Hallöchen vs. Hi: Wie du auf der Arbeit richtig begrüßt

Nachdem man dem werten Kollegen zum hundertsten Mal auf dem Gang begegnet ist, sich mit der Lieblingskollegin schon drei Kaffees geholt hat und den Big Boss um drei Gefallen an eben jenem Tag gebeten hat, herrscht meistens gähnende Leere im Begrüßungssortiment. Hallo, Tach, Hey und Morgen hattest du schon durch und stehst jetzt vor der Herausforderung: Was gibt es noch? Und was ist die passende Begrüßung  für wen? Unsere Kooperationspartner von BusinessPunk haben für euch die gängigsten Begrüßungsformeln auf Herz und Nieren geprüft, damit du das nächste Mal die richtige Begrüßung wählst. Also, welcher Typ bist du?

Sehr geehrter Herr X, sehr geehrte Frau Z,

 

Benutzt du diese Floskel, bist du mit großer Wahrscheinlichkeit entweder jemand, der eine Person einer anderen Hierarchiestufe adressiert – oder einfach sehr oldschool. Mit Sicherheit (oder: hoffentlich) stehst du mit der Person nicht im täglichen Mailkontakt. Du zeigst Respekt, der aber gerade in der Kommunikation mit Gleichaltrigen ein wenig zu adrett, förmlich oder spießig wirken könnte. Denn was früher ein Must war, ist heute manchmal einfach nur noch schlecht performt. Wenn starre Unternehmenskulturen sich verändern, hat das auch Einfluss auf die gegenseitige Kommunikation: Wer sich in Büros noch siezen lässt, wird gerade von jüngeren Arbeitnehmer*innen zunehmend kritisch beäugt. Trotzdem haben Studien erwiesen, dass das Siezen auch positive Effekte haben kann. Die Universität Siegen beispielsweise hat anhand eines Projekts an 600 Schulen in Deutschland herausgefunden, dass Siezen zu einem späteren Bildungserfolg führen kann. Auch Wirtschaftspycholog*innen warnen vor dem lässigen Du. Welche Kultur im Unternehmen herrscht, lässt sich meistens anhand der firmeneigenen Homepage erkennen (oder auf Arbeitgeber-Bewertungsportalen wie kununu.com). Die lässt oft Rückschlüsse auf die interne Kommunikation zu, gerade wenn man selbst zum ersten Mal mit Vertreter*innen der Firma kommuniziert.

 


„Alle Kollegen begrüßen sich per Handschlag.“ – anonyme Arbeitgeberbewertung von BCM Solutions


Hi

 

Das Wort kommt eigentlich aus dem Englischen und ist so was wie die Abkürzung von Hallo, nur ein bisschen frecher und weniger distanziert. Meistens sagt es weniger über die Person aus, die du adressierst, als über dich selbst. Übrigens soll es das Wort schon um 1475 gegeben haben, und zwar als ein Ausruf, um Aufmerksamkeit auf sich selbst zu ziehen. Vielleicht eher an die Kolleg*innen schicken, anstatt damit nach außen zu kommunizieren – denn das würde vorherigen Kontakt schon mal voraussetzen. Sonst kommt es unter Umständen zu frech und unangenehm rüber.

 


„Ein Guten Morgen und Hallo kennt man durchweg von allen Führungskräften, mal erfolgt es doppelt, mal wird es auch mal vergessen, was doch auch menschlich ist, aber nicht mit Absicht erfolgt.“  – anonyme Arbeitgeberbewertung bei Eberhard


Hallo

 

Wahrscheinlich die cleverste Art, um möglichst wenig aufgeladen möglichst schnell zum Punkt zu kommen. Irgendwie trotzdem komisch, wenn man sich gerade schon auf dem Flur begegnet ist, und trotzdem förmlich genug, um nicht nur Handlungsanweisungen zukommen zu lassen, sondern sich auch um ein einigermaßen respektvolles Miteinander zu bemühen. Ist der Topfavorit, passt vor jede Mail und jede Nachricht, ist wenig aufwendig und kann nur sehr kompliziert fehlinterpretiert werden. Unser Pro-Tipp für alle, die unsicher sind – oder keine große Lust haben, lange um den heißen Brei zu reden.

 


„Die Begrüßung durch die zukünftige Vorgesetzte erfolgte nicht wie üblich durch ein freundliches „Grüß Gott“ mit Handschlag sondern mit einer abwehrenden Handbewegung ohne Begrüßungsansprache.“ – anonyme Arbeitgeberbewertung bei der BMW Gruppe 


Hallöchen

 

Du bist freundlich, gut gelaunt, ein bisschen druff und – sorry, aber wundere dich nicht, wenn du keine Antwort bekommst. Schließlich muss man sich erstmal von der Extraportion Motivation erholen. Oder doch eher von Hermes am Flugzeugfenster? 😉

 


Gastbeitrag von Business Punk

Unter dem Motto „Work hard, Play hard“ widmet sich Business Punk sämtlichen Wirtschaftsthemen – egal ob als Podcast, Online- oder als Print-Magazin. Um was es konkret geht? „Business-Rebellen“, verrückte Officekulturen und den Lifestyle von Gründern, Machern und Kreativen. Was sie vereint? Ihr Lebensstil als Digital Natives, ihr Interesse an kosmopolitischen Themen und ihre Passion fürs Anpacken und Machen.