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Steuerreform 2027

100 bis 400 Euro mehr: Wer von der Steuerreform profitiert und wer zahlen soll

Veröffentlicht:  24. Mai 2026, 17:22
2 min
Bundeskanzler Friedrich Merz bei einem Telefonat mit Donald Trump, Präsident der USA, im Bundeskanzleramt (Arbeitszimmer).
Bundesbildstelle / Fotograf: Kugler, Steffen

Rund 30.000 bis 36.000 Euro brutto im Jahr: Genau diese Einkommen möchte die Bundesregierung ab 2027 in Deutschland entlasten. Für kleine und mittlere Gehälter sind 100 bis 400 Euro pro Jahr drin. Das Geld muss aber woanders wieder reinkommen – und darüber streiten Union und SPD.

Wer 2.500 bis 3.000 Euro verdient, soll entlastet werden

Die schwarz-rote Koalition plant die Reform ab Januar 2027. Profitieren sollen vor allem Menschen, die zwischen 2.500 und 3.000 Euro brutto im Monat verdienen – also rund 30.000 bis 36.000 Euro im Jahr. In dieser Spanne liegen viele klassische Berufe.

Diese Berufe liegen beispielsweise mitten in der Zielgruppe:

Die Beträge bleiben überschaubar: Volkswirt Stefan Bach vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung nennt laut Tagesschau 100 bis 200 Euro pro Jahr für Geringverdiener, bei mittleren Einkommen bis zu 400 Euro. Wer wenig verdient, zahlt prozentual ohnehin weniger Steuern und wird entsprechend weniger entlastet.

Mehrere hohe Stapel ungeordneter Papierdokumente mit farbigen Markierungen auf einem Bürotisch.
Die Reform sieht weitere Optionen vor, um die Steuerlöcher zu stopfen: Weitere Hebel wären Erhöhungen in Reichensteuer, Erbschaftssteuer oder Mehrwertsteuer.

20 bis 30 Milliarden Euro fehlen dem Staat

So entlastend die Reform wäre, so teuer ist sie: Bach rechnet mit Steuerausfällen von 20 bis 30 Milliarden Euro pro Jahr. Die SPD will unter anderem über den Spitzensteuersatz reden, der bei 42 Prozent liegt. Kanzler Friedrich Merz lehnt das ab: Die Belastung von Facharbeitern und Mittelstand sei zu hoch.

Wer mehr als 210.000 Euro verdient, könnte mehr zahlen

Offener ist die Union bei der Reichensteuer, die ab 277.826 Euro greift und 45 Prozent beträgt. Zwei Unionsabgeordnete schlagen 47,5 Prozent vor – schon ab 210.000 Euro. Ein Prozentpunkt mehr brächte laut Bach aber nur eine Milliarde Euro.

Betroffen wären Spitzenverdiener:innen in Deutschland sind beispielsweise:

Vieles ist noch offen

Beschlossen ist nichts. Klar ist nur die Richtung: Kleine und mittlere Einkommen sollen entlastet werden, die Gegenfinanzierung ist offen. Wer in der Zielgruppe liegt, sollte die Debatte im Blick behalten – wie viel am Ende bleibt, ist offen.