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Hohe Managementgehälter: Was sagen die Mitarbeiter dazu?

Immer wieder sorgen hohe Managementgehälter für Kritik. Dass die Vorstandschefs nichts zu klagen haben, ist klar. Doch was sagen die Mitarbeiter abseits des Top-Managements zu ihrem Gehalt und wie bewerten sie ihren Arbeitgeber? Wir haben einen Blick in unsere kununu Daten geworfen.

So viel verdienen die bestbezahlten Topmanager

Trotz stagnierender Gewinnen haben die Chefs der größten deutschen Börsenkonzerne im letzten Jahr viel verdient. Im Schnitt zahlten die 30 im Aktienindex Dax vertretenen Unternehmen ihren Vorstandsvorsitzenden 7,5 Millionen Euro, wie die Frankfurter Beratungsfirma hkp berechnet hat. Spitzenverdiener war 2018 der ausgeschiedene Beiersdorf-Chef Stefan Heidenreich. In seinem letzten Jahr als Vorstandsvorsitzender erhielt er mit 23,45 Millionen Euro die höchste Vergütung, die ein Vorstandschef im Dax jemals kassierte. Davon stammten 21 Millionen aus langfristiger Vergütung, die Heidenreich in den sieben Jahren seiner Amtszeit angehäuft hatte.

Auf Platz 2 lag Allianz-Chef Oliver Bäte mit 10,33 Millionen – auch er profitierte von langfristigen Vergütungen, die ausgezahlt wurden. Gefolgt von Bill McDermott, Vorstandschef des Softwarekonzerns SAP. Nachdem McDermott zweimal in Folge die Liste anführte, rutschte er nun mit einer Vergütung von 9,97 Millionen Euro knapp unter die Zehn-Millionen-Marke. Ebenfalls üppige Gehälter zwischen 9,6 und 8,19 Millionen bekamen die Chefs von Siemens, HeidelbergCement, Daimler und der Deutschen Post.[1]

Sind hohe Managementgehälter gerecht?

Die Vorstandsgehälter bei den 30 Dax-Konzernen sind zwar im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent gesunken – damit aber weit weniger stark als die Aktienkurse. Die Mitarbeiter der Großkonzerne mussten im vergangenen Jahr zwar in der Regel keine Verdienstrückgänge hinnehmen. Dennoch klafft zwischen ihnen und den Topmanagern eine riesige Lücke: Im Schnitt verdiente ein Vorstandsmitglied eines Dax-Konzerns 52-mal so viel wie ein durchschnittlicher Angestellter.[2]

Viele können die Auszahlung von Spitzengehältern nicht nachvollziehen und in Deutschland stößt die Thematik sogar auf mehr Kritik als in anderen Ländern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Instituts Allensbach, die der Soziologe Rainer Zitelmann für sein Buch „Die Gesellschaft und ihre Reichen“ in Auftrag gegeben hat. Fast zwei von drei Deutschen finden es unangemessen, wenn eine Führungskraft hundertmal mehr verdient als der durchschnittliche Angestellte. Nur jeder fünfte Deutsche denkt, dass Unternehmen für die besten Manager zwangsläufig sehr hohe Gehälter zahlen müssen. Im Vergleich mit Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten ist die Zahl derjenigen, die Spitzengehälter ablehnen, damit in Deutschland am höchsten.[3]

Wie zufrieden sind die Mitarbeiter mit ihrem Gehalt?

Da drängt sich doch die Frage auf: Was sagen die Mitarbeiter von Beiersdorf, Allianz und SAP zu ihrem Gehalt und ihrem Arbeitgeber? Beiersdorf kommt auf einen kununu Score 3,75 und die Kategorie Gehalt/Sozialleistungen ist mit 4,24 am besten bewertet. Am schlechtesten schneidet die Bewertungskategorie Karriere/Weiterbildung mit 3,68 von 5 kununu Sternen ab.

„Karriere / Weiterbildung: Möglichkeiten sind gegeben. Wer gut netzwerken kann kommt am Weitesten. Gehalt / Sozialleistungen: immer abhängig vom Vertrag. Es gibt sehr viele Unterschiede.“ – Bewertung bei Beiersdorf

Der Versicherungskonzern Allianz bekommt von den Usern einen kununu Score von 3,64. Am besten schneiden Kollegenzusammenhalt und Gleichberechtigung ab und kommen jeweils auf 3,92 von 5 kununu Sternen. Am wenigsten zufrieden sind die Mitarbeiter jmit ihrer Work-Life-Balance und vergeben im Schnitt 3,52 Sterne. Die Bewertungskategorie Gehalt / Sozialleistungen folgt erst auf Platz 6 und wird durchschnittlich mit 3,61 bewertet – es besteht also noch Luft nach oben. Ein User thematisiert die Unterschiede zwischen dem Top-Management und den Angestellten in einer Bewertung:

„Das Management sichert sich die Millionen-Gewinnbeteiligung und die Mitarbeiter schauen in die Röhre.“ – Bewertung bei Allianz

Der kununu Score von 4,25 des Softwarekonzerns SAP kann sich sehen lassen. Am besten schneidet die Bewertungskategorie Image mit 4,55 ab. Gehalt und Sozialleistungen kommen mit einem Score von 4,37 erst an siebter Stelle. Wie beim Versicherungsunternehmen Allianz wird die Work-Life-Balance mit 4,03 am niedrigsten bewertet. Auch wenn die Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter alles in allem zufrieden mit ihrem Arbeitgeber und Gehalt zu sein scheinen, wird eine langsame Gehaltsentwicklung in Bewertungen thematisiert:

„Für die, die schon lange da sind ist es überdurchschnittlich. Neulinge haben einen langen Weg vor sich, bis sie das sehr gute Gehaltsniveau erreichen.“ – Bewertung bei SAP

Ein Blick auf die kununu Profile zeigt: Alle drei Unternehmen liegen mit ihrem kununu Score über dem jeweiligen Branchenschnitt und schneiden damit im Großen und Ganzen gut ab. Die User zeigen sich weitgehend zufrieden mit Arbeitsbedingungen und Gehalt. Wie die Mitarbeiter tatsächlich zu den Spitzengehältern des Vorstands stehen, wird jedoch nur selten in Bewertungen thematisiert.

 

 

Quellen:

[1] spiegel.de

[2] spiegel.de

[3] faz.net; die-gesellschaft-und-ihre-reichen.de