It’s a match! – Wie du aus Stellenanzeigen herausliest, ob der Job zu dir passt

Mal ehrlich, es gibt Spannenderes als Bewerbungen zu schreiben. Vor allem, wenn man sich dann noch die Anforderungsprofile von Stellenanzeigen durchliest und das Bengelchen auf deiner Schulter schreit: „Dafür bist du nicht gut genug!“. Berufseinsteiger und Langzeitarbeitslose fühlen sich oft mit den hohen Erwartungen überfordert und bleiben dadurch als potentielle Bewerber auf der Strecke. Aber Schluss damit! Verunsicherung und Aussichtslosigkeit haben in Zukunft keine Chance mehr, denn wir verraten dir heute einen Entschlüsselungscode für Stellenanzeigen, mit dem du ganz leicht herausfinden kannst, ob der Job zu dir passt.

Kann man haben, muss man aber nicht

Wenn du dich erstmal durch die Firmenbeschreibung gekämpft hast, kommst du zu unserem ersten Objekt der Begierde: Den Anforderungen und Qualifikationen, die du mitbringen solltest. Meistens eine lange Auflistung von Dingen, die du als optimaler Kandidat haben solltest – oder auch nicht! Denn Personaler sind sich einig, dass es bereits reicht, wenn ein Bewerber 60 Prozent der Anforderungen erfüllt. Schließlich soll dich dein neuer Job ja auch fordern und du daran wachsen. Also Scheuklappen wieder einfahren und weiterdecodieren.

Die Position der Anforderungen verrät dir meistens bereits, wie wichtig sie ist. Erste Anforderung – essentiell. Erfüllst du sie nicht, kannst du dir gleich die Mühe sparen ein Motivationsschreiben aufzusetzen. Zweite Anforderung – wichtig, aber verhandelbar. Dritte und weitere Anforderung – zählt definitiv als Plus, wenn du sie hast, ist jedoch nicht erforderlich.

Die Macht der Wörter

Auf dem Weg zur Auflösung, welcher Job zu dir passt, sind die Formulierungen der gewünschten Qualifikationen unser zweiter Stopp. Um manche Sachen kommt man einfach nicht umhin, die sogenannten Muss-Qualifikationen, wie ein Studienabschluss oder Berufserfahrung. Woran du sie entlarven kannst? Ganz einfach, an Formulierungen wie „erwarten wir“, „sind erforderlich“, „setzen wir voraus“ oder „Sie bringen mit“. Im Gegensatz dazu hören sich die Kann-Qualifikationen schon wesentlich milder an. „Idealerweise“, „von Vorteil wäre“, „wir würden uns freuen über“, „ausbaufähige Kenntnisse“ oder „wünschenswert“ sind Floskeln, die dir verraten, womit du Bonuspunkte bei deiner Bewerbung sammeln kannst. Wenn du sie jedoch nicht hast, ist das noch lange kein Anzeichen dafür, dass du für die Stelle nicht gut genug bist!

Nobody is perfect

Nobody is perfect – ein Satz, den du dir zu Herzen nehmen solltest. Denn, wenn du eine Stellenanzeige eines Unternehmens liest, solltest du immer im Hinterköpfchen haben, dass das der Idealvorstellung des Unternehmens entspricht. Es stellt Maximalanforderungen. Und zwar deswegen, weil sie sich von Mitbewerbern abheben möchten. Wie sie das anstellen? Indem sie von ihren Mitarbeitern überdurchschnittliche Anforderungen verlangen, von denen sie eigentlich wissen, dass sie fern jener Realität liegen. Würden sie allerdings kaum Qualifikationen voraussetzen, wie würde sich das dann auf ihre Produkte und ihr Image auswirken?

Auf jeden Fall solltest du dir bewusst machen, dass es jenen idealen Bewerber gar nicht gibt. Es werden sich unterschiedliche Menschen auf deinen Traumjob bewerben, mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Erfahrungen. Manche kannst du davon wahrscheinlich auch vorweisen, manche davon wahrscheinlich nicht. Doch das macht absolut nichts, denn jeder Bewerber ist einzigartig – genauso wie dein Charakter.

Diese Charaktere sind im Vormarsch

Du bist du. Deinen Charakter kann und sollte niemand ändern. Denn eines steht fest: Der Job sollte zu dir passen, nicht du zum Job. Deswegen haben wir für euch ein paar Charaktereigenschaften entschlüsselt, die du häufig in Stellenanzeigen finden kannst. Doch was versteckt sich hinter der Phrasendrescherei der Unternehmen wirklich?

Dynamik: Du bist eine Frohnatur und immerzu mit vollem Elan bei der Arbeit? Perfekt! Denn dieses Unternehmen ist auf der Suche nach einem Animateur, der die Kollegen begeistert und vor allem auch sich selbst. Du sollst der Motivator Nummer eins sein, für alle anderen und dich selbst.

Eigenverantwortung: Der Sprung ins kalte Wasser. Sag deiner Einschulung adé und bereite dich darauf vor, dir selbst alles beizubringen. Vorteil: Du kannst alles nach deinen Wünschen gestalten, denn niemand wird dir sagen, wie du etwas zu machen hast. Nachteil: Wenn’s nicht gefällt, trägst du die Verantwortung.

Flexibilität: Eine Eigenschaft, die sich in jeder Stellenanzeige finden lässt. Was sie dir sagen will? Dass du dich auf wechselnde Tätigkeiten einstellen kannst und du dich schnell in neuen Umgebungen zurecht finden solltest. Allerdings solltest du berücksichtigen, dass es jene Charaktereigenschaft wohl nur in das Inserat geschafft hat, weil es in jedem steht. Schließlich wäre „Wir suchen starrköpfige, inflexible Mitarbeiter“ doch etwas zu innovativ.

Kommunikative Fähigkeiten: Unverzichtbare Anforderung für diesen Job: Du hast einen Mund, der gerne Gymnastik betreibt und keine Probleme mit Marathonläufen hat. Zu deinen Aufgaben werden wahrscheinlich Telefonate und Kundenbetreuung zählen, aber wenn du Pech hast, könnte dir jene Floskel auch vermitteln wollen, dass du der neue Mentor zwischen den streitsüchtigen Kollegen bist und den Laden zusammen halten solltest.

Teamfähigkeit: Was steckt bloß hinter dieser ständigen „Teamfähigkeit“? Möglichkeit Nummer eins wäre, dass du nicht immer stur auf deiner Meinung beharrst und auch mal Ideen zugunsten der Gruppe zurück ziehst. Du sollst dich zwar selbst für deine Arbeit ins Zeug schmeißen, gibst du allerdings mal eine Aufgabe ab, wird niemand ein Problem haben. Möglichkeit Nummer zwei wäre, dass es einfach nur dasteht, weil es in jeder Stellenanzeige steht. Die Aussagekraft davon tendiert deswegen gegen Null.

Das Wichtigste bist du!

Du hast es geschafft! Wir vermitteln dir hiermit das Diplom für Decodierkünste in Bezug auf Stellenanzeigen. Graduation Party? Die darfst du gleich selbst veranstalten, doch davor gibt es noch ganz klassisch eine kleine Abschlussrede mit Lebenstricks von uns. Bevor du das Erlernte in die Praxis umsetzt, solltest du dir nämlich ganz genau bewusst machen, wer du bist und was du möchtest. Liebst du die familiäre Atmosphäre in einer kleinen Agentur oder stehst du eher auf die klaren Strukturen eines Großkonzerns? Hältst du auch alleine ohne Probleme die Stellung oder brauchst du ein starkes Team hinter dir? Holst du dir gerne Feedback ein oder arbeitest du lieber nach deinen eigenen Vorstellungen? Wenn du dir dessen bewusst wirst, wird es dir viel leichter fallen erst einmal Stellenanzeigen zu finden und später auch Jobs, die wirklich zu dir passen. Also sei mutig, lass dich nicht einschüchtern und mach dich auf die Suche nach deinem Traumjob!

 

 

Quellen:

editionf.com

careerloft.de

karrierebibel.de

gulp.de