Abenteuer Start-up: Wie schneiden die jungen Unternehmen als Arbeitgeber ab?

Lesara, Foodora & Co: Traum-Arbeitgeber Start-up?

Von 24. bis 26. September heißt es in München neben Bier und Weißwurst auch wieder Bits & Pretzels. Das dreitägige Festival bringt Gründer, Start-up-Enthusiasten, Investoren und Entscheider aus dem Start-up-Ökosystem zusammen. Doch was ist dran, am Gründer-Hype? Erfreuen die aufstrebenden Unternehmen nur ihre Finanziers oder taugen sie auch als Arbeitgeber? Wir nehmen die bekanntesten Start-ups mal genauer unter die Lupe.

Teamwork und steile Lernkurve bei Fashion-Start-up Lesara

Mit einer Wachstumsrate von über tausend Prozent wurde das Fashion-Start-up Lesara von der Gründerszene zum am schnellsten wachsenden Start-up 2016 gewählt. Bei so einem rasanten Tempo muss doch die Unternehmenskultur leiden, oder? Falsch, denn ein kununu Score von 4,02 und Bewertungen, die sich wie Lobgesänge lesen, beweisen das Gegenteil. Lesara wird darin als Pionier des Teamworks gefeiert. Zudem sei der Online-Händler ein ideales Umfeld für High Performer. Diese erwarten jede Menge Entwicklungspotential und eine steile Lernkurve. Langeweile kommt hier definitiv nicht auf. Kritik wird vereinzelt bei der Bezahlung laut, die mancher Mitarbeiter als mau empfindet. Auch eine hohe Fluktuation scheint bei Lesara ein Problem zu sein. Alles in allem fallen die Bewertungen jedoch überwiegend positiv aus.

GastroHero: Held der Arbeitswelt – leider kein Urlaubsgeld

Gastronomiebedarf online verkaufen: Vom Schockfroster bis zum Waffeleisen. Diese simple Idee bescherte dem Start-up GastroHero eine jährliche durchschnittliche Wachstumsrate von 1.345% seit 2016. Ende letzten Jahres fuhr das Start-up aus dem Ruhrpott obendrein eine Finanzierung von 2 Millionen Euro ein.[1] Chapeau, der Laden brummt. Aber sind die Gastrohelden auch Helden der Arbeitswelt? Bei einem hervorragenden kununu Score von 4,09 sieht es ganz danach aus. „Ich bin stolz für GastroHero zu arbeiten und hier kann man mit beruflichen Erfolgen tatsächlich glänzen und auch mal eine Heldin sein.“, schreibt eine Mitarbeiterin. Es herrschen eine offene Feedback-Kultur und Kollegialität. Gemeinschaft wird groß geschrieben. Weniger happy sind die Mitarbeiter jedoch über das fehlende Weihnachts- und Urlaubsgeld. Diese Leistungen seien laut Aussage von GastroHero veraltet. Dafür werden die Mitarbeiter mit Benefits wie Frühstücksservice, Dienstfahrrad und kostenlosen Getränken bedacht. Klingt schmackhaft, doch angesichts der Finanzlage ein wenig knausrig. Geht da nicht noch was?

Hotel? Trivago. Aber als Arbeitgeber..?

Hotel? Trivago. Das wissen wir seit der überaus wirksamen Werbung der Onlineplattform für Hotelbewertungen und -buchungen alle. Und wie läuft es für die Mitarbeiter des 2005 in Düsseldorf gegründeten Start-ups? Trivago sackt einen soliden kununu Score von 3,60 ein und auch ein genauerer Blick auf die Bewertungen vermittelt ein durchaus positives Bild. „Offene Kommunikation. Respektvolles Verhalten der Vorgesetzten. Immer ein offenes Ohr für Mitarbeiter. Team Zusammenhalt ist unglaublich.“, urteilt ein Mitarbeiter. Dazu gibts Müsli, Sandwiches und Getränke. Lecker! Punktabzug gibt es bei den Bewertungen jedoch in der Kategorie Kommunikation. „Großes Unternehmen mit komplett ungesteuerter Kommunikationshierarchie.“, findet ein Mitarbeiter. Hier besteht offenbar noch Verbesserungspotential.

Kein Betriebsrat für deutsche Foodora-Kuriere

Einen alles andere als schmackhaften Verlust von 58 Millionen Euro schrieb 2016 der Lieferservice Foodora. [2] Dazu passt ein mauer kununu Score von 2,87. Zusammenhalt sucht man bei Foodora vergeblich. Stattdessen herrscht eine unterkühlte Stimmung in der hektischen Zentrale. Ein ruhiges Arbeiten sei in den Büros kaum möglich. Eher fühle man sich „wie in einer Bahnhofshalle“. Auch die Kuriere des Lieferdiensts schätzen die Arbeitsbedingungen alles andere als optimal ein. Sie dürfen sich laut den Bewertungen für den Mindestlohn abstrampeln und anfallende Fahrrad-Reparaturen aus eigener Tasche bezahlen. „Die Gründung eines Betriebsrats ist nicht möglich, da alle befürchten sofort gegangen zu werden wenn sie dies versuchen.“, beschwert sich ein Fahrer von Foodora. In Österreich haben die Kuriere im März 2017 bereits erfolgreich einen Betriebsrat gegründet.[3] Bleibt zu hoffen, dass sich die Fahrer im Heimatmarkt Deutschland ebenfalls bald durchsetzen.

 

Hast du bereits Erfahrung in einem Start-up gesammelt? Erzähl es uns in deiner kununu Bewertung.

 

Quellen:

[1] Gründerszene

[2] NGIN Food

[3] Die Presse