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Bekannte Gehälter

Marathon-Europameister Petros: Einkommen zwischen Bundeswehr und Prämie

Veröffentlicht:  19. August 2026, 16:11
2 min
Läufergruppe bei einem Straßenlauf mit Startnummern im Wettkampf.
Foto: Stefan Brending

Amanal Petros ist seit Sonntag Marathon-Europameister 2026. Der 31-Jährige gewann das anspruchsvolle Rennen in Birmingham mit Meisterschaftsrekord. Finanziell ausgesorgt hat er damit aber nicht automatisch. Sein Grundeinkommen sichert Petros als Sportsoldat bei der Bundeswehr, ob die 50.000-Euro-EM-Prämie hinzukommt, ist ungewiss.

Amanal Petros’ Einkommen bei der Bundeswehr

Seine sportliche Spezialisierung kam spät. Er war kein systematisch gefördertes Lauftalent im Kindesalter, da er während des eritreisch-äthiopischen Konflikts zur Welt kam und mit 16 Jahren allein nach Deutschland flüchtete. Erst in Deutschland begann er mit organisiertem Lauftraining.

Seit September 2017 gehört Petros zur Spitzensportförderung der Bundeswehr. Der Marathonläufer ist als sogenannter Mannschaftssoldat eingeordnet und wird für Training und Wettkämpfe weitgehend vom normalen Dienst freigestellt.

Welchen Dienstgrad Petros aktuell besitzt, ist nicht öffentlich bekannt. Denkbar wäre nach knapp neun Dienstjahren eine Einordnung als Haupt-, Stabs- oder Oberstabsgefreiter. Damit kämen ungefähr die Besoldungsgruppen A4 bis A6 infrage.

Bei einem normalen Aufstieg durch die Erfahrungsstufen dürfte Petros inzwischen ungefähr Stufe 4 erreicht haben. Das monatliche Grundgehalt liegt dort, abhängig vom tatsächlichen Dienstgrad, bei rund 2.950 bis 3.100 Euro brutto. Mit möglichen Anpassungen und kleineren Zuschlägen erscheint ein Bundeswehrgehalt von ungefähr 3.100 Euro brutto im Monat realistisch. Das entspricht etwa 37.200 Euro brutto im Jahr.

Bruttojahresgehalt Vollzeit

Ø 37.200 €
Geschätztes Durchschnittsgehalt

Bei Soldaten fällt das Nettogehalt vergleichsweise hoch aus, weil sie unter anderem keine gewöhnlichen Arbeitnehmerbeiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung zahlen und während ihrer Dienstzeit truppenärztlich versorgt werden.

Für EM-Gold erhält Petros nicht automatisch ein hohes Preisgeld

Seine Goldmedaille bringt Petros nicht automatisch ein festes Siegerpreisgeld. Bei der EM 2026 in Birmingham werden insgesamt zehn sogenannte „Gold Crowns“ vergeben, die jeweils mit 50.000 Euro dotiert sind. Grundlage ist die Bewertung der im EM-Finale erzielten Leistung nach den Punktetabellen von World Athletics.

Petros konkurriert dabei nicht nur mit den anderen Marathonläufern. Seine Gruppe umfasst den Marathon, das Halbmarathon- und Marathon-Gehen, den Zehnkampf sowie die Männerstaffeln über 4-mal 100 und 4-mal 400 Meter.

Petros hat wohl nur eine geringe Chance auf die 50.000 Euro

Mit 2:09:11 Stunden stellte Petros zwar einen neuen EM-Meisterschaftsrekord auf. Für die Bonuswertung zählt allerdings nicht, wie schwierig die Strecke war oder wie groß sein Vorsprung ausfiel. Bewertet wird in erster Linie die reine Zeit.

Das ist für Petros ein Nachteil: Die Marathonstrecke von Birmingham führte über zahlreiche Kurven und mehr als 600 Höhenmeter. Seine Zeit lag deshalb mehr als fünf Minuten über seinem deutschen Rekord von 2:04:03 Stunden. Diese Bestzeit hilft ihm bei der Bonuswertung nicht, weil ausschließlich die im EM-Finale erzielte Leistung berücksichtigt wird.

Hinzu kommt starke Konkurrenz innerhalb seiner Gruppe. Zehnkampf-Europameister Leo Neugebauer sammelte 8.611 Punkte. Auch schnelle Leistungen der Männerstaffeln können nach der World-Athletics-Tabelle höher bewertet werden als Petros’ Marathonzeit.

Damit dürfte Petros trotz seines Meisterschaftsrekords eher geringe Chancen auf die 50.000-Euro-Prämie haben. Ganz ausschließen lässt sich der Bonus erst, wenn European Athletics die endgültigen Gold-Crown-Gewinner veröffentlicht.

Das ist Amanal Petros’ geschätzter Verdienst

Unterm Strich dürfte Petros bei der Bundeswehr ungefähr 36.000 bis 38.400 Euro brutto pro Jahr verdienen. Einnahmen aus Sponsorenverträgen, Startgeldern, Ausrüsterboni und Prämien bei großen Marathonveranstaltungen können hinzukommen. Sein tatsächliches Gesamteinkommen ist jedoch nicht öffentlich.

Dass die Bundeswehr nicht alle Kosten seiner Profikarriere übernimmt, machte Petros bereits 2023 deutlich. Damals erklärte er gegenüber dem Bundeswehr Sport-Magazin, rund 10.000 Euro aus eigener Tasche in seine Vorbereitung auf den Berlin-Marathon investiert zu haben.

Sein EM-Titel steigert zwar seinen Marktwert und dürfte ihn für Sponsoren interessanter machen. Eine große Geldprämie ist mit der Goldmedaille allein aber nicht garantiert – und auf den Bonus von 50.000 Euro hat Petros nach derzeitiger Einschätzung nur geringe Chancen.