäbe für eine amtsangemessene Alimentation verschärft hat. Mehrere Länder legen deshalb Geld drauf, Brandenburg setzt die Grundgehälter sogar komplett neu fest.
| Bundesland | 2026 | 2027 | 2028 | Stand |
| Baden-Württemberg | 1. April: +2,82 % | 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetzentwurf, Vorabzahlung erfolgt |
| Bayern | 1. Okt.: +2,82 % | 1. Sept.: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Referentenentwurf |
| Berlin | 1. April: +3,8 % | 1. März: +2,0 % | keine Regelung | Gesetz in Kraft |
| Brandenburg | 1. Jan.: Neufestsetzung der Grundgehälter, +7,14 bis +17,94 % | 1. März: Arbeitszeit 40 → 41 Std.¹ | – | Referentenentwurf |
| Bremen | 1. April: +2,8 % (mind. 100 €); 1. Juli: 41 Std. | 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetzentwurf |
| Hamburg | 1. April: +2,8 % (mind. 100 €), Sonderzahlung 27,5 % | 1. Jan.: 41 Std.; 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetzentwurf |
| Hessen | 1. Juli: +3,02 % (mind. 110 €) | 1. Okt.: +2,8 % | keine Regelung | Gesetzentwurf |
| Mecklenburg-Vorpommern | 1. April: +2,8 % (mind. 100 €) | 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetz in Kraft |
| Niedersachsen | 1. April: +2,8 % (mind. 100 €) | Folgegesetz offen | Folgegesetz offen | Gesetz in Kraft |
| Nordrhein-Westfalen | 1. April: +3,36 % auf die Grundgehälter, Zulagen +2,8 % | 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetz beschlossen |
| Rheinland-Pfalz | 1. April: +3,3 % (mind. 100 €) | 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetzentwurf |
| Saarland | 1. April: +2,8 % (mind. 100 €) | 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetzentwurf |
| Sachsen | 1. April: +2,82 %² | 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetz in Kraft |
| Sachsen-Anhalt | 1. April: +2,8 %² | 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetz beschlossen |
| Schleswig-Holstein | 1. Jan.: +4,0 %³ | 1. Jan.: +3,8 % | keine Regelung | Gesetzentwurf |
| Thüringen | 1. April: +2,8 % (mind. 100 €) | 1. März: +2,0 % | 1. Jan.: +1,0 % | Gesetzentwurf |
¹ Befristet bis 31. Juli 2032. Eine Stunde mehr pro Woche entspricht rechnerisch einer Kürzung um rund 2,5 Prozent je Arbeitsstunde – das gilt auch für Bremen und Hamburg.
² Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt übernehmen den tariflichen Mindestbetrag von 100 Euro nicht. Drei von ihnen gleichen das über 2,82 statt 2,8 Prozent aus, Sachsen-Anhalt nicht.
³ Zusätzlich rückwirkend zum 1. Januar 2025: +3,2 Prozent, mindestens 125 Euro, in den Gruppen A 6 bis A 15; darüber bis zu 4,58 Prozent.

Sechs Länder haben das Plus schon überwiesen
Am schnellsten war das Saarland: Dort kam die Erhöhung mit der Juni-Abrechnung an, samt Nachzahlung für April und Mai. Niedersachsen und Sachsen-Anhalt folgten im Juli, Sachsen und Baden-Württemberg Ende Juli, Berlin mit den August-Bezügen – dafür mit 3,8 Prozent beim höchsten Plus. Für alle anderen läuft die Uhr noch:
- Rheinland-Pfalz: Vorgriffszahlung mit den September-Bezügen, Nachzahlung ab April inklusive
- Bayern: erst zum 1. Oktober, die Anpassung wurde bewusst um sechs Monate verschoben
- Schleswig-Holstein und Thüringen: Beschluss nach der Sommerpause, Auszahlung voraussichtlich im November
- Brandenburg und Bremen: Dezember-Abrechnungen, Vorauszahlungen sind nicht geplant
Bei den Nachzahlungen entscheidet der Widerspruch
Für zurückliegende Jahre trennt sich das Feld noch deutlicher. Das Saarland will rückwirkend ab 2023 alle Besoldungsgruppen anpassen, unabhängig davon, ob jemand Widerspruch eingelegt oder geklagt hat. Thüringen zahlt für 2025 an alle, für 2008 bis 2024 dagegen nur an Kläger:innen und Widerspruchsführer:innen. Berlin, das Karlsruhe direkt zur Korrektur verpflichtet hat, knüpft im Entwurf seines Reparaturgesetzes jede Nachzahlung an einen Widerspruch für das jeweilige Jahr. Gut 490 Millionen Euro stellt das Land dafür bereit, berechnet nach individueller Laufbahn.
Bayern sieht keinen Handlungsbedarf, Rheinland-Pfalz plant gar keine Nachzahlungen, mehrere Länder warten weitere Karlsruher Entscheidungen ab. Der Tarifabschluss gilt bundesweit gleich – der Zahltag und der Anspruch auf Nachzahlung tun es nicht. Über beides entscheidet der Dienstherr und damit der Wohnort.