Stuhlreihen

Inside the Box: Der Trend Großraumbüro

Telefonklingeln, Tastengeklapper und minimale Privatsphäre: Neben defektem WLAN-Router und unzähligen Windows-Updates sind Großraumbüros so ziemlich die wahren Apokalyptischen Reiter der Workaholicdynastie. Dicht gestapelt und gequetscht bestreiten Einzelkämpfer aussichtslose Kriege gegen To-Do-Liste und Tinnitus – aber liegt das vielleicht gar nicht am Open-Space-Konzept, sondern vielmehr an der Umsetzung?

Legehenne als Bazillenschleuder

Mehr Kommunikation, weniger Kosten – Großraumbüros oder Open-Space-Gedanken verfolgen unterschiedlichste Intentionen und Ziele. Generell gilt aber: Viele Menschen auf engem Raum beeinflussen die Gesundheit aller Anwesenden – und zwar negativ. Wer also seine Mitarbeiter enger zusammenpfercht als austauschbare Legehennen im Discounter-Käfig, braucht sich nicht wundern, wenn sie unter Antibiotika und Leistungsdruck nur noch minderwertige Qualität abliefern. Umweltpsychologe der Cornell-Universität Gary Evans hat erforscht, dass wir im Großraumbüro doppelt so viele Stresshormone wie im Einzelbüro ausschütten. Ständige Verteidigungsversuche unseres nicht wirklich vorhandenen Reviers steigern das Krankheitsrisiko und führen im Schnitt zu fast doppelt so vielen Fehlzeiten. Von Bazillenaustausch auf engem Raum mal abgesehen –  Nies-Tröpfchen können übrigens 12 Meter weit fliegen.[1,2,3,7]

Klasse statt Masse

Aber was, wenn unsere Assoziationen von vollgestopftem Callcenter-Charme mit trostlosen Schreibtischreihen gar nicht mehr der Zukunft entsprechen? Immer mehr Start-Ups und große Konzerne wie Facebook, Google und Co zeigen, dass weniger Wände und Türen nicht zwangsläufig auch weniger Zufriedenheit und Entspannung bedeuten müssen.[6] Im Gegenteil: Lange Gehwege und wortwörtlicher Tapetenwechsel schaffen Freiraum für Kreativität und Entfaltung. Laut einem Experiment der Standfort University bekommen wir nämlich die besten Einfälle, wenn wir uns aktiv bewegen.[4] Wenn also jede erdenkliche Lücke mit Schreibtischen zugestellt wird, war’s das mit Flexibilität. Deswegen ist entscheidend, was dein Arbeitgeber aus dem Konzept Großraumbüro macht.

Firmen müssen sich für uns ändern – nicht umgekehrt

Graue Wände und ca. 12 Quadratmeter Fläche pro Person genügen längst nicht mehr.[8] Die Generation Freigeist ist nicht dazu gemacht, hinter tristen Papptrennern zu hocken – schon gar nicht, wenn wir täglich dazu gezwungen werden, „Outside the Box“ zu denken. Wir wollen als bunte und unabhängige Weltveränderer mit dem Laptop durch die Flure ziehen und uns an unserem Arbeitsplatz wohlfühlen. Nicht mehr die ökonomische Quantität, sondern vielmehr die Qualität durch Kommunikation und flache Hierarchien stehen im Vordergrund. Anders als früher suchen wir uns die Firma aus – nicht umgekehrt.[9]

Das wissen auch die Unternehmen und sind sogar bereit, für bekannte Architekten und moderne Büroflächen sehr viel Geld zu investieren.[6] Sie schaffen Bibliotheken, Sitzinseln und Meetingräume, kreieren mit leuchtenden Farben sogar Hobbyzimmer und Wohlfühloasen. Bei deinem Arbeitgeber ist das anders? Dann nutze die fehlenden Türen und mach‘ dich aus dem Staub. Das Leben ist zu kurz, für einen Arbeitsplatz, der dich unglücklich macht.

kununu weiß wie’s geht!

Work-Life-Balance, nur ein Begriff? Von wegen! Unser neues Office kann sich sehen lassen. Zwischen Hundwelpen, Skateboardrennen und Tischtennismatches bekommt man schließlich die besten Ideen. Und keine Angst – wir arbeiten auch 😉


Quellen:

[1] spiegel.de

[2] spiegel.de

[3] handelsblatt.com

[4] wissenschaft.de

[5] zeit.de

[6] inc.com

[7] welt.de

[8] zeit.de

[9] ksta.de