In 4 Steps zum unbeliebtesten Workaholic unterm Weihnachtsbaum

Leise rieselt der Schnee – oder in den meisten Fällen eher sehr unangenehmer Regenmatsch. Mit Last Christmas im Ohr und Mandarinen-Geruch in der Nase stolperst du vom Lebkuchenregal in Punschstände und weißt, dass du bald wieder von einer Weihnachtsfeier zur nächsten pilgern musst. Damit dort auch wirklich jeder merkt, was für ein erfolgreicher Karriere-Starter du bist: Mit diesen 4 Schritten wirst du zum unbeliebtesten Workaholic unter jedem Weihnachtsbaum 😉

#1 Also, bei mir in der Firma.

Weihnachten ist das Fest der Liebe, schon klar. Blöd nur, dass du eigentlich mehr Zeit an deinem Arbeitsplatz verbringst als sonst irgendwo. Und mal ehrlich: Für die unnötigen Stunden beim familiären Weihnachtsessen verschwendest du gerade wichtige Ressourcen. Daher Regel Numero Uno: Binde ruhig jedem auf die Nase, dass du eigentlich gerade wichtigere To-Dos auf dem Tisch hast und dein Arbeitgeber ohne dich überhaupt völlig die Orientierung verliert.

Besonders cool: Erzähle den ganzen Abend lustige Anekdoten deiner Kollegen, deren Namen die restlichen Personen im Raum sowieso nicht kennen und die nur du verstehst. Toppen kannst du das Ganze, indem du bei jedem zweiten Satz mit „Also, bei uns in der Firma“ beginnst. Schließlich seid ihr die wahre Family – so steht es zumindest auf der Firmenhomepage. Wichtig ist, dass auch wirklich jeder merkt, wie toll das Unternehmen ist. Muss ja keiner wissen, dass du eigentlich nur versuchst dein fehlendes Privatleben zu kompensieren und du nur den Job hast, um dich als Person zu definieren.

 

#2 Wrap it like it’s hot.

Wenn es an die Geschenke geht, kannst du richtig punkten. Denn hier wissen wir alle: Der persönliche Touch macht Weihnachtsgeschenke erst so richtig besonders. Also lasse das langweilige, kitschige Geschenkpapier im Schrank und verpacke deine Präsente mit Power-Point-Folien und KPI-Tabellen deiner tollsten Erfolge aus dem Jahr 2018.

Wenn dann nämlich ein Beschenkter verwirrt (und vielleicht auch ein wenig entgeistert) fragt „Was soll denn das?“ ist dein Moment gekommen, um mit deinem zweistündigen Monolog über deine Karriere zu starten. Wichtig dabei: Falls dich unnötige Zwischenfragen aus dem Konzept bringen oder dein Publikum den Raum verlässt, fange immer wieder davon an – oder wiederhole Schritt 1. Denn hey, du hast immerhin den ganzen Abend. Absoluter Pro Tipp: Visitenkarten machen sich super als Baumschmuck oder als kleiner Hingucker auf der Weihnachtstafel.

 

#3 Sorry, ich muss da kurz ran gehen.

Was wäre dein Workaholic-Image ohne Schritt 3? Richtig, nur heiße Luft. Also aufgepasst für den ultimativen Tipp zur besinnlichen Weihnachtszeit: Sei erreichbar. Immer. Die ganze Zeit. Egal ob Handy, Tablet oder Laptop – sorge dafür, dass alle Geräte auf Hochtouren laufen und ganz wichtig: Nicht stumm geschaltet sind. Schließlich sind surrende Telefone und Mail-Benachrichtigungen die neue Währung der Wichtigkeit.

Nimm jeden Anruf entgegen und entschuldige dich mit einem „Sorry, ich muss da kurz ran gehen“, um dann möglichst nicht kurz, sondern seeeeehr lang lautstark über defekte Kaffeemaschinen, To-Dos für November 2020 oder Sitzordnungen zu diskutieren. Themen eben, die ganz sicher nicht bis nach den Feiertagen warten können. Dabei spielt es auch keine Rolle, dass du die ganze Zeit nur Push-Up Benachrichtigungen von Candy Rusch bekommst, weil dein Chef und deine Kollegen nicht so coole Workaholics sind wie du. Hauptsache du siehst busy aus.

 

 

#4 Meine Pläne fürs nächste Jahr? Überragend.

An Weihnachten ist auch Silvester nicht mehr weit und so kommt es, dass zu späterer Stunde jeder seinen Gedanken an das vergangene Jahr nachhängt und Pläne für das nächste schmiedet. Umso besser natürlich, wenn du auf diese Gespräche vorbereitet bist – und so richtig angeben kannst. Erzähle von utopischen Plänen und übertreibe, was das Zeug hält. Hier gilt: Zu viel geht nicht.

Richtig gut kommt es an, wenn du Gesprächsanteile deines Gegenübers im Keim erstickst oder mit einem vielsagenden Blick à la „dein Jahresziel ist unter meinem Niveau“ quittierst. Dann hast du schlechtes Karma für die nächsten 12 Monate sicher auf deiner Seite.

 

Wie viele Stunden rackerst du dich ab?