Kündigungsfristen Deutschland

Kündigungsfristen für Arbeitnehmer in Deutschland

Welche Kündigungsfristen Sie in Deutschland einhalten sollten, um finanzielle Einbußen zu vermeiden, haben wir für Sie recherchiert. 

Sie möchten Ihren Job kündigen? Damit sind Sie nicht alleine. Laut einer aktuellen Studie von Manpower spielen 47 Prozent der Deutschen mit dem Gedanken, innerhalb der nächsten 12 Monate zu kündigen. Wichtig dabei ist, die Kündigungsfristen für Arbeitnehmer einzuhalten. Andernfalls könnte dies für Sie finanzielle Nachteile mit sich bringen.

4 Wochen Kündigungsfrist sind die Regel

Als Arbeitnehmer können Sie jeweils zum 15. oder zum Monatsletzten unter Einhaltung einer Kündigungsfrist von 4 Wochen kündigen, außer Ihr Kollektivvertrag oder Arbeitsvertrag sieht andere Regelungen vor. Zwischen der ausgesprochenen Kündigung und dem letzten Arbeitstag sollen also mindestens 4 Wochen Kündigungsfrist bzw. die im Vertrag festgelegte Zeitdauer liegen. Möchten Sie beispielsweise mit 31.1. kündigen, sollten Sie spätestens am 3.1. Ihre Kündigung bekanntgeben. Wer etwa am 30.6. seinen letzten Arbeitstag in einem Unternehmen verbringen möchte, sollte seine Kündigung spätestens am 2.6. einbringen.

Achtung bei Probezeit und kürzeren Kündigungsfristen!

Kürzere Fristen sind nur bei Aushilfskräften (max. 3 Monate Beschäftigungsdauer) und bei Unternehmen mit höchstens 20 Mitarbeitern zulässig. Möglich sind auch vereinbarte längere Kündigungsfristen für Sie als Arbeitnehmer, allerdings nur dann, wenn sich dadurch auch gleichzeitig die Kündigungsfrist für den Arbeitgeber verlängert. Beim Kündigen in der Probezeit gelten andere Kündigungsfristen. Beginnen Sie als Arbeitgeber neu in einem Unternehmen in Deutschland, so darf die Probezeit max. 6 Monate betragen, für Auszubildende zwischen 1 und 4 Monaten. Nach Ablauf der Probezeit gilt eine Kündigungsfrist von 4 Wochen, außer dies wurde im Dienstvertrag oder Kollektivvertrag anders vereinbart.

Schriftliche Kündigung wichtig

Kündigen Sie immer schriftlich. Überbringen Sie Ihr Kündigungsschreiben persönlich, so beginnt die Kündigungsfrist ab sofort zu laufen. Bei einer Kündigung per Post zählt hingegen erst das Einlagen der Kündigung bei Ihrem Arbeitgeber. Achtung: Verschicken Sie Ihre Kündigung per Einschreiben und konnte der Brief nicht sofort zugestellt werden, zählt erst der Tag, an dem das Schreiben von der Post abgeholt wurde.

Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Ein Anspruch auf Arbeitslosengeld besteht grundsätzlich nur dann, wenn Sie unfreiwillig arbeitslos geworden sind. Andernfalls ist eine Sperrzeit von bis zu 12 Wochen möglich. Kündigen Sie also freiwillig, kommt es zu einer Sperrzeitprüfung,  die nachprüfen soll, ob ein wichtiger Grund für Ihre Kündigung vorliegt. Wichtige Gründe wären etwa eine Arbeitsvertragsverletzung durch den Arbeitgeber. Ist Ihr Arbeitgeber zum Beispiel seiner Lohnzahlung nicht richtig nachgekommen oder wurden Sie durch Mobbing in die Arbeitslosigkeit getrieben (dazu brauchen Sie natürlich Beweise, wie Arztbestätigungen etc.), so können Sie diese Gründe bei der Arbeitsagentur vorbringen.