Deutsche Bank: „Mitarbeiter erfahren Unternehmensnachrichten aus der Zeitung“

Die Deutsche Bank hat am Wochenende angekündigt, drastisch Arbeitsplätze abbauen zu wollen. Jede fünfte Stelle soll demnach gestrichen werden, das sind insgesamt 18.000 Jobs. Während der radikale Umbau die Zukunft von Deutschlands größtem Geldhaus sichern soll, verlassen Angestellte unter Tränen ihren Arbeitsplatz. Ahnten die Mitarbeiter bereits den Niedergang der Deutschen Bank voraus und wie bewerten sie ihren Arbeitgeber? Wir haben in unseren kununu Daten nachgeforscht.

Kündigungswelle: Stellenabbau begann Anfang der Woche

Die Deutsche Bank hat im Zuge des angekündigten Umbaus bereits Anfang der Woche mit dem Stellenabbau begonnen. Wie Bankchef Christian Sewing am Montag sagte, erhielten die ersten betroffenen Mitarbeiter in Asien bereits ihre Kündigungen. Die Stellenstreichungen seien „schmerzhaft aber unvermeidbar“, sagte Sewing. Wie viele Mitarbeiter konkret an welchen Standorten gehen müssen, hat der Konzern aber noch nicht bekanntgegeben.[1]

Wie die „Welt“ berichtet, wurden Mitarbeiter des Büros in Tokio am Montagmorgen darüber informiert, dass der Aktienhandel in ganz Asien geschlossen wird. Viele wurden nach dem Meeting direkt zum Aufzug gebracht und durften nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Ebenfalls betroffen sind vor allem die Standorte London, Singapur, Hongkong und New York. „Hier bricht alles zusammen, die Stimmung ist mehr als düster“, sagt ein Mitarbeiter in London. Die Aktienhändler durften hier noch ihre Sachen zusammenpacken, ab Montagmittag funktionierten aber die Zugangskarten schon nicht mehr.[2] Wie die Nachrichtenagentur „Bloomberg“ berichtet, verließen Mitarbeiter unter Tränen das Gebäude und hielten dabei ihre Kündigungsunterlagen noch in der Hand. Von den Fluren des New Yorker Büros hatte es schon vergangene Woche Berichte gegeben, dass die Mitarbeiter keine Lust mehr hätten und ab mittags zum Bier trinken in örtliche Kneipen verschwinden würden.[3]

Wie steht es um die Mitarbeiter in Deutschland?

Am Dienstag meldete sich der Betriebsrat der Deutschen Bank: Er will Klarheit über die Größenordnung des Stellenabbaus im Heimatmarkt. „Wir erwarten, dass der Vorstand bald mit konkreten Abbauplänen für Deutschland auf uns zukommen wird“, sagte Konzernbetriebsratschef Frank Schulze der Deutschen Presse-Agentur in Frankfurt. „Wir sind zuversichtlich, dass wir den Stellenabbau ohne Kündigungen und sozialverträglich hinbekommen werden.“

„Verbesserungsvorschläge: Geschäftsmodel um 180 Grad ändern. Alte Manager entlassen. Beim Vorstand anfangen.“

Und wie bewerten die Mitarbeiter in Deutschland ihren Arbeitgeber? Aktuell kommt die Deutsche Bank auf einen kununu Score von 3,48 und liegt damit nahe am Durchschnitt der Banken-Branche mit einem Score von 3,50. Ein Blick in die kununu Daten zeigt jedoch ein durchwachsenes Bild mit einem anhaltenden Abwärtstrend seit letztem Jahr. Ein kununu User beschreibt genau das in einer Bewertung und betont, dass die Deutsche Bank einmal ein guter Arbeitgeber war.

Fehlende Kommunikation trifft überholtes Geschäftsmodell

„Als DB Mitarbeiter erfährt man die Unternehmensnachrichten genauso aus der Zeitung wie jeder Kunde.“

In den Bereichen Kollegenzusammenhalt und Gleichberechtigung kann das Unternehmen punkten, Nachholbedarf besteht laut Mitarbeitern vor allem in der Kommunikation – ob nach innen oder nach außen. „Kaum top-down Kommunikation, intransparentes Management, Informationen werden spät weiter gegeben“ beschreibt ein kununu User seine Erfahrung in einer Bewertung. Neben der Kommunikation werden auch Konkurrenzdruck und schlechte Führung in einigen aktuellen Bewertungen thematisiert. User berichten von Ellbogenkultur und massivem Vertriebsdruck und sehen die Führungskultur einiger Vorgesetzter kritisch. Mit einem Score von 3,03 ist jedoch das Image des Geldhauses am schlechtesten bewertet – auch wenn manche Mitarbeiter der Meinung sind, die Deutsche Bank wäre besser als ihr Ruf. Die aktuellen Entwicklungen tragen wohl nicht zu einer Verbesserung der Reputation bei. In manchem Bewertungen schwingt außerdem schon eine leise Vorahnung mit, dass nicht nur bei Kommunikation und Image Luft nach oben ist:

„Marode Systeme, marodes Geschäftsmodell und ein Image wogegen Mafiosis noch wie wahre Saubermänner ausschauen.“

Quellen:

[1] focus.de

[1] welt.de

[1] bloomberg.com